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Asset-Management-System


Ein Asset-Management-System ist ein Managementsystem zur Maximierung der Effektivität von Assets (dt.: alle Arten von Anlagegütern) und der gleichzeitigen Effizienz der hierfür zu erbringenden operativen Aufwendungen. Es richtet sich somit vor allem an das Management von Unternehmungen, die klassischen Funktionsbereiche Maschinen-/Anlagenengineering und Instandhaltung als strategischen Erfolgsfaktor zu betrachten. Wesentlicher Inhalt ist u. a. eine Fokussierung auf mögliche Risiken in den verschiedenen Lebenszyklus-Phasen der zur Wertschöpfung eingesetzten Anlagegüter (Assets).

Begriff

Um diesen Begriff herrscht eine Begriffsverwirrung aufgrund der unterschiedlichen Definition und Ausprägung im Vermögenssektor, der IT und in der Industrie, sowie in abweichenden Übersetzungen aus den diversen angloamerikanischen Gebieten, die ebenfalls eine unterschiedliche Brachendefinition kennen.

Der Begriff „Asset-Management-System“ findet seinen Urspruch im Asset-Management und findet seine normative Grundlage in der ISO 55000 (Asset-Management). Eine Veröffentlichung dieses Standards der Internationalen Organisation für Normung (kurz ISO) ist am 23. Januar 2014 erfolgt.

Definition

Asset-Management ist eine beschriebene Vorgehensweise, die es erlaubt, den Wert der zur Erreichung der strategischen Geschäftsziele eingesetzten „Assets“ innerhalb einer Organisation zu maximieren.

Als Assets innerhalb des Kontexts Asset-Management und Asset-Management-Systeme werden Anlagegüter (Sachanlagen des Anlagevermögens) bezeichnet. Im privatwirtschaftlichen Unternehmen werden damit überwiegend technische Industrieanlagen, Maschinen und Gebäude bezeichnet. Im (privat-) öffentlichen Sektor fallen in diese Definition überwiegend technische Einrichtungen, die Ihre Anwendung vor allem in infrastrukturellen Einrichtungen wie Energieversorgung, Flughäfen, Schienenverkehr oder auch Kanalisation finden.

Ein „industrielles Asset“ (Anlagen und Maschinen) definiert sich als komplexes technisches System, das für eine bestimmte Anwendung gebaut wurde und nach einem bestimmten Verfahren in spezieller Art und Weise auf ein stoffliches, energetisches oder informationelles Bearbeitungsobjekt einwirkt und dieses gezielt verändert. Eine Maschine besteht dabei aus verschiedenen Baugruppen, Maschinenelementen und Bauelementen. Eine industrielle Anlage kann dagegen als Gesamtpaket von Hard- und Software beschrieben werden, das zur Befriedigung eines komplexen Bedarfs im Rahmen eines Gesamtangebots von einem oder mehreren Anbietern erstellt wird.

Großprojekte im Bereich Schienenfahrzeuge, Luftverkehr, Abwasseraufbereitung und viele weitere großinfrastrukturelle Projekte sind in den Konstruktions- und Instandhaltungsabläufen mit industriellen Assets vergleichbar und werden als „infrastrukturelle Assets“ bezeichnet.

Entwicklung der ISO55000-Serie für Asset Management

Die Grundlage hierfür bildete ein britischer Standard, der bereits auf eine fast zehnjährige Vergangenheit rückblicken kann: Im Jahre 2002 wurde in England eine Management-Umfrage in verschiedenen Industrien und Behörden zum Thema Effektivität von Assets durchgeführt. Das Ergebnis war, dass die teilnehmenden Entscheider sich eine gemeinsame „Sprache“ wünschen. Die Idee der Entwicklung einer Spezifikation war geboren. In der ersten Umsetzung waren zwei Dutzend britische Firmen und Behörden beteiligt, während in der zweiten Ausgabe 2008 bereits 49 Organisationen aus 15 Industrien und 10 Ländern einen britischen Standard entwickelten. Deutschland hatte sich hierbei noch nicht beteiligt. Der Kern fokussierte sich in der zweiten Version auf die Sicherstellung der Zuverlässigkeit von physischen Assets, vor allem durch das Managen der organisatorischen Rahmenbedingungen und der Steuerung aller Risiken über den Produktlebenszyklus, die eine Zielerreichung negativ beeinflussen können.

Im Jahre 2010 entschied ein Komitee der ISO, einen weltweiten Standard für Asset-Management und Asset-Management-Systeme zu entwickeln: ISO55000:2014 Übersicht und Prinzipien ISO55001:2014 Anforderungen an Asset Management als Managementsystem ISO55002:2014 Leitlinie zur Einführung eines Asset Management Systems (AMS)

ISO 55000:

Die ersten drei Kapiteln führen den Anwender in die Welt des Asset Managements ein. Dazu gehören neben grundlegenden Definitionen auch der Nutzen für den Anwender sowie eine Einführung in das Asset Management-System. Hier erfährt der Leser ebenfalls die Relation zwischen Asset Management und Asset Management-System.

