Altenstadt (Hessen) - LinkFang.de





Altenstadt (Hessen)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: WetteraukreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 127 m ü. NHN
Fläche: 30,08 km²
Einwohner: 11.817 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 393 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63674
Vorwahl: 06047
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 001
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Frankfurter Str. 11
63674 Altenstadt
Webpräsenz: www.altenstadt.de
Bürgermeister: Norbert Syguda (SPD)
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Altenstadt ist eine deutsche Gemeinde in der Wetterau in Hessen. Durch die Gemeinde fließt die Nidder, in die bei Lindheim der aus dem Büdinger Raum kommende Seemenbach mündet.

Geografie

Altenstadt liegt naturräumlich in der Heldenbergener Wetterau.

Nachbargemeinden

Altenstadt grenzt im Norden an die Stadt Florstadt und Gemeinde Glauburg, im Osten an die Stadt Büdingen, im Südosten an die Gemeinde Limeshain (alle vier im Wetteraukreis), im Südwesten an die Stadt Nidderau (Main-Kinzig-Kreis), sowie im Westen an die Stadt Niddatal (Wetteraukreis).

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören seit der Gebietsreform in Hessen die Ortsteile Altenstadt, Heegheim, Höchst an der Nidder, Lindheim, Enzheim, Oberau, Rodenbach und Waldsiedlung. Außerdem gehören zur Gemeinde Altenstadt noch das etwas außerhalb liegende Kloster Engelthal und Oppelshausen, das aus einigen Häusern und einem großen Golfplatz besteht.

Geschichte

Das römische Militärlager

Seit der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts war Altenstadt Garnisonsort eines unbekannten Numerus (siehe Hauptartikel: Kastell Altenstadt). Er war zuerst in einem knapp einem Hektar großen Kastell stationiert. Es war rechteckig und hatte eine Umwehrung aus Holz und Erde und war von einem Graben umgeben. Ein Tor und ein Eckturm sind bekannt. Von den Innenbauten kennt man Spuren verschiedener Gebäude. Wohl um 135 n. Chr. wird dann ein neues Kastell errichtet. Es hatte wohl mehr als 1 ha Größe und eine Umwehrung aus Rasensoden. Die Nordhälfte des Kastells war etwas nach Westen versetzt. Die Anlage besaß vier Tore, Ecktürme und war umgeben von einem Graben. An Innenbauten sind ein unterkellerter Vorratsbau und Reste der Principia, des Kommandantenhauses und einer Mannschaftsbaracke bekannt.

Um das Jahr 150 ist ein 1,5 Hektar großes (132 m x 114 m) Steinkastell von rechteckigem Grundriss mit vier Toren, Ecktürmen und zahlreiche Zwischentürmen errichtet worden. Zwei Gräben umgaben das Kastell. Von der Innenbebauung kennt man ein Wasserbecken und Reste der Principia, des mutmaßlichen Kommandantenhauses, von Mannschaftsbaracken und weiteren Gebäuden. Vor der Stationierung des Numerus befanden sich an gleicher Stelle zwei kleine Kastelle. Sie besaßen eine Umwehrung aus Holz und Erde sowie einem Graben. Das Lagerdorf erstreckte sich nach allen Seiten.

Die römischen Militäranlagen in Altenstadt hatten offensichtlich die Aufgabe, einen wahrscheinlich schon vorrömischen Weg zu sperren, der an der Nidder entlang in den Vogelsberg und weiter nach Fulda führte, sowie den nur 5 km entfernten Glauberg zu überwachen, der in vorrömischer Zeit der Sitz eines Keltenfürsten gewesen war und auf dem nach dem Rückzug der Kelten die Germanen siedelten. Die Römer duldeten aber weder Kelten noch Germanen auf irgendwelchen Höhensiedlungen in oder am Rande ihres Herrschaftsbereiches. Heute ist das Kastellareal fast restlos überbaut. Die Geschichte der Fortifikation ist ziemlich kompliziert, da sie sich im Laufe der Jahre von einer kleinen Schanze zu einem Numeruskastell (Numerus = Einheit von etwa 150 Mann) entwickelte. Das Kastell wurde zweimal zerstört: in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts und beim großen Alamanneneinfall um 233 n. Chr. Ein Inschriftenstein aus dem Jahr 242 n. Chr., der bereits 1603 aus einem Brunnen geborgen wurde, lässt vermuten, dass das Kastell bis zum Ende des Limes im Jahre 260 n. Chr. besetzt gewesen war.

Ortsgeschichte seit dem Mittelalter

Urkundlich wird Altenstadt erstmals im Juni 767 im Lorscher Codex als Aldenstat, Altunstaten und Aldunstater marca erwähnt.[2] Altenstadt gilt damit als die älteste Gemeinde Oberhessens.

Sie gehörte im Heiligen Römischen Reich zum Freigericht Kaichen, das im 15. Jahrhundert unter die Herrschaft der Burggrafschaft Friedberg kam. Mit diesem fiel es 1806 an Hessen-Darmstadt.

