Aschaffenburg Hauptbahnhof - LinkFang.de





Aschaffenburg Hauptbahnhof


Aschaffenburg Hbf
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bauform Modern/-Child.
Bahnsteiggleise

8

Abkürzung

NAH

IBNR 8000010
Vorlage:Infobox Bahnhof/Wartung/IBNR in Wikidata verschieden von lokaler IBNR
Kategorie

2

Eröffnung

1854

Profil auf Bahnhof.de Aschaffenburg_Hbf
Lage
Stadt/Gemeinde

Aschaffenburg

Land Bayern
Staat Deutschland
}
Höhe (SO) 131 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i11i16i18

Der Aschaffenburger Hauptbahnhof liegt an der aufkommensstarken Schienenverkehrsachse RuhrgebietFrankfurt (Main)NürnbergMünchen/Wien. Die Deutsche Bahn ordnet den Aschaffenburger Hauptbahnhof in die Bahnhofskategorie 2 ein.[1] Er bildet die Grenze zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Damm.

Geschichte

Beim Personenbahnhof befand sich ein heute größtenteils abgebrochener Rangierbahnhof. Der Hauptbahnhof wurde im Jahre 1854 mit der Inbetriebnahme der bayerischen Ludwigs-West-Bahn damals auf der „grünen Wiese“ eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg war der Bahnhof als Knotenpunkt auch Angriffsziel von Luftangriffen der Alliierten, so z.B. in der Nacht vom 1. auf den 2. April 1942.[2] Das Empfangsgebäude aus der Ursprungszeit wurde bei einem Luftangriff auf die Bahnanlagen am 29. Dezember 1944 zerstört.[3] Es wurde in der ersten Hälfte der 1950er Jahre an gleicher Stelle durch einen Neubau von Hans Kern in einem sachlichen Stil ersetzt. Der neue Bahnhof besaß eine elegante, durchgängig verglaste Eingangshalle mit Pultdach und einen Anbau mit dem Bahnhofsrestaurant.

Der Hauptbahnhof wurde ab 2004 unter Erhöhung der Bahnsteige und dem Einbau von Aufzügen abschnittsweise erneuert. Hierfür wurde das alte Bahnhofsgebäude abgerissen und ein neues, mit großen Geschäftsflächen und einem Parkhaus mit über 400 Stellplätzen errichtet. Das neue Gebäude wurde am 29. Januar 2011 eröffnet.[4] Ende Februar 2012 wurde eine Verlängerung der neuen Bahnsteigunterführung in den Stadtteil Damm eröffnet. Hier wurde im April 2012 ein weiteres Parkhaus eröffnet mit ca. 200 P&R-Parkplätzen auf zwei der insgesamt sechs Parkebenen. Auf der Süd- wie auf der Nordseite wurden von der Stadt Aschaffenburg die Bahnhofsvorfelder verkehrsgerecht umgestaltet.

Im Oktober 2010 wurde eine verkleinerte Kopie des vorher an der Außenwand angebrachten Hermes-Mosaiks an der Ostseite des neuen Empfangsgebäudes angebracht. Das alte Kunstwerk wurde als Digitalfotodruck auf vier Aluminiumtafeln aufgebracht. Die Mehrzahl der Originalkacheln wurden ohne Genehmigung durch den Eigner des Bahnhofs kurz vor dem Abriss des Bahnhofsgebäudes gerettet und von dem Grafiker Udo Breidenbach für die Reproduktion wieder zusammengesetzt.[5]

Infrastruktur

Der Personenbahnhof verfügt über sieben Durchgangsgleise sowie ein Stumpfgleis im Ostkopf des Bahnhofs. Die sich nördlich anschließenden sechs Gleise (Gleise 101 bis 106) dienen vorrangig dem Güterverkehr. Die Gleisanlagen von Aschaffenburg Hbf wurden bis 1974 durch viele dezentrale mechanische und elektromechanische Stellwerke gesteuert. Seit 1974 wird diese Aufgabe von einem Drucktastenstellwerk, das am Ostkopf des Bahnhofs errichtet wurde, wahrgenommen.

Verkehrsangebot

Der Bahnhof wird aus verschiedenen Richtungen bedient. Es besteht ein ca. halbstündliches Angebot nach Frankfurt mit einer RE- und einer RB-Linie Die ICE-Linie 41 verbindet den Bahnhof im Stundentakt mit München und dem Ruhrgebiet. Nach Miltenberg besteht ein stündliches Angebot das durch eine zweistündliche RE-Linie nach Crailsheim verdichtet. Mit einer weiteren RB-Linie, der Rhein-Main Bahn besteht ein Stundentakt Richtung Wiesbaden, der in der HVZ verdichtet wird. Richtung Würzburg besteht eine stündliche RE-Verbindung, die bis Heigenbrücken, nachmittags bis Gemünden durch eine zusätzliche RB-Linie verdichtet wird. In Tagesrandlage gibt es noch ein paar IC- und ICE-Verbindungen Richtung Hamburg, Nürnberg und Wien.