ISO 55001:

Das Dokument ISO55001:2013 liefert alle wichtigen Anforderungen an das einzuführende Asset Management-System. Es bildet die Grundlage für eine offizielle Zertifizierung. Vergleichbar ist dies beispielsweise mit den Anforderungen der ISO9001 an ein Qualitätsmanagement-System. Der Kern des Asset Management-Systems besteht aus sieben Elementen:
  • Zusammenhänge der Unternehmensorganisation und Einflüsse
  • Führung, Vorgaben, Strategie und Verantwortung
  • Planung, Planungssicherheit durch Risiko-Management
  • Unterstützungsfaktoren wie Ressourcen, Kompetenzen, Kommunikation, Dokumentation und weitere
  • Durchführung von operativen Tätigkeiten
  • Leistungsmessung des Asset Management-Systems
  • Verbesserung

ISO 55002:

Zusätzliche Informationen, Details zu den einzelnen Elementen und unterstützende Maßnahmen zeigt die ISO55002:2014 zur Einführung eines Asset Management Systems in eine Organisation auf.

Lebenszyklus-Management

Asset-Management bietet durch ein implementiertes Asset-Management-System vor allem im operativen Produktlebenszyklus der physischen Anlagegüter einen deutlichen Mehrwert. In den anlagenintensiven Industrien sind hohe Ausgaben in der operativen Aufrechterhaltung zu verzeichnen. Deshalb richtet sich das Asset-Management-System u. a. an die sogenannten Facilitymanagement- und Instandhaltungs-Bereiche von Organisationen, deren Aufgabe nach betriebswirtschaftlichen Grundlagen die Sicherung der technischen Verfügbarkeit und die Minimierung von (konstruktiven) Schwachstellen ist – bei gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus wird durch eine optimierte „Anpassung“ zwischen Investitionen (CapEx) und operativen Betriebsaufwendungen (OpEx) von Anlagen die maximale Wirtschaftlichkeit angestrebt.

Risiko-Management

Das Risiko-Management innerhalb des Asset-Managements wird als eine wesentliche Komponente betrachtet. Dafür bedarf es der Identifizierung und Steuerung von potentiellen Risiken durch entsprechende Strukturen und Prozesse.

Instandhaltungs-Management

Um vor allem die technische Anlageneffektivität in der operativen Betriebsphase voll auszuschöpfen, bei gleichzeitig maximaler Wirtschaftlichkeit der hierfür aufzuwendenden Ressourceneinsätze, ist ein pro-aktives Instandhaltungs-Management unabdingbar. Die Strukturen und Prozesse sind nach den Prinzipien der kontinuierlichen Verbesserung zu gestalten, damit ungeplanten Ausfällen vorgebeugt werden kann. Weiterhin ist dafür eine Definition von anlagenbezogenen Instandhaltungsstrategien samt entsprechender Wartungs- und Inspektionspläne maßgeblich.

Praxis

In der Praxis lassen sich deutliche Vorteile für Unternehmen ableiten, die die jeweilige Organisation nach den Anforderungen des Asset-Management-Systems ausrichten. Die maßgeblichen Veränderungen sind in den spezifischen Geschäftsprozessen zu sehen, eine praktische Umsetzung zur Erreichung der Anforderungen kann dadurch nicht typischerweise durch die betroffene Leitungsebene (Instandhaltungs- oder Facilitymanager) erbracht werden. Die Integration von Asset-Management-Systemen ist eine Managementdisziplin und bedarf oftmals unternehmensexterner Unterstützung.

Die erste maßgebliche Änderung in Unternehmen ist eine Vereinheitlichung der Strategie und Prozesse für den Umgang der Assets durchgehend in den hierarchischen Ebenen. Die zweite Unterscheidung zur bisherigen Praxis im Umgang mit Einrichtungen ist, dass das Asset-Management nicht nur mit autarker Aufmerksamkeit in den verschieden Lebenszyklusphasen verantwortlichen Bereichen zufrieden ist, sondern die Betrachtung auf den ganzheitlichen Lebenszyklus der Assets lenkt. In der Praxis heißt das konkret, dass der Asset-Manager das Engineering zu Beginn des Lebenszyklus vertritt, den Instandhaltungsbereich und ebenso das wirtschaftliche Ende einleitet. Eine dritte Aufgabe darin besteht unter anderem, die notwendigen Funktionsstellen zu schaffen, Risiken zu identifizieren, Kommunikation und Informationsstrategien anzuwenden, die Kosten und Leistung der Asset-Management-Organisation zu messen, Audits durchzuführen und kontinuierliche Verbesserungsprogramme zu integrieren.

Zertifizierung

Die Möglichkeit der Zertifizierung nach ISO 55001 (Asset-Management-System) wird für 2014/2015 angestrebt.

Ausbildung

Die Universität St. Gallen (USG) bietet das Weiterbildungsprogramm Certificate of Advanced Studies 'Managing Infrastructure Assets' (CAS MIA HSG) an. Die HSG setzt auf die Stärkung von drei Kernkompetenzen, die ein integriertes Management System ermöglichen.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Asset-Management-System (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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