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Arbëresh


Die Arbëresh sind eine alteingesessene albanische Minderheit in Süditalien und auf Sizilien. Sie kamen ursprünglich im 15. Jahrhundert aus dem Gebiet der heutigen Staaten Albanien und Griechenland. Noch heute sprechen sie einen konservativen Unterdialekt des Toskischen.

Namen und Bedeutung

Die Arbëresh nennen sich selber in ihrem albanischen Dialekt Arbëreshët (Mehrzahl bestimmt) bzw. Arbëreshë (Mehrzahl unbestimmt). Die Einzelperson wird Arbëresh/-i (männlich) bzw. Arbëreshe/Arbëreshja (weiblich) genannt. Die von ihnen gesprochene Sprache wird Arbëresh genannt. Auf Italienisch werden sie als Arbereschi ([-ɛski]) bezeichnet. „Arbëresh“ ist ein archaischer Begriff aus dem Albanischen, der „Albaner“ bedeutet.

Sprache

Das Arbëresh ist ein Subdialekt des Toskischen, eines der zwei Dialekte des Albanischen. Es unterscheidet sich von der heutigen Hochsprache wesentlich. Wegen seiner immer kleiner werdenden Anzahl an Sprechern gehört das Arbëresh zu den bedrohten Sprachen.

Laut einer Schätzung von 2002 sprechen etwa 80.000 Menschen diese Sprache.[1] Andere Schätzungen gehen von 100.000 (1987) und 260.000 (1976) aus.[2]

Kultur und Religion

Die Arbëresh bewahrten auch in ihren neuen Siedlungsgebieten ihre albanischen Bräuche und ihre byzantinische Liturgie. Noch heute tragen sie bei feierlichen Anlässen ihre traditionellen Trachten. Besonders die Gürtelschnallen der Frauen sind wegen ihrer von Hand aufwändig gefertigten Metallschmiedearbeiten bemerkenswert und zeigen meist den heiligen Georg, den Schutzpatron der Arbëresh.

Während die Kirchengemeinden der Arbëresh zunächst den römisch-katholischen Ortsbischöfen unterstanden, wurden im 20. Jahrhundert zwei italo-albanische Bistümer gegründet, die Eparchie Lungro in Süditalien sowie die Eparchie Piana degli Albanesi auf Sizilien.

Geschichte

Mit dem Vordringen des Osmanischen Reichs im 14. Jahrhundert nach Albanien flüchteten viele der damals christlichen Albaner nach Dalmatien, in südgriechische Gebiete und nach Italien. Die lokalen Feudalherren boten den Flüchtlingen in dünn besiedelten Gegenden Land an und gewährten ihnen das Bürgerrecht. Das Königreich Neapel und das Königreich Sizilien, welches unter der Krone von Aragon stand, waren hierbei im engeren Sinne die Aufnahmeländer der Arbëresh.

Siedlungsgebiete

Arbëresh siedeln in folgenden Ortschaften und Gemeinden (von Norden nach Süden):[3]

