Armant - LinkFang.de





Armant


Dieser Artikel behandelt die oberägyptische Stadt Armant, für die gleichnamige seltene Hunderasse siehe Armant (Hunderasse)
Arment ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum US-amerikanischen Webdesigner und Autor siehe Marco Arment.

Armant (arabisch أرمنت Armant, auch Arment oder Erment; altägyptisch „Iunu-Monthu“ (On (Heliopolis) des Month) oder südliches Heliopolis (Jwnj šm'j), griechisch-lateinisch Hermonthis, koptisch: ⲉⲣⲙⲉⲛⲧ) ist eine Stadt in Oberägypten auf dem Westufer des Nils im Gouvernement Luxor. Sie befindet sich ca. 20 km südlich von Theben-West gegenüber der Stadt at-Tōd. Der Ort war bis zur 18. Dynastie und in römischer Zeit Hauptstadt des 4. oberägyptischen Gaues.

Geschichte

In der Nähe von Armant wurden weiträumige prädynastische Nekropolen und Siedlungen ausgegraben. Einige Fundspuren weisen auf eine fortwährende Besiedlung von der Frühzeit bis zur Ersten Zwischenzeit hin.[1]

In der 11. Dynastie spielt Armant eine wichtige Rolle bei der erneuten Reichseinigung. Aus dieser Zeit stammt der Tempel des Month. Diesen Götternamen trugen mehrere Gaufürsten bzw. Könige der 11. Dynastie (z. B. Mentuhotep II.) in ihrem Namen. Die Erweiterung des Tempels zu einem Großtempel erfolgte unter Thutmosis III. Während der Regierungszeit von Echnaton wurde der Name von Amun an vielen Stellen zerstört. Ramses II. stattete den Tempel mit zwei Kolossen aus. Sein Sohn Merenptah wurde mit einigen Osiris-Statuen assoziiert.[2] Unter den Persern wurde der Tempel zerstört und am Ende der Spätzeit unter Nektanebos II. bzw. in griechisch-römischer Zeit durch einen Neubau ersetzt. Im 19. Jahrhundert wurde der Tempel aber weitestgehend zum Zweck des Baus von Zuckerfabriken und Privathäusern abgetragen.

Neben Month wurde hier auch seine Gefährtin Tjenenet verehrt, an deren Stelle später ähnlich dem Month-Tempel in al-Madamud die Göttin Rat-taui („Rat der beiden Länder“), eine weibliche Sonnengöttin, und deren Sohn Hor-pa-Re-pa-chered („Horus-Re, das Kind“) trat. An der Wand des Mammisi von Armant, das Kleopatra VII. zeitgleich mit der zur Hauptstadt erfolgten Ernennung des Ortes vom vierten oberägyptischen Gau erbauen ließ, sind sieben Kindgottheiten abgebildet: Harpokrates, Hor-pa-Re-pa-chered, Horus-Schu-pa-chered, Semataui-pa-chered, Ihi, Heka-pa-chered und Hor-Hekenu-pa-chered.[3]

Nordwestlich des Tempels wurde eine große Nekropole für die heiligen Buchis-Stiere (Bucheum) und deren Mutterkühe angelegt. Griechen und Römer setzten einen seit Alters her hier ansässigen Kult fort. Östlich des Tempels befand sich ein römisches Dorf mit einem großen begehbaren Brunnen.[4] Armant ist ebenfalls ein bedeutendes koptisches Zentrum. Der Ort war Bischofssitz. Die ehemalige Basilika von Armant ist aber nicht mehr erhalten.

Literatur

  • Kathryn A. Bard: Armant. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 143–145.
  • Hans Bonnet: Hermonthis. In: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 293.
  • Karl Richard Lepsius: Denkmäler aus Aegypten und Aethiopien. Textband 4, Hinrichs, Leipzig 1901, S. 1–11; Tafelband Abth. 4, Band 9, Tafeln 59–65, Tafelband Abth. VI, Band 12, Tafel 103 (Onlineversion ).
  • Robert Ludwig Mond, Oliver Humphrys Myers: The Bucheum. 3 Bände, The Egypt Exploration Society, London 1934.
  • Robert Ludwig Mond; Oliver Humphrys Myers: The Cemeteries of Armant I. (Text- und Tafelband), The Egypt Exploration Society, London 1937.
  • Robert Ludwig Mond; Oliver Humphrys Myers: Temples of Armant: a preliminary survey. (Text- und Tafelband), The Egypt Exploration Society, London 1946.
  • Sandra Sandri: Har-Pa-Chered (Harpokrates). Die Genese eines ägyptischen Götterkindes (= Orientalia Lovaniensia analecta. Bd. 151). Peeters, Leuven 2006, ISBN 90-429-1761-X.
  • Daniela Rutica: Kleopatras vergessener Tempel. Das Geburtshaus von Kleopatra VII. in Hermonthis. Eine Rekonstruktion der Dekoration (= Göttinger Miszellen. Bd. 1). Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Ägyptologie und Koptologie, Göttingen 2015, ISBN 978-3-9817438-0-7.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. K. A. Bard: Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. London 1999, S. 144.
  2. K. A. Bard: Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. London 1999, S. 144–145.
  3. S. Sandri: Har-Pa-Chered (Harpokrates). Die Genese eines ägyptischen Götterkindes.Leuven 2006, S. 66.
  4. K. A. Bard: Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. London 1999, S. 145.

Kategorien: Archäologischer Fundplatz in Ägypten | Antike ägyptische Stadt | Ort im Gouvernement Qina | Ort in Afrika

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Armant (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.