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Altheim (Münster)


Altheim
Gemeinde Münster
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 7,93 km²
Einwohner: 2664 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 336 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64839
Vorwahl: 06071

Altheim ist ein Ortsteil von Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen. Historisch wurde zeitweise auch der Name „Spitzaltheim“ verwendet.

Lage

Altheim liegt 4 km nordöstlich von Dieburg südlich der B26, die den Ort von der nördlich gelegenen Kerngemeinde Münster trennt auf der flachen Ebene des Naturraums Gersprenzniederung in der Dieburger Bucht der Östlichen Untermainebene (Hanau-Seligenstädter Senke) auf 135 m ü. NHN .

Geschichte

Territorialgeschichte

Die Ersterwähnung von Altheim stammt aus dem 12. Jahrhundert. 1357 ist Altheim als Lehen der Herren von Eppstein an die Familie der Gayling von Altheim belegt.[1] 1318 hat Konrad Krieg von Altheim den Zehnten von Gottfried von Eppstein zu Lehen. 1500 ist Balthasar, Forstmeister von Gelnhausen im Besitz des Zehnten. Drei Adelsfamilien sind im Ort belegt: die Gayling von Altheim (seit 1254), die Krieg von Altheim (seit 1276) und die Schade von Altheim (seit 1342).[1]

1527 tauschte Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz die bisher pfälzische Hälfte von Altheim mit Graf Philipp III. von Hanau-Lichtenberg gegen die Hanauer Besitzungen zu Astheim und Trebur. Noch im gleichen Jahr erwarb Graf Philipp III. auch das bisherige Viertel des Erzbischofs von Mainz. 1542 gehört Altheim insgesamt zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg, wo es dem Amt Babenhausen zugeordnet war.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., kam es um das Amt Babenhausen fast zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen der Landgrafschaft Hessen-Kassel und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Beide Seiten besetzten mit ihrem Militär jeweils einen Teil des Amtes. Die Auseinandersetzung konnte erst nach einem langjährigen Rechtsstreit vor den höchsten Reichsgerichten 1771 durch einen Vergleich, dem sogenannten Partifikationsrezess, beendet werden. Danach fiel Altheim zusammen mit Dietzenbach, Harpertshausen, Schaafheim und Schlierbach an Hessen-Darmstadt, das daraus 1773 das Amt Schaafheim bildete. Damit kam Altheim in der Folge 1807 an Frankreich, 1810 an das Großherzogtum Frankfurt und 1813 wieder an das Großherzogtum Hessen zurück. Anschließend gehörte Altheim dann zu folgenden Verwaltungseinheiten:[1]

bis 1821: Amt Schaafheim.
1821 bis 1832: Landratsbezirk Dieburg der Provinz Starkenburg.
1832 bis 1848: Kreis Dieburg, mit der Einführung von Kreisen im Großherzogtum Hessen.
1848 bis 1852: Regierungsbezirk Dieburg, während der Einteilung der Provinz Starkenburg in Regierungsbezirke.
1852 bis 1938: Kreis Dieburg mit der Wiedereinführung von Kreisen in der Provinz Starkenburg.
1938 bis 1977: Landkreis Dieburg. Im Zuge der Gebietsreform 1938 werden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen in Kreise aufgelöst.
ab 1977: Landkreis Darmstadt-Dieburg, in den der Landkreis Dieburg im Zuge der Gebietsreform in Hessen aufgeht

Die zuständige Gerichtsbarkeit war:[1]

zu Cent Dieburg gehörig
1821: Landgericht Umstadt
1879: Amtsgericht Groß-Gerau
1905: Amtsgericht Dieburg

Am 31. Dezember 1971 wurde Altheim im Rahmen der Gebietsreform in Hessen freiwillig in die Gemeinde Münster eingegliedert.[2]

Historische Namensformen

In erhaltenen Urkunden wurde Altheim unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Alderheim (1137) (?)
  • Altheim et Altheim (1189–1220)
  • Kleinen Altheim (1318)
  • Altheim (1354)
  • Großen Altheim (1357)
  • Altheym (1376)
  • Althem (1418)
  • Altheim (1429)
  • Altheyme (1443)
  • Althem (1487)
  • Althum (1490)
  • Altem (1500)
  • Spitzaltheim (1527)
  • Spitzen Altheim (1582)
  • Spitzaltheim (1688)

