Anna-Luisen-Stift (Bad Blankenburg) - LinkFang.de





Anna-Luisen-Stift (Bad Blankenburg)


Das Anna-Luisen-Stift ist ein evangelisches Stift in Bad Blankenburg (Thüringen), Mutterhaus in Eisenach.

Geschichte

Das heute in der Behandlung vor allem autistischer Störungen erfolgreich tätige Werk war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein Waisenhaus. Als solches wurde es, wie erst zur Hundertjahrfeier des Stifts wiederentdeckte Sargrechnungen aus der Zeit 19201945 auswiesen, in diesen Jahren ein Ort der Kindesmisshandlung und des Mordes an über 300 Kindern.

Die Nachforschungen ergaben, dass die beiden zuständigen Stift-Leiterinnen, die Diakonisse Ida Cyliax († Oktober 1945) und Frieda Lätzsch in dieser Zeit systematisch, wenn auch ideologiefrei Folter und Totschlag an ihren Schützlingen praktizierten. Nicht die aufkommende Vorstellung von „Euthanasie“ und sogenanntem „lebensunwertem Leben“ der Nationalsozialisten, sondern der ökonomische Vorteil und die Gelegenheit schienen die beiden Schwestern veranlasst zu haben, über die Jahre Hunderte von Kindern grausam zu quälen, zu schlagen, verhungern und verbluten zu lassen.

Diese Torturen dürften kurz nach 1920 begonnen haben, wurden aber erst nach einer Evakuierung des Stifts im Jahre 1941 entdeckt. Doch selbst die Forderung der untersuchenden NS-Ärzte Albrecht und Kloos, deren Landesheilanstalt in Stadtroda selbst Euthanasie-Maßnahmen durchführte, die Stift-Leiterinnen abzusetzen, drangen nicht durch. Das Desinteresse daran mag sich auch dadurch erklären, dass das Stift durch einen lebhaften Schwarzhandel mit den Kindern zugedachten Lebensmitteln sowie anderen Gütern eine größere Zahl von Verwandten der Schwestern wie auch Ortsansässige versorgte.

So sicherten sich nicht nur die beiden Leiterinnen selbst auf diese Weise materiell ab, sondern auch das Stift als solches wies, als eine von wenigen diakonischen Einrichtungen, Gewinne auf, und so belobigte Pfarrer Gerhard Phieler, zuständiger Leiter der Inneren Mission in Thüringen, die Schwestern des Stifts auch noch für ihren „aufopferungsvollen christlichen Dienst am Nächsten“.

Ihnen wurde erst mit Kriegsende Einhalt geboten. Bis dahin waren nachweislich 300 Kinder und Säuglinge von den Diakonissen getötet worden.

Literatur

  • Anna-Luisen-Stift Bad Blankenburg 1901-2001; hg. v. d. Ev. Stiftung Christopherushof, Bad Blankenburg 2001
  • Jürgen Wollmann, Christoph Schellenberger, Karolin Schulz, Ilka Hesse: L E B E N S W E R T - Arbeitshilfe für die Jugendarbeit - Entwurf eines Friedensgebets zum 1. September 2009 Evangelische Kirche in Mitteldeutschland 2009 (online als: PDF 40 Seiten 370 KB , mit weiteren Links und Literaturhinweisen, aufgerufen am 22. September 2010)

Weblinks


Kategorien: Diakonische Einrichtung | Christentum in Thüringen | Bad Blankenburg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Anna-Luisen-Stift (Bad Blankenburg) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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