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Appendix vermiformis


Die Appendix vermiformis[1] (kurz Appendix; von lateinisch appendix ‚Anhang’, zu appendere ‚zuwägen’[2]), zu Deutsch Wurmfortsatz, bezeichnet ein in der Regel bis zehn Zentimeter langes Anhängsel des Caecum (Blinddarm), welches in Einzelfällen jedoch deutlich länger sein kann. Die Appendix besitzt – wie andere Abschnitte des Verdauungstraktes auch – ein Lumen und den typischen Aufbau der Darmwand, in der allerdings zahlreiche Lymphfollikel zu finden sind. Das ist ein Hinweis auf Aufgaben bei der Immunabwehr (daher auch der Name Darmtonsille).

Anatomie

Die Appendix findet sich üblicherweise im rechten Unterbauch, liegt intraperitoneal und weist ein eigenes Mesenterium, das Mesoappendix (in Fachkreisen früher auch Mesenteriolum genannt) auf. Seine Lage in der Bauchhöhle ist recht variabel. Bei rund 65 % der Menschen liegt die Appendix aufsteigend hinter dem Zökum (retrocaecale Lage); in etwa 31 % der Fälle hat sie eine absteigende Lage[3]. Weitere Varianten sind möglich, z. B. im Oberbauch bei Caecumhochstand oder die linksseitige Lage im Fall des Situs inversus. Da der Abgang der Appendix vom Caecum relativ konstant ist, lässt sich dieser mit Hilfe des McBurney- oder Lanz-Punktes leicht lokalisieren. Die Appendix wird arteriell von der Arteria appendicularis aus der Arteria ileocolica versorgt.

Funktion

Glaubte man ursprünglich, dass die Appendix lediglich ein mittlerweile funktionsloses Rudiment darstelle, also ein Merkmal, das im Laufe der Evolution seine Funktion verloren hat, haben neuere Forschungen andere Hinweise ergeben. Nach einer Forschergruppe um William Parker von der Duke University in Durham (North Carolina, USA) können im Falle einer Durchfallerkrankung nützliche Darmbakterien die durch den Durchfall erfolgte Ausschwemmung der Darmbakterienflora zu Gunsten des Organismus überleben. In der Nische der Appendix vermiformis sind diese zusammen mit Molekülen des Immunsystems in eine Schleimschicht eingebetteten Bakterien geschützt und werden von den Zellen des den Wurmfortsatz umgebenden lymphatischen Gewebes mit Abwehrstoffen versorgt. Nach Abklingen der Durchfallerkrankung können die derart überlebenden Mikroben sehr schnell den Dickdarm erneut besiedeln und dabei schädliche Keime verdrängen.

Heute ist diese nützliche Funktion in erster Linie in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen für den Menschen von besonderer Bedeutung. Unter guten hygienischen Bedingungen ist die Appendix nach bisherigen Erkenntnissen überflüssig geworden, weshalb auch seine Entfernung nach einer Entzündung in der Regel in entwickelten Ländern keine negativen Auswirkungen für die betroffenen Menschen hat.[4]

Erkrankungen

Der Wurmfortsatz ist anfällig für Entzündungen, was zum Krankheitsbild der Appendizitis (Wurmfortsatzentzündung; umgangssprachlich fälschlicherweise oft „Blinddarmentzündung“, im Mittelalter auch Seitenkrankheit genannt[5]) führt. Die Erkrankung erfolgt meist schon im Kindesalter.[6] Am McBurney-Punkt lässt sich bei einer Appendizitis häufig ein Druckschmerz oder eine Abwehrspannung auslösen. Die Entfernung des Wurmfortsatzes wird als Appendektomie bezeichnet. Selten kommt auch ein Appendixkarzinom – eine bösartige Tumorbildung (Krebs) – vor.

Literatur

  • N. Papastavrou: Wurmfortsatz. In: Chirurgie historisch gesehen: Anfang - Entwicklung - Differenzierung. Hrsg. von F. X. Sailer und F. W. Gierhake, Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 132–138

Weblinks

 Commons: Vermiform appendix  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Federative Committee on Anatomical Terminology (FCAT) (1998). Terminologia Anatomica. Stuttgart: Thieme
  2. Renate Wahrig-Burfeind (Hrsg.): Wahrig. Illustriertes Wörterbuch der deutschen Sprache. ADAC-Verlag, München 2004, ISBN 3-577-10051-6, S. 63.
  3. Petra Köpf-Maier: Wolf Heidegger's Atlas of Human Anatomy. 6. Auflage. Verlag Karger, Basel 2004, ISBN 3-8055-7663-3 (Band 2), S. 196
  4. R. Randal Bollinger, Andrew S. Barbas u. a.: Biofilms in the large bowel suggest an apparent function of the human vermiform appendix. In: Journal of Theoretical Biology. 249, 2007, S. 826, doi:10.1016/j.jtbi.2007.08.032 .
  5. nach N. Gordon: Der Medicus, siehe herrmann-chirurgie.de: [1] , abgerufen am 24. Mai 2013
  6. Charité: Minimal-invasive Chirurgie Blinddarm (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)
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Kategorien: Lymphatisches System | Verdauungsapparat | Dickdarm

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