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Alzenau


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Alzenau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: AschaffenburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 126 m ü. NHN
Fläche: 59,32 km²
Einwohner: 18.839 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 318 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63755
Vorwahl: 06023
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 111
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hanauer Straße 1
63755 Alzenau
Webpräsenz: www.alzenau.de
Bürgermeister: Alexander Legler (CSU)
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Alzenau (bis 31. Dezember 2006 amtlich Alzenau i.UFr.)[2][3] ist eine Stadt im Norden des unterfränkischen Landkreises Aschaffenburg. Sie ist eine von 13 leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern. Hier fand 2015 die Bayerische Gartenschau „Natur in Alzenau“ statt.

Geographie

Geographische Lage

Alzenau liegt am östlichen Rand des Rhein-Main-Gebietes im unteren Kahlgrund. Die meisten Stadtteile schmiegen sich an oder zwischen die Hänge der westlichen Ausläufer des Spessarts mit dem Hahnenkamm (436 m ü. NN). Mit rund 2600 ha Wald und 85 ha Weingärten besteht der Name Stadt im Grünen wohl zu Recht. Trotzdem ist über die benachbarte A 45 bzw. über die Kahlgrundbahn Aschaffenburg, Hanau oder Frankfurt am Main schnell erreichbar. Der topographisch höchste Punkt der Stadtgemarkung befindet sich auf dem Gipfel des Hahnenkamms mit 436 m ü. NN , der niedrigste liegt östlich von Dettingen am Forchbach auf 108 m ü. NN .

Der Stadtteil Alzenau selbst liegt zwischen Kälberau und Kahl am Main auf 127 m ü. NN und wird von der Kahl durchflossen. Südlich von Alzenau befindet sich die Ortschaft Wasserlos. Der höchste Punkt der Kernstadtgemarkung befindet sich unterhalb des Gipfels des Hahnenkamms mit 403 m ü. NN , der niedrigste liegt an der Kahl auf 113 m ü. NN .[4]

Nachbargemeinden

Gemeinde
Rodenbach
Gemeinde
Freigericht
Gemeinde
Kahl am Main
Markt Mömbris
Gemeinde
Karlstein am Main
Gemeinde Johannesberg

Stadtgliederung

Alzenau hat sechs Stadtteile:[5]

Stadtteil Einwohner[6] Höhe
(m u. NN)
Albstadt 1308 160
Alzenau 7308 126
Hörstein 3335 150
Kälberau 1341 139
Michelbach 2961 141
Wasserlos 2660 173
Stadt Alzenau 18.952

Der Weiler Dörsthöfe und das Schloss Maisenhausen sind keine amtlich benannten Ortsteile.

Die untergegangenen Dörfer Bruchhausen und Prischoß befanden sich auf dem heutigen Gebiet der Stadt Alzenau. Die früheren Ortsteile Elze, Oberschur und Sachsenhausen sind heute baulich mit Alzenau verwachsen und werden nun als Wohngebiete bezeichnet.[7]

Name

Etymologie

Das der städtischen Siedlung vorangehende Dorf Wilmundsheim vor der Hart schrieb man im 10. Jahrhundert noch Vuillimundesheim. Das Bestimmungswort in diesem Namen ist der Personenname Willimund. Der Namenszusatz „vor der Hart“ enthält das mittelhochdeutsche Wort hart für Wald und bezieht sich auf das Waldgebiet der Hohen Mark. Wovon sich der spätere Ortsname Alzenau tatsächlich ableitet, ist nicht genau bekannt. Es werden zwei Erklärungen genannt:

  • Der Name der Burg All zu nahe, der darauf zurückzuführen ist, wie sehr die darunterliegende Siedlung unter ihr zu leiden hatte, wurde mit dem frühneuhochdeutschen Grundwort au (Wiese) versehen und auf die Siedlung übertragen.[8] Der Burgenname All zu nahe wird auch in der Gründungssage genannt.
  • Der Name Alzenau bildete sich aus einer Verballhornung der alten Wörtern Altze – vergleiche urgermanisch *alisō[9] – für „Erle“ und ahe für „bach“. Der damit gemeinte mit Erlen bestandene Bach beschreibt also den Lauf des Flusses Kahl, an dem die kleine Siedlung unterhalb der Burg entstand.[10]

Die Endung „au“ wurde entweder von anderen naheliegenden Orten wie Kälberau oder Hanau abgeschaut oder durch eine Art Rechtschreibreform im Mainzer Bistum geändert.[10] Die Zusatzbezeichnung „in Unterfranken“, zeitweise auch „in Mainfranken“, wurde im 20. Jahrhundert zur Abgrenzung von Alzenau in Schlesien geführt, heute Olszanka in Polen.[8] Im Kahlgründer Dialekt wird die Stadt Alsenah,[11] seine Einwohner Alsenehcher genannt.