Zuggattung Strecke Verkehrsangebot
ICE 41 (Dortmund Hbf-) EssenKöln Messe/DeutzFrankfurt (Main)AschaffenburgWürzburgNürnbergMünchen 60-Minuten-Takt
ICE 31 Hamburg - BremenMünster - Dortmund - DüsseldorfKöln - Koblenz – Frankfurt (Main) – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg einzelne Züge
ICE 91 Frankfurt (Main) – Hanau - Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – PassauWien Hauptbahnhof einzelne Züge
IC 31 (Passau –) Nürnberg – Aschaffenburg – Frankfurt (Main) – MainzKoblenzBonnKölnHagenDortmundHamburg (- Kiel) einzelne Züge
RE Frankfurt (Main) – Hanau – Aschaffenburg – Würzburg 60-Minuten-Takt
RE Aschaffenburg – Miltenberg – Wertheim – Bad MergentheimCrailsheim 120-Minuten-Takt
RB AschaffenburgBabenhausen (Hess)DieburgDarmstadtGroß-Gerau – Mainz – Wiesbaden 60-Minuten-Takt

(30-Minuten-Takt in der HVZ)

RB Aschaffenburg – Hanau – Frankfurt (Main) Süd 60-Minuten-Takt
RB Aschaffenburg – Miltenberg – Wertheim einzelne Züge (Maintalbahn)
RB Aschaffenburg – Miltenberg – (Amorbach – Walldürn – Seckach) 60-Minuten-Takt
RB Aschaffenburg – Heigenbrücken – (Gemünden (Main)) 60-Minuten-Takt (einzelne Züge bis Gemünden)

Von 1891 bis Ende der 1950er Jahre gab es die so genannte Mainländebahn, die unterhalb des Bischberges in den ehemaligen Floß- und Handelshafen abzweigte. Zwischen 1911 und 1974 gab es außerdem eine Personenzugverbindung über die Bachgaubahn nach Höchst im Odenwald. Da, gerade in den Stoßzeiten die Straßenverbindung in den Bachgau überlastet ist, wird regelmäßig über eine Reaktivierung dieser Verbindung, zumindest bis Großostheim, diskutiert.

Vor dem Bahnhof befindet sich der regionale Busbahnhof. Mit diesem bestehen Verbindungen in alle Richtungen z.B. Alzenau, Schöllkrippen, Mainaschaff, Kahl, Obernburg, etc. die alle regelmäßig bedient werden. Viele dieser Busse verkehren stündlich oder halbstündlich, innerhalb der Stadt werden viele Verbindungen verdichtet und durch Überlagerung mehrerer Linien entsteht auf einigen Strecken eine Taktfolge bis ca. 5 Minuten.

Zukunft

Es gibt Planungen über eine Neubaustrecke zwischen Aschaffenburg und Würzburg. Diese würde den ICE-Verkehr vom Regional- und Güterverkehr trennen. Eine weitere Planung ist es Aschaffenburg komplett zu umgehen und stattdessen die Strecke bis Hanau zu führen. Diese Vorhaben würden die stark ausgelastete Verbindung über die Nantenbacher Kurve entlasten. Bei Realisierung der Strecke Hanau-Würzburg würde Aschaffenburg den stündlichen Halt der ICE-Linie verlieren.

Sonstiges

Unterführung zum Stadtteil Damm

Der Stadtteil Damm ist seit Ende Februar 2012 durch eine Gleisunterführung zu erreichen. Die Unterführung verbindet das Stadtzentrum mit dem Stadtteil und einer angelegten Promenade „Dammer Tor“. Das Bauprojekt kostete 3,7 Millionen Euro.

Haltepunkte im Aschaffenburger Stadtgebiet

Weiterhin ist Aschaffenburg durch die Schienenhaltepunkte Obernau (seit 1876) und Aschaffenburg Süd (seit 1906) an das regionale Schienennetz angebunden, sowie seit dem Fahrplanwechsel 2007/2008 dem in unmittelbarer Nähe der Hochschule Aschaffenburg gelegenen Haltepunkt Aschaffenburg Hochschule. Es bestehen Pläne, in der Goldbacher Straße (am Viadukt) einen weiteren Schienenhaltepunkt einzurichten.

Sitz der Verkehrsgesellschaft „Westfrankenbahn“

Aschaffenburg ist Sitz der Verkehrsgesellschaft der neuen Westfrankenbahn. Dies ist das fünfte regionale Verkehrsnetz unter dem Dach der Deutschen Bahn. Die Zuständigkeit der regionalen Gesellschaft betrifft die hauptsächlich im Main- und Taubertal verlaufende Achse Aschaffenburg–Wertheim–Crailsheim sowie die Verbindungen Miltenberg–Seckach, Würzburg–Lauda und Crailsheim–Heilbronn. Mit dieser Dezentralisierungsmaßnahme will sich die Deutsche Bahn wieder stärker um die Kunden in der Region kümmern und sich besser auf die Bedürfnisse vor Ort einstellen. Es wird erwartet, dass damit 250 Arbeitsplätze, die im Zuge der Zentralisierung abgezogen wurden, wieder an den Bayerischen Untermain zurückkehren.

Auszeichnung

Weblinks

 Commons: Aschaffenburg Hauptbahnhof  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stationspreisliste 2016 (PDF)
  2. Hans-Günter Stahl: Der Luftkrieg über dem Raum Hanau 1939–1945 (= Hanauer Geschichtsblätter. 48). Hanau 2015, ISBN 978-3-935395-22-1 , S. 39.
  3. Vgl.: Hans-Günter Stahl: Der Luftkrieg über dem Raum Hanau 1939–1945 (= Hanauer Geschichtsblätter. 48). Hanau 2015, ISBN 978-3-935395-22-1 , S. 268.
  4. Prominenz feiert neuen Hauptbahnhof. In: Main-Echo. 27. Januar 2011.
  5. Der Schutzherr der Reisenden fliegt wieder. In: FAZ. 27. Oktober 2010, S. 48.
  6. Main-Echo. Nr. 199, 29. August 2012.

Kategorien: Verkehr (Aschaffenburg) | Main-Spessart-Bahn | Rhein-Main-Bahn | Bauwerk in Aschaffenburg | Industriekultur Rhein-Main (Bayerischer Untermain) | Hauptbahnhof in Deutschland | Bahnhof in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Aschaffenburg Hauptbahnhof (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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