Amitai Etzioni - LinkFang.de





Amitai Etzioni


Amitai Etzioni (* 4. Januar 1929 in Köln als Werner Falk) ist ein US-amerikanischer Soziologe deutscher Herkunft und bekannt für seine Arbeiten zum Kommunitarismus sowie seine politischen Aktivitäten. Er war 86. Präsident der American Sociological Association.

Etzioni befasst sich mit einem breiten Spektrum von Themen und formuliert u.a. ein Gegenmodell zur neoliberalen Ökonomie.

Leben

Etzioni floh 1936 mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten nach Palästina. 1946 brach er die Schule ab und schloss sich als Mitglied des Palmach dem Kampf gegen die britische Mandatsherrschaft an. Nach Ende des israelischen Unabhängigkeitskriegs traf er 1950 auf Martin Buber, dessen dialogisches Prinzip Etzioni entscheidend prägte. Er studierte für ein Jahr an der Universität von Kalifornien in Berkeley und erhielt später eine Stelle als Soziologe an der Columbia-Universität in New York, wo er als Professor für Soziologie 20 Jahre lehrte. Er war ein vehementer Gegner des Vietnamkriegs. 1978 wurde er Mitglied der liberalen Washingtoner Denkfabrik Brookings Institution. Er war Berater des US-Präsidenten Jimmy Carter und bekam 1980 einen Lehrstuhl an der George Washington University in Washington, D.C.

Sein Hauptwerk Active Society (1968) ist eine makrosoziologische Theorie politischer und gesellschaftlicher Prozesse. Es ist inhaltlich geprägt durch ein theoretisches Plädoyer für die gesellschaftliche Selbstregulation von unten her (societal guidance) durch die Aktiven und ihr engagiertes selbstbestimmtes Handeln in der Gesellschaft. Er prägte in diesem Zusammenhang den politikwissenschaftlichen Begriff der „Responsivität“: die Möglichkeit einer Organisation oder Gesellschaft, sensibel auf Anliegen ihrer Mitglieder zu reagieren.

Insgesamt hat er 24 Bücher geschrieben. 2009 wurde er für seine Arbeiten zum Kommunitarismus mit dem Meister-Eckhart-Preis ausgezeichnet.

Etzioni ist verheiratet und hat fünf Söhne.

Schriften

  • Vom Empire zur Gemeinschaft. Ein neuer Entwurf der internationalen Beziehungen. Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-10-017024-8 (Originaltitel: From Empire to Community. Übersetzt von Karin Wördemann).
  • Die aktive Gesellschaft. Eine Theorie gesellschaftlicher und politischer Prozesse. Verlag für Sozialwissenschaft, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16583-7 (Originaltitel: The active Society. Übersetzt von Sylvia und Wolfgang Streeck).
  • Hans U. Nübel und Jürgen Hunke (Hrsg.): Der dritte Weg zu einer guten Gesellschaft. Auf der Suche nach der neuen Mitte. Miko-Edition, Hamburg 2001, ISBN 3-935436-06-8.
  • Jeder nur sich selbst der Nächste? In der Erziehung Werte vermitteln. Hrsg., eingel. und mit Kommentaren versehen von Hans Nübel. (Herder) Freiburg, Basel, Wien 2001.
  • The monochrome society. (Princeton Univ. Press) Princeton 2001.
  • Essays in socio-economics. (Springer-Verlag) Heidelberg 1999.
  • Martin Buber und die kommunitarische Idee. Vortrag vom 13. Juli 1998. (Picus) Wien 1999.
  • The limits of privacy. (Basic Books) New York 1999.
  • Die Verantwortungsgesellschaft. Individualismus und Moral in der heutigen Demokratie, Campus, Frankfurt am Main 1997 ISBN 3-59335820-4 (Original: The New Golden Rule. Community and Morality in a Democratic Society, 1996)
  • Die Entdeckung des Gemeinwesens. Ansprüche, Verantwortlichkeiten und das Programm des Kommunitarismus, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 1995 ISBN 3-7910-0923-0 (Original: The Spirit of Community. Rights, Responsibilities, and the Communitarian Agenda, 1993.)
  • Jenseits des Egoismus-Prinzips. Ein neues Bild von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. (Schäffer-Poeschel) Stuttgart 1994. Zweite Auflage unter dem Titel: Die faire Gesellschaft. Jenseits von Sozialismus und Kapitalismus. (Fischer-Taschenbuch) Frankfurt/M. 1996. (Original: The Moral Dimension. Towards a new economics, 1988)
  • Die zweite Erschaffung des Menschen. Manipulationen der Erbtechnologie. (Westdeutscher Verlag) Opladen 1977. (Original: Genetic fix. The Next Technological Revolution, 1973)
  • Soziologie der Organisation. (Juventa) München 1967. (Original: Modern Organizations, 1964)
  • Der harte Weg zum Frieden. Eine neue Strategie. (Vandenhoeck & Ruprecht) Göttingen 1965. (Original: The Hard Way to Peace. A New Strategy, 1965)
  • A Comparative Analysis of Complex Organizations. On Power, Involvement, and Their Correlates. (The Free Press) New York 1961.

Literatur

Siehe auch

Weblinks


Kategorien: Präsident der American Sociological Association | Hochschullehrer (George Washington University) | Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus | Geboren 1929 | Hochschullehrer (Columbia University) | Soziologe (21. Jahrhundert) | Soziologe (20. Jahrhundert) | US-Amerikaner | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Amitai Etzioni (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.