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Aposiopese


Die Aposiopese (von griechisch ἀποσιωπάω aposiōpáō, ‚verstummen‘; griechisch ἀποσιώπησις; lateinisch reticentia, auch obticentia, praecisio, interruptio) ist als Sonderform der Ellipse (phatische Ellipse) eine rhetorische Figur, bei der ein Satz abgebrochen wird, bevor er beendet ist, und der letzte Teil durch eine Pause ersetzt wird.[1] Der Abbruch kann z. B. emotionale Überwältigung (vgl. Pathos) oder eine unausgesprochene Drohung zum Ausdruck bringen. Manchmal kann man auch den Faden verloren haben oder nach einem Wort suchen. Dann ist es eine Aufforderung zur Hilfe. Oft ist es auch ein Abbruch, der auf gemeinsames Wissen und die Unnötigkeit der Fortsetzung des Satzes hinweisen soll. Der Dialogpartner soll den Satz in Gedanken oder laut ergänzen. In der heutigen Umgangssprache sehr häufig ist auch der Abbruch eines an einen Hauptsatz angeschlossenen Nebensatzes unmittelbar nach der Konjunktion und der Anschluss eines weiteren Hauptsatzes, z. B.: „Die Idee ist ganz gut, obwohl ... völlig überzeugt bin ich noch nicht.“

Eine Sonderform ist die apotropäische Aposiopese: Der Satz bleibt unvollendet, um einen heiligen oder verfluchten Namen nicht aussprechen, „berufen“ zu müssen.

Beispiele

„Caesar kam, sah und …“

„Guck mal, das ist ein …“

„Der kann mich mal …“

„Kommen Sie mit, Sie sind doch sicher auch …“

„Was! Ich? Ich hätt ihn –? Unter meinen Hunden –? Mit diesen kleinen Händen hätt ich ihn –?“

Heinrich von Kleist: Penthesilea

„Wenn es mir nicht gelingt, den Grafen augenblicklich zu entfernen: so denk’ ich – Doch, doch, ich glaube, er geht in diese Falle gewiß.“

Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti

„Kameraden! Dieser Brief – Freut euch mit mir!“

Friedrich Schiller: Die Räuber

„Meine Schwägerin, sagte mein Onkel Toby, würde es vielleicht genieren, käme ein Mann so nah an ihre****–. Setzt diesen Gedankenstrich und es ist eine Aposiopesis;“

Laurence Sterne: Tristram Shandy

„Quos ego –“

Vergil: Aeneis
Auf Deutsch:

„Euch werd’ ich –“

Vergil: Aeneis

Verwandte Stilfiguren

Einzelnachweise

  1. Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung. Franz Steiner, Stuttgart 1990, S. 438, § 887.

Kategorien: Rhetorischer Begriff

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