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Altleiningen


Dieser Artikel behandelt einen Ort in Rheinland-Pfalz. Zum österreichisch-ungarischen Feldmarschallleutnant siehe Viktor zu Leiningen-Westerburg-Altleiningen.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad DürkheimVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Hettenleidelheim
Höhe: 301 m ü. NHN
Fläche: 11,47 km²
Einwohner: 1733 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67317
Vorwahl: 06356
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 45
67310 Hettenleidelheim
Webpräsenz: www.vg-h.de
Ortsbürgermeister: Frank Dennhardt
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Altleiningen ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim an. Altleiningen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie

Der Ort liegt auf 300 m ü. NHN im nordöstlichen Pfälzerwald im Tal des Eckbachs. Nachbargemeinden sind Wattenheim im Norden, Battenberg im Nordosten, Weisenheim am Berg im Osten, Bad Dürkheim im Südosten und Carlsberg im Westen.

Zu Altleiningen gehört auch der Ortsteil Höningen sowie die Wohnplätze Amseltal, Drahtzug, Gartenhof, Großsägmühle, Junghof, Kleinsägmühle, Leininger Tal, Hof am Hang, Neuhof, Spechttal, Tränkwoog, Waldheim und Weiherhof.[3]

Geschichte

Name

Altleiningen, ursprünglich Leiningen, wurde erstmals im Jahr 780 im Lorscher Codex anlässlich einer Schenkung an das Kloster Lorsch urkundlich erwähnt.[4] Die Schenkung betraf ein Waldgebiet „in linunga marca“ (auf leininger Gemarkung). Der Name bezog sich auf den Leinbaum, eine Bezeichnung, die damals in der Gegend sowohl für den Spitzahorn als auch für die Sommerlinde verwendet wurde. Weil beide Baumarten an seinen Ufern häufig vorkamen, führte der Eckbach zu dieser Zeit den Namen Leinbach. Hiervon leitet sich das Adelsgeschlecht der Leininger ab, dem das Leiningerland jahrhundertelang zu Eigen war und das eine Linde im Wappen führte.

Chronik

Seit dem Mittelalter gehörte Altleiningen den Leininger Grafen, deren Stammburg auf einem Bergrücken über dem Dorf liegt. Nachdem die Französische Revolution zum Ende des 18. Jahrhunderts auf die linksrheinischen Gebiete der Kurpfalz übergegriffen hatte, war auch Altleiningen vorübergehend Teil des französischen Departements Donnersberg. Nach dem Wiener Kongress kam das Dorf 1816 mit der restlichen Pfalz unter bayerische Verwaltung, die bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Bestand hatte. Seitdem gehörte der Ort im damals neuen Land Rheinland-Pfalz zum Landkreis Frankenthal (Pfalz), der 1969 im Zuge einer umfassenden Verwaltungsreform aufgelöst wurde. Altleiningen wechselte in den neuen Landkreis Bad Dürkheim und gehört seit 1972 der ebenfalls neugeschaffenen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim an.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Altleiningen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 560
1835 867
1871 877
1905 1.014
1939 1.190
1950 1.401
Jahr Einwohner
1961 1.508
1970 1.769
1987 1.818
1997 1.879
2005 1.935
2014 1.733

Religion

Ende 2011 waren 43 % der Einwohner evangelisch und 30 % katholisch. 24 % waren konfessionslos und 3 % gehörten einer sonstigen Religion an.[5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Altleiningen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG WG1 WG2 Gesamt
2014 2 3 3 7 1 16 Sitze
2009 3 1 5 6 1 16 Sitze
2004 2 3 7 4 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Leiningerland e.V.

Liste der Bürgermeister

seit 2009 Frank Dennhardt (WG Dennhardt)
1992–2009 Karl Meister (FWG)
1990–1992 Michael Haab (CDU)
1979–1990 Otwin Frank (FWG)
1974–1979 Jakob Neu (CDU)
1971–1974 Gerd Abel (WG)
1969–1971 Friedrich Dörner (WG)
1952–1969 Jakob Neu (WG)
1948–1952 August Dörner
1945–1948 Christoph Bohn II.
1934–1945 Johannes Jotter II.
1933 (Juni–Dezember) August Alebrand
1931–1933 Christoph Bohn II.

1910–1931 Karl Heinrich Klein
1899–1909 Heinrich Müller
1894–1899 Karl Krauß I.
1871–1894 Heinrich Müller III.
1870–1871 Johann Müller IV.
1859–1869 Philipp Jakob Zimmermann
1848–1859 Samuel Krebill
1844–1848 Heinrich Krebill
1842–1844 Heinrich Haartung
1820–1842 Abraham Krebill
1814–1820 Jakob Zimmermann
1808–1814 Abraham Krebill
1804–1808 Georg Walter

Wappen

Die Beschreibung des Wappens lautet: „In Rot ein schwebendes angetatztes goldenes Kreuz mit eingeschlagenen eichenblattartigen Verzierungen an den Balkenenden, bewinkelt von vier silbernen Adlern“.

