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Arnfrid Astel


Hans Arnfrid Astel (* 9. Juli 1933 in München) ist ein deutscher Lyriker. Er lebt und arbeitet im Saarland. Ursprünglich hieß er nur Arnfrid Astel, den Vornamen Hans hat er 1985 nach dem Suizid seines Sohnes angenommen. Astels Pseudonym ist Hanns Ramus.

Leben

Astel ist der Sohn des NS-Rasseforschers und Rektors der Universität Jena, Karl Astel. Die Kindheit verlebte Astel in Weimar. Seine Schulausbildung erhielt er am Gymnasium in Windsbach, wo er 1953 das Abitur absolvierte. Anschließend studierte Astel Biologie und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau und Heidelberg. Nach seinem Studium arbeitete er als Hauslehrer in einem Internat.

1959 gründete Astel die „Lyrischen Hefte – Zeitschrift für Gedichte“, die er bis 1971 betreute. In dieser Zeitschrift veröffentlichte er ab Ende der Fünfziger Jahre vor allem Naturbetrachtungen unter dem Pseudonym Hanns Ramus. 1966 arbeitete Astel als Verlagslektor in Köln, 1967 wurde er zusätzlich Literaturredakteur beim Saarländischen Rundfunk, wo er auch Mitglied des Personalrats war.

Unter dem Eindruck der Studentenunruhen erschien 1968 der erste politisch orientierte Gedichtband Astels, Notstand. Nachdem Astel 1971 politische Epigramme über den Sender veröffentlicht hatte, wurde er von Intendant Franz Mai fristlos entlassen. Er gewann jedoch den anschließenden Prozess vor dem Arbeitsgericht in dritter Instanz und kehrte 1973 auf seine Stelle als Chef der Literaturredaktion zurück, auf der er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1998 verblieb. Von 1978 an hatte er zusätzlich einen Lehrauftrag für Germanistik an der Universität des Saarlandes.

In ihrem Roman Klassenliebe präsentierte die Autorin Karin Struck im Jahr 1973 Arnfrid Astel als Protagonisten Z.[1]

Von Dezember 1988 bis zum September 1989 gehörte er für das Saarland dem kommissarischen Bundesvorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), heute in ver.di, an, der im April 1989 in die IG Medien überführt wurde. Im September 1989 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt und hatte dieses Amt bis 1991 inne.[2]

Astel hatte in den 1970er Jahren Erfolg mit politischen Epigrammen, schrieb aber ab Ende des Jahrzehnts vorwiegend Landschafts- und Liebeslyrik.

Zitat

„Dichten läßt sich nicht unterrichten. Literatur ist das, was du gegen den Rat aller Leute schreibst.“[3]

Er ist Mitglied des deutschen PEN-Zentrums.

Auszeichnungen

Werke

  • 1968: Notstand
  • 1970: Kläranlage
  • 1974: Zwischen den Stühlen sitzt der Liberale auf seinem Sessel
  • 1978: Neues (& altes) vom Rechtsstaat & von mir
  • 1979: Die Faust meines Großvaters und andere Freiübungen
  • 1982: Die Amsel fliegt auf. Der Zweig winkt ihr nach
  • 1988: Ohne Gitarre
  • 1992: Wohin der Hase läuft
  • 1993: Jambe(n) und Schmetterling(e) oder: Amor und Psyche
  • seit 1994: Sand am Meer (Gedichtveröffentlichungen im Internet)
  • 1999: Sternbilder
  • 2010: Das Spektrum gibt dem Augenblick die Sporen. Gedichte. ISBN 978-3-936826-68-5

Literatur

Michael Buselmeier, Ralph Schock (Herausgeber): Seit ein Gespräch wir sind. Ein Buch über Arnfrid Astel. Gollenstein Verlag, Blieskastel. 2003. ISBN 3-935731-53-1

Weblinks

  Wikiquote: Arnfrid Astel – Zitate

Einzelnachweise

  1. Kritisches Lexikon der deutschen Literatur: Lemma Arnfrid Astel.
  2. Vgl. die Darstellung des VS-Landesverbands Bayern Wer wir sind: Geschichte des VS.
  3. Arnfrid Astel (Hans Arnfrid Astel, Pseudonym: Hanns Ramus). Heidelberger Geschichtsverein e.V., abgerufen am 27. Juli 2015.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Arnfrid Astel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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