Fraktion oder Gemeinde Arbëresh-Dialekt Provinz oder Metropolitanstadt Region
Pievetta Bosco Tosca (Castel San Giovanni) Piacenza Emilia-Romagna
Pianiano (Cellere) Viterbo Latium
Villa Badessa (Rosciano) Badhesa Pescara Abruzzen
Campomarino Këmarini Campobasso Molise
Montecilfone Munxhufuni Campobasso Molise
Portocannone Portkanuni Campobasso Molise
Santa Croce di Magliano Campobasso Molise
Ururi Ruri Campobasso Molise
Casalnuovo Monterotaro Foggia Apulien
Casalvecchio di Puglia Kazallveqi Foggia Apulien
Chieuti Qefti Foggia Apulien
San Paolo di Civitate Foggia Apulien
Carosino Tarent Apulien
Faggiano Tarent Apulien
Monteiasi Tarent Apulien
Montemesola Tarent Apulien
Monteparano Tarent Apulien
Roccaforzata Tarent Apulien
San Giorgio Ionico Tarent Apulien
San Marzano di San Giuseppe Shën Marcani Tarent Apulien
Greci Katundi Avellino Kampanien
Barile Barilli Potenza Basilikata
Ginestra Zhura/Xhinestra Potenza Basilikata
Maschito Mashqiti Potenza Basilikata
Rionero in Vulture Potenza Basilikata
San Costantino Albanese Shën Kostadini Potenza Basilikata
San Paolo Albanese Shën Pali Potenza Basilikata
Amato   Catanzaro Kalabrien
Andali Dandalli Catanzaro Kalabrien
Arietta (Petronà) Catanzaro Kalabrien
Caraffa di Catanzaro Garafa Catanzaro Kalabrien
Gizzeria  Catanzaro Kalabrien
Marcedusa Marçëdhuza Catanzaro Kalabrien
Zagarise Catanzaro Kalabrien
Zagarona (Lamezia Terme) Catanzaro Kalabrien
Acquaformosa Firmoza Cosenza Kalabrien
Cantinella (Corigliano Calabro) Kantinela Cosenza Kalabrien
Castroregio  Kastërnexhi Cosenza Kalabrien
Cavalerizzo (Cerzeto) Kajverici Cosenza Kalabrien
Cerzeto Qana Cosenza Kalabrien
Civita Çifti Cosenza Kalabrien
Cervicati Çervikati Cosenza Kalabrien
Eianina (Frascineto) Ejanina Cosenza Kalabrien
Falconara Albanese Fallkunara Cosenza Kalabrien
Farneta (Castroregio) Farneta Cosenza Kalabrien
Firmo Ferma Cosenza Kalabrien
Frascineto Frasnita Cosenza Kalabrien
Lungro Ungra Cosenza Kalabrien
Macchia Albanese (San Demetrio Corone) Maqi Cosenza Kalabrien
Marri (San Benedetto Ullano) Marri Cosenza Kalabrien
Mongrassano Mungraxana Cosenza Kalabrien
Plataci Pllatëni Cosenza Kalabrien
Rota Greca Cosenza Kalabrien
San Basile Shën Vasili Cosenza Kalabrien
San Benedetto Ullano Shën Benedhiti Cosenza Kalabrien
Santa Caterina Albanese Picilia Cosenza Kalabrien
San Cosmo Albanese Strihari Cosenza Kalabrien
San Demetrio Corone Shën Mitri Cosenza Kalabrien
San Giorgio Albanese Mbuzati Cosenza Kalabrien
San Lorenzo del Vallo Cosenza Kalabrien
San Martino di Finita Shën Mërtiri Cosenza Kalabrien
Santa Sofia d’Epiro Shën Sofia Cosenza Kalabrien
Spezzano Albanese Spixana Cosenza Kalabrien
Vaccarizzo Albanese Vakarici Cosenza Kalabrien
Carfizzi Karfici Crotone Kalabrien
Pallagorio Puhëriu Crotone Kalabrien
San Nicola dell’Alto Shën Kolli Crotone Kalabrien
Biancavilla  Catania Sizilien
Bronte Catania Sizilien
San Michele di Ganzaria Catania Sizilien
Contessa Entellina Kundisa Palermo  Sizilien
Mezzojuso Munxhifsi Palermo  Sizilien
Palazzo Adriano Pallaci Palermo  Sizilien
Piana degli Albanesi Hora e Arbëreshëvet Palermo  Sizilien
Santa Cristina Gela Shëndha Stina Palermo  Sizilien
Sant’Angelo Muxaro Agrigent Sizilien

Zudem gibt es größere Arbëresh-Gemeinden in Mailand, Turin, Rom, Neapel, Bari, Cosenza, Crotone und Palermo. Ihre kulturelle und sprachliche Abstammung pflegen zudem Diaspora-Gemeinden in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Argentinien, Chile und Uruguay.

Bekannte Arbëresh

Literatur

  • Heidrun Kellner: Die albanische Minderheit in Sizilien: eine ethnosoziologische Untersuchung der Siculo-Albaner, dargestellt anhand historischer und volkskundlicher Quellen sowie eigener Beobachtung in Piana degli Albanesi; Albanische Forschungen, 10; Wiesbaden 1972.
  • Giovanni Armillotta: The Arbëreshët. The Christian Albanian emigration to Italy ; in: L’Osservatore Romano, Jg. 141, Nr. 139 (20. Juni 2001).

Weblinks

 Commons: Arbëresh  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Sprachenatlas der UNESCO. In: Unesco.org. Abgerufen am 31. Mai 2012 (english).
  2. Albanian, Arbëreshë: a language of Italy. In: Ethnologue.com. Abgerufen am 31. Mai 2012 (english).
  3. Comunità albanesi d'Italia. Arbitalia.it, abgerufen am 6. Februar 2016 (italiano).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Arbëresh (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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