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António de Spínola


António Sebastião Ribeiro de Spínola [ɐ̃ˈtɔniw sɨβɐʃtiˈɐ̃w̃ ʁiˈβɐjɾu dɨ ˈspinulɐ] (* 11. April 1910 in Estremoz, Alto Alentejo; † 13. August 1996 in Lissabon) war ein portugiesischer General und Politiker.

António Spínola war Sohn einer wohlhabenden aristokratischen Familie. Spínolas Vater, António Sebastião Spínola, war einer der engsten Finanzberater des langjährigen portugiesischen Diktators Salazar (1889–1970).

Während des Spanischen Bürgerkriegs kämpfte er als Freiwilliger auf Seiten Francisco Francos. An der Schlacht um Leningrad während des Zweiten Weltkriegs nahm er als Beobachter der Wehrmacht teil.

Von 1968 bis 1973 war er Militärgouverneur von Portugiesisch-Guinea (heute Guinea-Bissau), in dieser Funktion auch Oberbefehlshaber der Militäraktion Mar Verde, und danach stellvertretender Generalstabschef. Nach der Veröffentlichung seines Buches Portugal e o Futuro („Portugal und die Zukunft“), in dem er darlegte, dass der kostspielige Kolonialkrieg in Afrika militärisch nicht zu gewinnen sei, und für politische Reformen plädierte, wurde er im März 1974 seines Postens enthoben. Die Diktatur von Salazar, der „Estado Novo“ hatte in Portugal fast 50 Jahre geherrscht und das Land in eine völlige Erstarrung geführt. Es wurde 1974 von jungen Offizieren mit der Nelkenrevolution gestürzt. Im Zuge der Revolution im April 1974 war die einzige Bedingung für die Kapitulation des alten Regimes: der als neutral geltende General de Spinola übernimmt zunächst die Regierungsgewalt an der Spitze einer „Junta der Nationalen Rettung“. So wurde Spínola erster provisorischer Staatspräsident der Dritten Republik. Auf einer Pressekonferenz versprach er freie Parlamentswahlen und kündigte die Freilassung politischer Gefangener und die Aufhebung der Pressezensur an. Nach Auseinandersetzungen mit dem linken Flügel des Movimento das Forças Armadas trat er im September 1974 zurück.

Putschversuche

General Spínola wurde zunehmend zur zentralen Figur einer konservativen Opposition und musste nach dem Putschversuch am 11. März 1975 aus Portugal fliehen. Nach Stationen in Brasilien und Paris gelangt er im Februar 1976 in die Schweiz unter der Auflage, jegliche politische Tätigkeit zu unterlassen. Er hatte Kontakt zu General Ernesto Geisel in Brasilien aufgenommen und war am 25. März 1976 für Waffenlieferungsverhandlungen in Düsseldorf. Mit der Wallraff-Enthüllung am 7. April (escândalo Wallraff)[1] wurden seine Ambitionen vereitelt. Die Medien im europäischen Ausland berichteten sehr ausführlich über den Skandal, während sich in der Bundesrepublik Deutschland lediglich das ARD-Magazin Panorama, der Stern sowie die auflagenschwachen Blätter antifaschistischer Ausrichtung des Vorganges annahmen. Am 9. April musste er die Schweiz verlassen und flog nach Brasilien. [2]

1976 kehrte er aus dem Exil zurück. Zwei Jahre später wurde er rehabilitiert, spielte aber politisch keine Rolle mehr. Im Jahre 1981 wurde ihm der Ehrentitel eines Marschalls verliehen.

Spínola wurde international berühmt als der „Mann mit dem Monokel“.

Literatur

  • Douglas Porch: The Portuguese Armed Forces and the Revolution, London 1977.
  • John Cann: Counterinsurgency in Africa. The Portuguese Way of Warfare, 1961-1974, Westport 1997.
  • de Spinola, Marshal Antonio Sebastiao Ribeiro (1910-1996), in: Ian F. W. Beckett: Encyclopedia of Guerilla Warfare, New York 2001, S. 54f.
  • António Ribeiro de Spínola, in: Internationales Biographisches Archiv 50/1996 vom 2. Dezember 1996, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Günter Wallraff, Hella Schlumberger: Aufdeckung einer Verschwörung. Die Spinola-Aktion. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1976.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Quando Spínola quis invadir Portugal com ajuda do Brasil , Público, 29. April 2014
  2. Die finsteren Pläne des Generals , NZZ, 4. April 2016
VorgängerAmtNachfolger
Américo TomásPräsident von Portugal
1974
Francisco da Costa Gomes


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/António de Spínola (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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