Alvslebenplatz - LinkFang.de





Alvslebenplatz


Der Alvslebenplatz ist ein Platz in der sächsischen Stadt Radebeul, am Zusammentreffpunkt der Stadtteile Oberlößnitz im Norden, Alt-Radebeul im Südosten und Serkowitz im Südwesten. Auf die von Westsüdwest nach Ostnordost verlaufende Maxim-Gorki-Straße trifft die von Westen kommende Nizzastraße. Auf die Spitze des Treffpunkts trifft aus etwa südlicher Richtung kommend die ehemalige Grenzstraße (zwischen Radebeul und Serkowitz), heute Teil der Eduard-Bilz-Straße. Etwa 30 Meter weiter westlich geht von der Nizzastraße in etwa nördlicher Richtung die ehemalige Sophienstraße ab, die heute ebenfalls zur Eduard-Bilz-Straße gehört. Deren Verlängerung nach Süden bis zur Maxim-Gorki-Straße vollendet ein Straßendreieck, das heute einen Verkehrsplatz bildet und lediglich eine kleine dreieckige Freifläche mit Raum für einen Baum übriglässt. An der westlichen Stirnseite des Dreiecks stehen drei weitere Bäume als Platzbegrünung. Der Platz ist nach der Opernsängerin Melitta Otto-Alvsleben (1842–1893) benannt.

Geschichte

Der ortsansässige Baumeister Moritz Ziller war Gründungsvorsitzender des 1880 gegründeten Verschönerungsvereins für die Lößnitz und in der Arbeitsaufteilung der beiden Gebrüder Ziller für das öffentliche Grün zuständig. Ziller und der Verschönerungsverein hatten sich des „zierlichen“ Platzes angenommen und ihn „mit hübschem Strauchwerke und zwei Ruhebänken versehen“.[1] Der Verein sorgte auch für die Benennung Alvslebenplatz. Die 1893 verstorbene Opernsängerin („Friedrichstädter Nachtigall“)[2] verbrachte ihre Sommer in der Oberlößnitz, wo sie eine Wohnung hatte (wohl Eduard-Bilz-Straße 19)[3]. Diese Ehrung durch den Verschönerungsverein erfolgte, da sie diesem durch die Teilnahme an zahlreichen Benefizkonzerten zu finanziellen Einnahmen für seine gemeinnützigen Aktivitäten verholfen hatte.[4]

Nach der Erstgestaltung der Grünanlagen hat sich wohl keiner mehr für die Pflege verantwortlich gefühlt. Moritz Ziller war verstorben und der Platz lag genau auf den Gemarkungsgrenzen dreier selbstständiger Gemeinden. Am 30. November 1895 erschien im Radebeuler Wochenblatt ein Leserbrief zum sogenannten Otto Alvsleben-Platz, der den Missbrauch als „wilde Müllkippe“ anprangerte und sein „auch sonst verwahrlostes Aussehen“ beschrieb, das „als geradezu skandalös zu bezeichnen“ sei.[4]

Im Jahr 1966 wurde der Name des Platzes offiziell aus dem damaligen Straßenverzeichnis gestrichen, wird jedoch auch weiterhin benutzt.[5]

Der markanteste Schmuck des zu großen Teilen asphaltierten Platzes sind die beiden auf hohen Postamenten am Eingang der ehemaligen Sophienstraße stehenden Figurengruppen der so genannten Girlandenwindenden Bacchanten. Die Bacchanten wurden von der Baufirma „Gebrüder Ziller“ 1885 von der Charlottenburger Tonwarenfabrik Ernst March bezogen und dienten als Eingangsschmuck in die ab 1877 von den Baumeistern erschlossene Sophienstraße. Die unter Denkmalschutz stehenden[6] Figurengruppen wurden 2008–2010 restauriert und die Postamente instand gesetzt. Die Stadt stellte anschließend am Fuß der östlichen Figuren eine Ruhebank auf.

Literatur

  • Alvslebenplatz. In: Gudrun Täubert; Frank Andert: Schmuckplätze in Radebeul; gestern und heute. In: verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul (Hrsg.): Beiträge zur Stadtkultur der Stadt Radebeul. Radebeul 2010, S. 10–13.

Einzelnachweise

  1. Verschönerungs-Verein für die Lößnitz und Umgebung (Hrsg.): Die Lößnitz bei Dresden und ihre Umgebung. In geschichtlicher, topographischer und touristischer Beziehung geschildert von Moritz Lilie. 2. Auflage, Dresden o. J. (1892), S. 50.
  2. Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9, S. 6.
  3. nach Personenstandsunterlagen des Stadtarchivs Radebeul vom 4. August 2010
  4. 4,0 4,1 Gudrun Täubert; Frank Andert: Schmuckplätze in Radebeul; gestern und heute. In: verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul (Hrsg.): Beiträge zur Stadtkultur der Stadt Radebeul. Radebeul 2010, S. 10.
  5. Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3, S. 102.
  6. Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Verzeichnis der Kulturdenkmale der Stadt Radebeul. Radebeul 24. Mai 2012, S. 14 (Letzte von der Stadt Radebeul veröffentlichte Denkmalliste. Die seit 2012 beim Landkreis Meißen angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde hat noch keine Denkmalliste für Radebeul veröffentlicht.).

Kategorien: Platz in Radebeul | Moritz Ziller | Erbaut in den 1880er Jahren

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alvslebenplatz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.