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Arras


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Arras (Begriffsklärung) aufgeführt.
Arras
Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie
Département Pas-de-Calais (Präfektur)
Arrondissement Arras
Kanton Chef-lieu von 3 Kantonen
Gemeindeverband Communauté urbaine d’Arras
Koordinaten
Höhe 52–99 m
Fläche 11,63 km²
Einwohner 40.830 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 3.511 Einw./km²
Postleitzahl 62000
INSEE-Code
Website http://www.arras.fr/

Innenstadt von Arras mit den Plätzen Place des Héros mit Rathaus (links) und Grande Place

Arras [​aʁɑːs] (niederländisch und deutsch Atrecht) ist eine französische Gemeinde in der Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie. Sie ist Verwaltungssitz des Départements Pas-de-Calais. Eine erste urkundliche Erwähnung lässt sich auf das Jahr 407 datieren. Entgegen den allgemeinen französischen Ausspracheregeln wird das s im Namen ausgesprochen.

Geografie

Die Stadt mit 40.830 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013 ) liegt in der historischen Provinz Artois nahe dem Zusammenfluss der Scarpe und der Crinchon, etwa 50 Kilometer südwestlich von Lille.

Geschichte

Ursprünglich war Arras eine keltische Siedlung, die vom Stamm der Viromanduer bewohnt wurde. Später wurde sie von den Römern zur Garnisonsstadt Atrebatum ausgebaut.

Bei der Teilung des Frankenreiches fiel Arras an Lothar I. In den westfränkischen Reichsannalen, den Annales Bertiniani, heißt es in Bezug auf den Vertrag von Verdun: „Außerhalb dieser Grenzen erhielt er (Lothar) bloß Arras durch die Güte seines Bruders Karl“.

Arras lag über viele Jahrhunderte an der Grenze zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich. Die Herrschaft über die Stadt wechselte häufig. Schließlich wurden von dem Architekten Vauban Wehranlagen gebaut, die halfen, die Stadt dauerhaft unter französischer Herrschaft zu halten.

Mit Hilfe von Mediatoren als Vertreter von Papst Eugen IV. und dem Konzil von Basel kam 1435 der Frieden von Arras zwischen Frankreich und dem bis dahin mit England verbündeten Burgund zustande (→ Hundertjähriger Krieg). Doch auch weitere Verträge wurden in dieser Stadt ausgehandelt und geschlossen.

Wirtschaftlich lebte die Stadt lange vom Handel mit Flandern und wurde später ein wichtiges Zentrum für den Anbau und die Verarbeitung von Zuckerrüben. Große Bedeutung errang die Stadt als eines der Hauptzentren der südniederländischen Tapisserie-Herstellung. Diese Erzeugnisse aus den Manufakturen sind auch heute noch namentlich als Arrazzi bekannt.

Während des Ersten Weltkriegs lag Arras nahe der Front. Ab dem 6. September 1914 war die Stadt kurzfristig von deutschen Truppen besetzt, die aber noch im Verlauf des Monats an den Stadtrand zurückgedrängt wurden. Von Herbst 1914 bis 1918 fanden im Gebiet der nördlichen Vororte mehrere große Schlachten statt, so im Mai/Juni 1915 die Lorettoschlacht und die Schlacht von Arras im April/Mai 1917. Die Alliierten konnten Arras gegenüber allen Angriffen der Deutschen behaupten – nicht zuletzt dank eines gigantischen, unterhalb der Stadt angelegten Tunnelsystems, in dem bis zu 24.000 Soldaten untergebracht werden konnten.[1] Die Stadt wurde während des Krieges fast völlig zerstört: schon am 7. Oktober 1914 brannte das Rathaus und der Belfried stürzte am 21. Oktober 1914 ein. Die Kathedrale wurde am 6. Juli 1915 zerstört. Nach dem Krieg wurde Arras in historischer Form wieder aufgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt von Juni 1940 (Westfeldzug) bis Ende August 1944 von deutschen Truppen besetzt, die hier 1943–1944 die Abwehrstelle Arras stationierten. 240 Franzosen wurden von den Besatzern als Mitglieder der Résistance in der Zitadelle von Arras hingerichtet.[2] Am 1. September 1944 erreichten zwei schnell vorrückende Divisionen des 'British XXX Corps' Arras, namentlich die 'the 11th Armoured Division' und die 'Guards Division'.[3]

1950 kam es zu einem vielbeachteten Skandal um den Abgeordneten Antoine de Récy, der unter anderem eine große Geldsumme unterschlagen hatte.[4]

Wappen

Das Wappen ist seit 1355 auf Siegeln nachweisbar. Der im roten Wappenschild über den steigenden blaubewehrten goldenen Löwen gelegene kleine blaue Schild mit den goldenen Lilien und dem roten Turnierkragen gilt als das Familienzeichen des ersten Herren Robert d’ Artois.

Sehenswürdigkeiten

Wahrzeichen der Stadt sind zwei große Plätze im Zentrum, die Grande Place und die Place des Héros. Sie sind von einem Ensemble restaurierter Gebäude umgeben.

Die bedeutsamsten Gebäude der Stadt sind die spätgotische Kathedrale (1755–1833) und das gotische Rathaus (1462–1572) mit einem Belfried, der seit 2005 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Belfriede in Frankreich“ ist.

Die von Vauban errichtete Zitadelle ist seit 2008 ebenfalls Teil des UNESCO-WeltkulturerbesFestungsanlagen von Vauban“.

Persönlichkeiten

Städtepartnerschaften

Bereits seit 1956/57 existiert eine Schul-Partnerschaft des Lycée Robespierre und des Lycée Gambetta mit dem König-Wilhelm-Gymnasium der nordrhein-westfälischen Stadt Höxter.

Einzelnachweise

  1. Angelika Franz: Tunnelstadt unter der Hölle . In: Der Spiegel vom 16. April 2008
  2. "Mur des Fusilliers"
  3. [1]
  4. Dort hört uns keiner. In: Der Spiegel 37/1950 vom 13. September 1950

Weblinks

 Commons: Arras  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Atrecht in der Topographia Circuli Burgundici (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Arras (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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