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[8]

  • 953 Vuillimundesheim
  • 1000 Uuillimuntesheim
  • 1175 Willemundesheim
  • 1282 Wilmosheim
  • 1311 Wilmundsheim
  • 1339 Wilmatsheym
  • 1361 Wylmutzheym
  • 1487 Wolmetßheim bey Altzenahe
  • 1515 Wolmezheim vel Alzena
  • 1529 Altzenaue
  • 1805 Alzenau
  • 1929 Alzenau in Unterfranken
  • 2007 Alzenau

Geschichte

Urgeschichte

In der Gemarkung Alzenau gibt es archäologische Fundstellen von Gräbern der Glockenbecherkultur (2600 v. Chr.), Brandgräbern der älteren Urnenfeldzeit (~1000 v. Chr.) und Siedlungen und Gräbern der Hallstattzeit (ältere Eisenzeit).

Mittelalter

Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung von Alzenau stammt aus dem Jahr 950. Links der Kahl wird die Ortschaft Wilmundsheim erwähnt.

Alzenau war der Hauptort des gleichnamigen Gerichts Alzenau, und war eines der vier Gerichte, die das Freigericht Alzenau bildeten. Der älteste erhaltene Beleg für das Freigericht stammt von 1309. Die goldenen Reiser im Stadtwappen symbolisieren dieses Erbe. Das Freigericht war zwar reichsunmittelbar, aber das Reich verpfändete oder vergab das Gebiet immer wieder. So wechselten die Landesherren, zu denen die Herren und späteren Grafen von Hanau, die Herren von Randenburg und die Herren von Eppstein zählten.

Die Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz waren seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Besitz des Wildbanns und errichteten zum Schutz ihrer örtlichen Rechte zwischen 1395 und 1399 die Burg Alzenau, rechts der Kahl, gegenüber von Wilmundsheim. 1401 wurden der Siedlung unterhalb dieser Burg durch König Ruprecht von der Pfalz die Stadt- und Marktrechte verliehen, ohne dass es dann auch zu einer städtischen Entwicklung kam.[12] Später verschmolz das alte Wilmundsheim mit der Siedlung rechts der Kahl, von der es den Namen übernahm.

Neuzeit

Im Jahr 1500 belehnte der römisch-deutsche König Maximilian I. den Erzbischof von Mainz und den Grafen von Hanau-Münzenberg gemeinsamen mit dem Freigericht, das sie nun als Kondominat verwalteten. Da im Freigericht auch zur Zeit des Kondominats die kirchliche Jurisdiktion bei den Erzbischöfen von Mainz verblieb, konnte sich die Reformation – im Gegensatz zur Grafschaft Hanau-Münzenberg – hier nicht durchsetzen. Alzenau blieb römisch-katholisch.

Als Graf Johann Reinhard III. 1736 als letzter männlicher Vertreter Hauses Hanau starb, erbte die Grafschaft Hanau-Münzenberg, zu der seitens Hanau auch dessen Anteil am Kondominat Alzenau zählte, aufgrund eines Erbvertrages die Landgrafschaft Hessen-Kassel. Ob sich dieses Erbe auch auf das Kondominat erstreckte, war in den folgenden Jahren zwischen Kurmainz und Hessen-Kassel heftig umstritten. Der Streit endete in einem Kompromiss, der eine Realteilung des Kondominats vorsah. Alzenau fiel dabei an Kurmainz. Das Mainzer Rad im Stadtwappen erinnert noch heute daran.