Im Ortsteil Lindheim gab es 24 Hexenprozesse von 1598 bis 1664. Die meisten Opfer der Hexenverfolgung starben 1663 und 1664.[3]

Am 1. August 1972 erfolgten die Auflösung des Landkreises Büdingen und die Umgliederung der Gemeinde Altenstadt in den Wetteraukreis.

Eingemeindungen

Am 1. Oktober 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Höchst a. d. Nidder und Oberau eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 kamen Heegheim und Lindheim hinzu. Rodenbach folgte am 1. August 1972.[4]

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
      
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,3 10 33,8 13 40,7 15 40,8 15
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,5 9 32,8 12 35,9 13 37,9 14
FWG Freie Wählergemeinschaft Altenstadt 16,3 6 10,2 4 11,3 4 15,7 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,0 5 17,4 6 7,1 3 5,6 2
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 10,0 4 1,2 0 0,8 0
FDP Freie Demokratische Partei 7,0 3 4,6 2 4,1 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,7 41,8 51,8 47,6

Bürgermeister

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei Ergebnis
in %
1994 Gerhard Lipp SPD 58,2
Werner Zientz CDU 15,7
Werner Neumann Grüne 9,3
Albert Dieter Hoff 6,7
Renate Künstler-Hardtmann 0,5
Udo Ehrenhardt 9,6
Wahlbeteiligung in % 55,5
2000 Norbert Syguda SPD 59,5
Maria Baumberger CDU 40,5
Wahlbeteiligung in % 48,7
2006 Norbert Syguda SPD 64,3
Hartmut Kinzer CDU 32,1
Dirk Waldschmidt NPD 3,6
Wahlbeteiligung in % 52,0
2012 Norbert Syguda SPD 74,0
Sabine Lipp CDU 23,4
Daniel Knebel NPD 2,6
Wahlbeteiligung in % 47,85

Bei der letzten Wahl am 1. April 2012 gewann der amtierende Bürgermeister Norbert Syguda (SPD) mit 74,0 % gegen Sabine Lipp (CDU), welche 23,4 % erreichte, und gegen Daniel Knebel (NPD), der 2,6 % erreichte. Es ist die dritte Amtszeit von Norbert Syguda. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,85 %.

Erster Bürgermeister nach dem Krieg war Fritz Kreß (1896–1960), der von 1945 bis 1960 Bürgermeister war.

Wappen

Blasonierung: „In Silber ein rotbewehrter schwarzer Adler, die Brust belegt mit einem goldenen A.“[8]

Das Altstaetter Ambtssiegel des 18. Jahrhunderts zeigt den einköpfigen Reichsadler, der in Verbindung mit dem Buchstaben A auch auf mehreren Grenzsteinen des 18. Jahrhunderts erscheint und (mit Herzschild) auch das Schild des seit 1667 bezeugten domanialen Gasthauses „Zum schwarzen Adler“ schmückt, da der Ort bis 1806 zum Freigericht Kaichen und mit ihm zur Reichsburg Friedberg gehörte. Um das Altenstädter Ortswappen von den zahlreichen anderen oberhessischen Adlerwappen zu unterscheiden, vereinigt das am 30. Oktober 1952 amtlich verliehene Wappen den einköpfigen Adler des Siegels mit dem Gemerke der Grenzsteine.

Partnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

Verkehr

Altenstadt liegt an der Bundesstraße 521 von Büdingen nach Frankfurt/Main. Über das Autobahnnetz ist die Gemeinde erreichbar über die A 45 (Gießen - Hanau), Anschlussstelle Altenstadt.

Altenstadt ist täglich erreichbar mit dem Zug über die Niddertalbahn (Stockheim - Bad Vilbel - Frankfurt/Main). Die Stationen sind:

  • Altenstadt (Hess), Bf
  • Altenstadt-Lindheim, Hp
  • Altenstadt-Höchst, Hp.

Außerdem verkehren Buslinien u. a. nach Hanau, Friedberg und Büdingen.

Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen GmbH im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes sicher.

Öffentliche Einrichtungen

Radfernwege

  • Der Vulkanradweg beginnt in Höchst und führt über Altenstadt, Lindheim und Enzheim weiter über die ehemalige Bahnstrecke von Stockheim nach Lauterbach (Hessen). Heute ist der Vulkanradweg Teil des BahnRadweg Hessen, der auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön führt.

Bildungseinrichtungen

  • Gesamtschule Limesschule Altenstadt
  • verschiedene Grundschulen

Freizeit- und Sportanlagen

Söhne und Töchter

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Niemeyer: Der Pagus des frühen Mittelalters in Hessen. Elwert, Marburg 1968 (= Schriften des Hessischen Landesamtes für Geschichtliche Landeskunde, Bd. 30), S. 115.
  3. Namen der Opfer der Hexenprozesse/ Hexenverfolgung von Lindheim (PDF; 121 KB), abgerufen am 9. Mai 2016.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352 und 353.
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 68.

Weblinks

 Commons: Altenstadt (Hessen)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Wetteraukreis | Altenstadt (Hessen) | Gemeinde in Hessen

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