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen sind:[1]
  • 1829: 0868 Einwohner
  • 1939: 0739 Einwohner
  • 1961: 1178 Einwohner
  • 1970: 1325 Einwohner
Altheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
865
1840
  
854
1846
  
871
1852
  
898
1858
  
853
1864
  
791
1871
  
770
1875
  
807
1885
  
759
1895
  
748
1905
  
842
1910
  
817
1925
  
778
1939
  
739
1946
  
1.170
1950
  
1.259
1956
  
1.175
1961
  
1.178
1967
  
1.268
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kirche

Hauptartikel: Evangelische Kirche Altheim

Der älteste Teil der Kirche stammt aus dem 10. Jahrhundert. Der 45 m hohe Turm wurde zwischen 1518 und 1520 errichtet. Von diesem Turm (Spitz-Älthemer Kirchturm) wurde in früheren Jahrhunderten der Name des Ortes Spitz-Altheim hergeleitet. Kirchliche Mittelbehörde war im Mittelalter das Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Montat. Mit der Reformation wurde der Ort – wie die ganze Grafschaft Hanau-Lichtenberg – lutherisch.

Wappen

Der neuzeitliche Wappenentwurf[3] zeigt im Schild die drei roten Sparren auf goldenem Grund und verweist auf die lange Landesherrschaft des Hauses Hanau und dessen Wappen. Mittig befindet sich ein in grau (silber) gehaltener Krug auf schwarzem Schild. Dessen Bedeutung ist nicht ganz klar, da kein Bezug zu den drei ortsansässigen Adelsfamilien besteht, die eine silberne Hirschstange auf blauem Grund als Wappen hatten. Karl Ernst Demandt bemerkt dazu, dass das älteste Gerichtssiegel Altheims, abgedruckt 1528 und 1715, die Hanauer Sparren und dahinter einen Schöffen als Schildhalter wachsend mit einem Krug in der rechten Hand abbildet. Er vermutet eine Wortanspielung auf das mit Beginn des 16. Jahrhunderts erloschene Ortsadelsgeschlecht der Krieg von Altheim. Der Wappenentwurf wurde daher unter Ausschaltung der nicht wappengemäßen Schildhalterfigur des Schöffen geschaffen, indem Wappen und das Symbol des Kruges vereinigt wurden.[4]

Infrastruktur

Altheim besitzt ein neoklassizistisches Rathaus. Der Ort hat einen eigenen Kindergarten, der von der Evangelischen Kirchengemeinde getragen wird, und eine Grundschule, die Regenbogenschule.

Die Hessische Ludwigsbahn errichtete die Rhein-Main-Bahn und nahm deren Betrieb 1858 auf. Altheim erhielt einen Haltepunkt im Abschnitt zwischen Darmstadt Ludwigsbahnhof (heute: Darmstadt Hauptbahnhof) und Aschaffenburg Hauptbahnhof.

Literatur

  • Barbara Demandt: Die mittelalterliche Kirchenorganisation in Hessen südlich des Mains = Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde 29 (1966), S. 91f.
  • Max Herchenröder: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Dieburg. 1940, S. 1-9.
  • Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. 1937, S. 9-13.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 49.
  • Dagmar Söder: Kulturdenkmäler in Hessen. Kreis Offenbach = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. 1987, S. 366-375.
  • Regina Schäfer: Die Herren von Eppstein. Herrschaftsausübung, Verwaltung und Besitz eines Hochadelsgeschlechts im Spätmittelalter. Wiesbaden: Historische Komm. für Nassau, 2000, S. 369-370, 372-373. ISBN 3-930221-08-X.

Weblinks

 Commons: Altheim (Münster)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Altheim, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. April 2012, abgerufen am 1. September 2012.
  2. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 236
  3. Das Wappen ist nach Aussage der Gemeinde Münster: ... "aber lediglich ein Entwurf, der nicht offiziell genehmigt wurde" und damit auch nicht bei HADIS Hessen zu finden ist.
  4. Hermann Knodt (Hg.): Hessisches Ortswappenbuch, Doppelband 1 und 2, bearb. im Auftrag des Staatsarchivs Wiesbaden von den Staatsarchivräten Karl Demandt (für Hessen) und Otto Renkhoff (für Nassau), Glücksburg, C. A. Starke Verlag, 1956, S. 68

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Altheim (Münster) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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