Der Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 schlug das Amt Alzenau der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zu, aus der 1806 das Großherzogtum Hessen hervorging. Infolge des am 30. Juni 1816 zu Frankfurt a. M. zwischen Österreich, Preußen und Hessen-Darmstadt abgeschlossenen Vertrags und nach Übereinkunft vom 7. Juli 1816 kam Alzenau zum Königreich Bayern.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, dessen Hauptort Alzenau wurde. Mit dem Bau der Kahlgrundbahn erhielt der Ort – und mit ihm der ganze Kahlgrund – ab 1898 Anschluss an das Schienennetz. Die Kahlgrundbahn begünstigte die Industrialisierung, insbesondere siedelten sich Zigarrenfabriken an, die letzte wurde erst in den 1960er Jahren geschlossen. 1902 bestanden im Kahlgrund 21 Zigarrenfabriken mit 850 Beschäftigten, einige davon in Alzenau in Unterfranken.

Eingemeindungen

1951 erhielt Alzenau vom Freistaat Bayern erneut das Stadtrecht. Im Zuge der Kreisreform wurden die Landkreise Alzenau und Aschaffenburg am 1. Juli 1972 zusammengelegt. Bereits am 1. Januar 1972 wurde Kälberau eingemeindet. Es folgten die Gemeinden Albstadt und Wasserlos am 1. Juli 1972,[13] der Markt Hörstein und die Gemeinde Michelbach am 1. Juli 1975.[14]

Religionen

  • Römisch-katholische Kirchengemeinde Sankt Justinus; der überwiegende Teil der Bevölkerung ist römisch-katholischen Glaubens.
  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Peter und Paul
  • Islamisch-Sunnitische Gemeinde seit mehreren Jahrzehnten, Moschee Alzenau – Yavuz Sultan Selim Han Camii – freie Moschee ohne Dachverband

Politik

Stadtrat

Der Alzenauer Stadtrat hat 24 Mitglieder plus den stimmberechtigten Bürgermeister.

Wahlen zum Alzenauer Stadtrat
Wahltermin Wahlbeteiligung CSU SPD FDP Grüne FW/PWG KL
03. März 2002 58,4 % 12 Sitze 6 Sitze 2 Sitze 2 Sitze 2 Sitze
02. März 2008 58,8 % 11 Sitze 5 Sitze 2 Sitze 3 Sitze 2 Sitze 1 Sitz
16. März 2014 48,3 % 11 Sitze 5 Sitze 2 Sitze 3 Sitze 3 Sitze

KL: Kälberauer Liste (Ortsteilliste), einmalig 2008 angetreten

Wappen

Blasonierung: In Rot über zwei gekreuzten goldenen Zweigen ein sechsspeichiges silbernes Rad.

Geschichte des Wappens: Das Wappen wird seit 1926 geführt. Das sechsspeichige silberne Mainzer Rad erinnert an die Zugehörigkeit Alzenaus zum Erzstift Mainz. Die beiden goldenen Zweige waren das Ernennungsymbol für die Beamten des Freigerichts, die von freien Märkern auf dem Märkerding gewählt wurden.

Städtepartnerschaften

Dialekt und Mundart

In Alzenau wird, wie in den umgebenden Orten, der Untermainländische Dialekt als Unterform des Rheinfränkischen (hessisch) gesprochen. Man spricht nicht, wie oft geglaubt den Unterfränkischen Dialekt. Als Variation des Untermainländischen wird der Kahlgründer Dialekt gepflegt. Er selbst unterscheidet sich auch von den angrenzenden untermainländischen Sprachgebieten wie dem Aschaffenburger oder Großostheimer Dialekt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Stadt zeichnet sich auch durch eine außergewöhnlich hohe Anzahl an ansässigen Unternehmen aus, die zum großen Teil aus High-Tech-Branchen stammen. 1999 erhielt Alzenau den Qualitätspreis „Wirtschaftsfreundliche Gemeinde“ aus der Hand des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Verkehr und Technologie.

Land- und Forstwirtschaft, Weinbau

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 62 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Es bestanden im Jahr 1999 82 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1429 ha. Davon waren 1096 ha Ackerfläche und 257 ha Dauergrünfläche.

In den Ortsteilen Michelbach, Wasserlos und Hörstein wird Frankenwein angebaut. Auch in Albstadt wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts Weinbau betrieben. Daran erinnert noch die Gemarkung Wingertsberg. Der Weinbau wurde durch die Mönche des Klosters in Seligenstadt nach Alzenau gebracht. Insgesamt hat jedoch die Land- und Forstwirtschaft für die Gemeinde an Bedeutung verloren.