Es wurde 1980 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1716. Es entspricht dem Wappen der Grafen von Leiningen-Westerburg, die auf der Altleininger Burg ihren Stammsitz hatten.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Burg Altleiningen – Die Burg Altleiningen wurde auf der Kuppe eines etwa 400 Meter hohen Berges erbaut, der sich über dem linken Eckbachufer erhebt. In die Burg wurden im 20. Jahrhundert eine Jugendherberge und – im Burggraben – ein beheiztes Freibad integriert. In der überdachten „Ehrenhalle“, einem durch Arkaden zum Burghof hin abgetrennten Raum, führen seit 1980 die Burgspiele Altleiningen alljährlich in den Sommermonaten anspruchsvolle Theaterstücke auf – klassische, moderne, häufig auch solche mit historischem Bezug.

Kloster Höningen und Kirche St. Jacob – Im etwa 2 Kilometer südlich gelegenen Ortsteil Höningen befinden sich die evangelische Kirche St. Jacob (im romanischen Stil) sowie die Überreste des Chorherrenstifts Kloster Höningen: Torbogen (am nördlichen Ortseingang), Westgiebel jeweils von Konventsgebäude und Klosterkirche (parallel zur heutigen Hauptstraße). St. Jacob und das Kloster wurden um das Jahr 1120 erbaut. Zwei Schutzbriefe von Papst Innozenz II. bzw. Kaiser Friedrich Barbarossa spiegeln die Bedeutung des Klosters zur Gründungszeit wider.

Höninger Lateinschule – An die Lateinschule (1573–1630), in der das Leininger-Gymnasium im nahen Grünstadt seine Wurzeln hat, erinnert das Torhaus am Eingang zur Hintergasse.

20-Röhren-Brunnen – Vom 20-Röhren-Brunnen, der aus einem Stollen gespeist wird, welcher zur Versorgung der oberhalb gelegenen Burg um das Jahr 1600 tief in den Fels getrieben wurde, bezieht der Eckbach heute den größten Teil seiner Wasserführung.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Die Industrieniederlassung Maihof-Drahtzug liegt am Eckbach 2 Kilometer nordöstlich des Dorfes und ist benannt nach der Drahtzug Stein GmbH + Co. KG, die dort ihre Produktionsstätte besitzt. Das Unternehmen ist der größte Arbeitgeber im Landkreis Bad Dürkheim.

Natur und Tourismus

Die Lage im Pfälzerwald begünstigt das Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten. So wird der Keller der Altleininger Burg von einer großen Fledermaus-Population des Großen Mausohrs zur Aufzucht des Nachwuchses genutzt.[8] Seltene Pflanzen wie die Bienen-Ragwurz und andere Orchideen im Umkreis von Altleiningen zählen zu den botanischen Besonderheiten. Die weitgehend intakte Natur bescherte in den letzten Jahrzehnten auch dem Tourismus einen Aufschwung. Beliebte Ausflugsziele der Region sind zum Beispiel der Kamelkopf, der Ungeheuersee, der Rahnfels und der Isenachweiher.

Verkehr

Von Altleiningen aus führte einst die Leininger Talbahn nach Grünstadt. Von 1903 bis 1969 fand auf der Strecke ÖPNV statt, noch bis Ende 2005 wurde die aufrechterhaltene Teilstrecke Grünstadt–Drahtzug für den Güterverkehr des Unternehmens genutzt. Nächstgelegene Bahnstation ist heute der Bahnhof Eisenberg (Pfalz).

Der Omnibusverkehr fährt an der Strecke Grünstadt–Altleiningen den Haltepunkt Drahtzug an.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Phil Jutzi (1896–1946), Filmregisseur
  • Winfried Storhas, Professor für Bioreaktionstechnik, Hochschule für Technik und Gestaltung Mannheim

Weitere Persönlichkeiten

  • Silvio Adzic (* 1980), Fußballspieler, ist im Ort aufgewachsen.
  • Iris Nieland (* 1960), Politikerin (AfD), lebt im Ort.

Literatur

Weblinks

 Commons: Altleiningen  – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Leiningen in der Topographia Palatinatus Rheni (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010 , Seite 87 (PDF; 2,3 MB)
  4. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 3), Urkunde 1287, 30. Juni 780 – Reg. 1582. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 184, abgerufen am 17. Februar 2016.
  5. ewois, Stand: 31. Oktober 2011
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  8. Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Unterhaardter Rundschau: 400 Weibchen betreiben gemeinsame Wochenstube. Vor allem Große Mausohren fühlen sich in der Altleininger Burg zu Hause. Ludwigshafen, 16. September 2000

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