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Anderkonto


Ein Anderkonto oder Treuhandanderkonto ist eine spezielle Form des Treuhandkontos. Ein Treuhandkonto ist grundsätzlich ein in eigenem Namen, aber für fremde Rechnung unterhaltenes Konto. Der Inhaber des Anderkontos verwaltet dieses für den Dritten treuhänderisch.

Verdeckte und offene Treuhandkonten

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen verdeckten und offenen Treuhandkonten. Verdeckte Treuhandkonten geben keinen Aufschluss über das Treuhandverhältnis. Offene Treuhandkonten beinhalten einen Zusatz in der Kontobezeichnung, der auf das Treuhandverhältnis hinweist. Zu dieser Form der Treuhandkonten gehören neben dem Anderkonto auch weitere sonstige offene Treuhandkonten: private wie Mietkautionssparbücher oder gesetzliche, etwa im Zuge einer Insolvenz vom Insolvenzverwalter geführte Konten.

Rechtliche Behandlung und Regelungen der Banken

Während für ein gewöhnliches Treuhandkonto keine besonderen juristischen Regeln gelten, fallen Guthaben auf Anderkonten bei Insolvenz des Treuhänders nicht in seine Vermögensmasse. Nach § 47 der Insolvenzordnung besteht in Deutschland ein Recht auf Aussonderung des Treuhandvermögens aus der Insolvenzmasse. Die Guthaben sind daher besonders geschützt.

Für diese Konten gelten besondere Geschäftsbedingungen der Banken. Hierin heißt es u. a.: „Diese Anderkonten […] sind nicht dafür bestimmt, eigenen Zwecken des Inhabers zu dienen.“ Auch damit wird deutlich gemacht, welchen Zweck ein Anderkonto hat. Weiterhin hat die Bank den wirtschaftlich Berechtigten zu erfragen und zu speichern.

Personenkreis und Anwendung

Anderkonten werden im Regelfall von Rechtsanwälten, Notaren, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, aber auch Pfarrern geführt.

Das anwaltliche Berufsrecht legt strenge Maßstäbe an die Behandlung von fremdem Geld. Wenn der Anwalt erkennt, dass er (gleich aus welchem Grunde) fremdes Geld nicht innerhalb eines Monats an den Berechtigten weiterleiten kann, so muss er ein Anderkonto anlegen und das Geld auf dieses überweisen, § 43a Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) i.V.m. § 4 Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA). Für geringere Einzelbeträge ist ausnahmsweise auch die Führung eines Sammelanderkontos erlaubt.

Bei Immobiliengeschäften kann vertraglich vereinbart werden, dass der Kaufpreis vom Käufer zunächst auf ein Anderkonto des Treuhänders (meist Rechtsanwalt oder Notar) gezahlt wird. Dadurch wird die vorzeitige Darlehensauszahlung (Valutierung) zur Kaufpreisabwicklung ermöglicht, solange die Grundschuld noch nicht eingetragen ist. Der Treuhänder trägt die Gewähr für die zweckmäßige Verwendung der Gelder (Treuhandauftrag).

Für das Anderkonto wird eine Hebegebühr fällig.

Siehe auch


Kategorien: Bankwesen

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