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Antonia die Jüngere


Antonia (* 36 v. Chr.; † 37 n. Chr.), zur Unterscheidung von ihrer gleichnamigen älteren Schwester die Jüngere (lateinisch: minor) genannt, war eine Tochter des römischen Politikers Marcus Antonius und der Octavia, der Schwester des Kaisers Augustus.

Leben

Antonia heiratete Nero Claudius Drusus, den Sohn von Augustus’ Frau Livia Drusilla aus früherer Ehe und Bruder des späteren Kaisers Tiberius. Ihre Kinder waren Germanicus, Livilla und der Kaiser Claudius. Sie war die Großmutter Caligulas und Agrippinas der Jüngeren und die Urgroßmutter Neros.

Nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahr 9 v. Chr. heiratete Antonia nicht wieder. Eng befreundet war sie mit Berenike, der Enkelin des jüdischen Königs Herodes des Großen, die als etwa 29- bis 30-jährige Witwe des jüdischen Prinzen Aristobulos 4 v. Chr. nach Rom gekommen war und sich dort niedergelassen hatte. Sie unterstützte aufgrund dieser freundschaftlichen Bindung nach dem Tode Berenikes sogar deren Sohn, Agrippa I., den späteren König von Judäa, mit erheblichen Geldbeträgen und rettete den verschwenderischen Prinzen dadurch vor dem Bankrott.[1]

Als Antonias Sohn Germanicus im Jahr 19 n. Chr. starb, wurde es ihr von Tiberius und Livia verboten, dem Begräbnis beizuwohnen. Nach dem Tod Livias im Jahr 29 übernahm sie die Erziehung der jüngsten Kinder von Germanicus und Agrippina der Älteren, Caligula und Drusilla.

Im Jahr 31 deckte sie eine Verschwörung des Prätorianerpräfekten Lucius Aelius Seianus auf, an der auch ihre Tochter Livilla beteiligt war. Dies führte zu Seianus’ Sturz und zu Livillas Tod. Claudius – ihre größte Enttäuschung (sie soll ihn als „Monster“ bezeichnet haben) – war das einzige ihrer Kinder, das sie überlebte.

Im Jahr 37 beging sie auf Befehl des neuen Kaisers Caligula – ihres Enkels – Suizid, nachdem sie Trauer über den Mord an ihrem jüngsten Enkel Tiberius Gemellus geäußert hatte. In Suetons Leben des Gaius wird jedoch erwähnt, dass Caligula ihr das Gift selbst gegeben haben könnte. Caligula hatte ihr zuvor noch den Ehrentitel Augusta verliehen.

Ihre Freigelassene Antonia Caenis wurde die Konkubine des Vespasian.

Anmerkungen

  1. Strabon: Erdbeschreibung, XVI, p. 765; Flavius Josephus: Jüdische Altertümer. (Antiquitates iudaicae). Buch XVIII 6,1-6)

Literatur

  • Nikos Kokkinos: Antonia Augusta. Portrait of a Great Roman Lady. Routledge, London u. a. 1992, ISBN 0-415-08029-0.
  • Walter Trillmich: Familienpropaganda der Kaiser Caligula und Claudius. Agrippina Maior und Antonia Augusta auf Münzen. De Gruyter, Berlin 1978, ISBN 3-11-007259-9 (Antike Münzen und geschnittene Steine 8).

Weblinks

 Commons: Antonia die Jüngere  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


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