Verkehr

Alzenau hat drei Abfahrten von der Bundesautobahn 45. Die neuste Anschlussstelle „Alzenau Mitte“ wurde am 23. November 2007 nach vielen Jahren Planungszeit eröffnet, sodass von der Verbindungsstraße zwischen Alzenau und Kahl aufgefahren werden kann. Die Industriegebiete in Kahl und Alzenau erhalten so eine bessere Anbindung an die Autobahn. Die Kahlgrundbahn verbindet den Ort mit dem Bahnhöfen Kahl am Main und Hanau, wo eine direkte Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn in Richtung Frankfurt am Main oder den Fernverkehrszügen besteht.

Die einzelnen Stadtteile werden durch die City-Bus-Linien angefahren. Eine Linie fährt in beiden Richtungen stündlich von Somborn über Albstadt, Michelbach, Kälberau, Alzenau und durch die Stadtteile Wasserlos und Hörstein als Regionalbus weiter nach Karlstein über den Bahnhof Dettingen, wo in die Regionalzüge nach Aschaffenburg und Würzburg (Sitze der Kreis- bzw. Bezirksverwaltung) umgestiegen werden kann, bis nach Aschaffenburg.

Die verkehrsgünstige Lage ist für die Stadt ein entscheidender Standortfaktor, der Flughafen Frankfurt am Main lässt sich mit dem PKW innerhalb von 30 bis 40 Minuten erreichen.

Ansässige Unternehmen

Eine Auswahl einiger Unternehmen, die in Alzenau ansässig sind:

Einrichtungen

Verwaltungseinrichtungen und Behörden

Bildungseinrichtungen

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 764 Kindergartenplätze mit 705 Kindern
  • Volksschulen: vier mit 81 Lehrern und 1432 Schülern
  • Realschulen: eine mit 45 Lehrern und 1000 Schülern
  • Hahnenkammschule zur Lernförderung
  • Spessart-Gymnasium Alzenau mit ca. 1500 Schülern
  • Stadtbibliothek Alzenau
  • Städtische Musikschule Alzenau
  • VHS Kahl-Alzenau-Karlstein, Nebenstelle Alzenau
  • „Grünes Klassenzimmer“ im Stadtwald

Freizeit- und Sportanlagen

In jedem Stadtteil befinden sich Hallen und Sportplätze für die zahlreichen Sportvereine. Es sind in jedem Stadtteil Spielplätze, sowie teilweise (in Alzenau) auch Bolzplätze, Basketballkörbe und Skateranlagen vorhanden. Im Sommer sind das Waldschwimmbad und der Meerhofsee geöffnet. Zudem ist das Schwimmbecken der Edith-Stein-Realschule an einigen Abenden der Woche für die Allgemeinheit geöffnet. Die aus dem stillgelegten Braunkohletagebau entstandenen Gewässer der Kahler Seenplatte befinden sich ebenfalls im Umkreis von fünf bis zehn Kilometer.

Der FC Bayern Alzenau trägt die Heimspiele im Städtischen Stadion am Prischoß aus.

Gesundheit

  • Kreiskrankenhaus Alzenau-Wasserlos

Senioren

  • Caritas-Sozialstation St. Paulus
  • Senioren-Tagesstätte Alzenau
  • Wohnpark am Hauckwald
  • BRK Seniorenwohnen

Jugend

  • Jugendtreff „Teestube“
  • Jugendzentrum „Jump In“
  • Skateanlage

Entsorgung

  • Recyclinghof
  • 6 Grünabfallsammelplätze

Natur

  • Ein bedeutendes landschaftliches Element ist in Alzenau die große Fläche an Streuobstwiesen, die mit ihren hochstämmigen einzelnen Bäumen einen wichtigen Lebensraum für selten gewordene Arten wie Neuntöter oder Steinkauz darstellen. Das Pflanzen hochstämmiger Obstbäume wird von der Stadt finanziell gefördert.
  • Ökologisch sehr bedeutend sind darüber hinaus die Sandmagerrasenflächen im Naturschutzgebiet „Alzenauer Sande“, auf denen einige bedrohte und gefährdete Ödlandarten einen Lebensraum finden.
  • Auf der Gemarkung der Stadt Alzenau befinden sich einige Seen:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadtkern

  • Auf der Burg Alzenau finden im Sommer die Burgfestspiele, die AlzenauClassics und im Herbst die Fränkischen Musiktage im Rahmen des „Musikzaubers Franken“ des Bayerischen Rundfunks statt.
  • Zur Tradition der barocken Pfarrkirche St. Justinus schlagen die Alzenauer eine Brücke bis zum Jahr 834. Seinerzeit brachte der Erzbischof Otgar von Mainz die Gebeine des Heiligen Justinus aus Rom mit. Sie kamen in die Justinuskirche in Frankfurt-Höchst und von dort 1298 ins Stift St. Alban vor Mainz; ein Teil der Reliquie gelangte aber auch ins Kloster bei der Einhard-Basilika von Seligenstadt. Da die dortigen Benediktiner die alte Pfarrkirche von Wilmundsheim, die auf dem heutigen Friedhofsgelände lag, mit betreuten, wurde eine Querverbindung gezogen und der Heilige Justinus in Alzenau verehrt. Von der abgerissenen Wilmundsheimer Kirche ist nur noch ein einziges Kapitell übrig; der heutige barocke Kirchenbau am Marktplatz stammt von 1758.
  • Das 1860–1862 errichtete Rathaus war als Schule geplant, wurde dann aber Königlich-Bayerisches Bezirksamt. Ein Anbau von 1974 in Buntsandstein bringt zeitgenössische Architektur mit dem klassizistischen Bau zusammen.
  • Das älteste Gasthaus der Stadt, allgemein „Max“ genannt, wurde 1744 erstmals als „Wirtshaus“ aus dem Besitz des Klosters Seligenstadt genannt; in dieser Urkunde wurde es an einen Alzenauer Wirt verkauft. Der heutige Besitzer, der das von Parthenocissus überrankte Gebäude 1995 erwarb, richtete 2004 hier ein Hotel mit kleiner Brauerei ein, die damit wirbt, Bier nach dem Reinheitsgebot von 1516 herzustellen.
  • Die Villa Meßmer beherbergt heute eine Gaststätte in einem Park mit historischem Baumbestand.
  • Der Solarparcours erläutert die Anwendungsbereiche der Photovoltaik anhand von 20 Beispielen im Innenstadtbereich (3,5 km langer Parcours) sowie außerhalb (Gesamtparcours 12 km). Bei diesem Solar-Lehrpfad handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Alzenau mit dem ortsansässigen Unternehmen Schott Solar (vormals: ASE), welches die Solarmodule in Alzenau großindustriell herstellte.
  • In Alzenau stand unweit des heutigen Maximilian-Kolbe-Hauses eine Synagoge der im Ort jahrhundertelang existierenden Jüdischen Gemeinde. Das dort aufgestellte Denkmal ruft in Erinnerung, dass das Gotteshaus zerstört und die jüdischen Einwohner zur Vernichtung deportiert wurden.[15]

Ortsteile/Umland

Einige Fahrrad- und Wanderwege rund um Alzenau sind als Europäische Kulturwege Alzenau I, II und III eingebunden in das von 2000 bis 2003 von der EU geförderte Projekt Pathways to Cultural Landscapes. Auf diesen Routen sind die markanten Zielpunkte beschildert und dokumentiert. Beispiele:

  • Der Wallfahrtskirche Kälberau aus mehreren Bauphasen (14. bis 16. Jahrhundert) mit großem Erweiterungsbau von 1955 bis 1957 ist ein Pallottiner-Kloster angegliedert. Die Wallfahrtskirche beherbergt als Gnadenbild die Statue Maria zum rauhen Wind. Verbunden ist der Komplex mit einem 1,5 km langen Radweg zum Gedächtnis der Schmerzen Mariens zur Burg Alzenau und im weiteren Verlauf mit einem Wanderweg zum Aussichtsturm und Gastlokal auf dem Hahnenkamm (Zweiter Alzenauer Kulturweg „Wald und Wallfahrt“).
  • Im Schloss zu Wasserlos befindet sich heute das Kreiskrankenhaus.
  • Der Jüdische Friedhof zwischen Hörstein und Wasserlos ist einer der größten im Landkreis Aschaffenburg. Er wurde 1812 angelegt, im Nationalsozialismus schwer verwüstet und nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert. Es sind 266 Grabsteine erhalten.
  • Die katholische Pfarrkirche zu Hörstein (1473) besitzt einen romanischen Wehrturm.
  • Die Burgstall Randenburg und Vergessene Burg sind zwei Bodendenkmäler aus dem Spätmittelalter.
  • Historische Weinberge erstrecken sich von Alzenau südlich über Wasserlos und Hörstein sowie nordöstlich über Michelbach und Albstadt (Thema des Ersten Alzenauer Kulturwegs „Wein und Herrschaft“).
  • Schloss Maisenhausen (1753) befindet sich in Privatbesitz im Ortsteil Michelbach.
  • Das barocke Schlösschen Michelbach (1730) ein ehemaliger adeliger Landsitz im Ortsteil Michelbach, beherbergt seit 2006 das Heimatmuseum der Stadt Alzenau.
  • Die Kirche St. Laurentius in Michelbach wurde 1777 an der Stelle eines Vorgängerbauwerks errichtet.
  • Im Alzenauer Stadtwald befinden sich die Antoniusgrotte und das Klappermühlchen.

Baudenkmäler

Liste der Baudenkmäler in Alzenau

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Ostereiersuchen und Kückenguggen beim KTZV Hörstein (immer am Ostermontag)
  • Gickelskerb des KTZV Hörstein (immer am letzten August Wochenende)
  • Hähnewettkrähen beim KTZV Hörstein (immer am Pfingstmontag)
  • Orchesterkonzert des Musikvereins „Concordia“ Michelbach 1923 e. V. (Palmsonntag, Schulturnhalle Michelbach)
  • Weinfest am Park im Sommergarten des Parkhotels im Stadtteil Wasserlos jedes Jahr in der Woche von Fronleichnam
  • Wein, Käse und Blasmusik (Sonntag vor Christi Himmelfahrt, Schlösschen Michelbach)
  • Weindorf des TV 1901 Michelbach vor dem Schlösschen am letzten Sonntag im Mai
  • Elmettsgässer Weinfest (MGV 1913 Harmonie Hörstein) am letzten Juni-Wochenende
  • Stadtfest auf dem Marktplatz und in der Innenstadt am zweiten August-Wochenende
  • Oktober-November: Fränkische Musiktage (Chor- und Kammermusik aus mehreren Jahrhunderten)
  • Melodien bei Kerzenschein in der Prischoßhalle (2. Wochenende im November) des ansässigen „Akkordeon Orchester Alzenau e. V.“
  • Hoffest am Hotel Krone, jährlich am ersten Wochenende im September
  • Großer Weihnachtsmarkt am 1. Adventswochenende (also Anfang Dezember bzw. Ende November)
  • Michelbacher Winzerfest (September/Oktober)
  • Das „Pannfest“ ist das älteste Straßenfest im Herzen der „Pann“, dem ältesten Teil Alzenaus in der Wilmundsheimer Straße und wurde von 1978 bis 2008 gefeiert. Die Neuauflage findet in Kooperation mit den Ministranten an der Kahlaue im Pfarrgarten statt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Alzenau

In Alzenau geboren

Mit Alzenau verbunden

Weblinks

 Commons: Alzenau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  3. Die Unterscheidung „in Unterfranken“ wurde zur Abgrenzung von Alzenau in Schlesien, heute Polen, verwendet. Bis zum 1. Juli 1972 war sie Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.
  4. BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  5. Bayerische Landesbibliothek Online (BLO)
  6. Einwohner Alzenau (Stand: 1. Mai 2009)
  7. http://www.main-netz.de/nachrichten/region/alzenau/alzenau-kurz/art3979,1481678
  8. 8,0 8,1 8,2 Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 24 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Friedrich Kluge, Max Bürgwisser, Bernd Gregor, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Auflage. de Gruyter, Berlin 1989, ISBN 3-11-006800-1, S. 186.
  10. 10,0 10,1 Unser Kahlgrund 1980. Heimatjahrbuch für den Landkreis Alzenau. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau, Landrat des Kreises. ISSN 0933-1328 .
  11. Reihold Hein (Hrsg.): Kahlgrünner Wörderbuch. M. Kroeber GmbH, Linsengericht 2015, ISBN 978-3-00-051705-1.
  12. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 32 .
  13. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 417.
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
  15. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 112 f.

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