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Alt Zauche-Wußwerk


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-SpreewaldVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Lieberose/Oberspreewald
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 33,31 km²
Einwohner: 502 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15913
Vorwahlen: 03546, 035475
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 005
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchstraße 11
15913 Straupitz
Webpräsenz: www.amt-lieberose-
oberspreewald.de
Bürgermeister: Jens Martin
}

Alt Zauche-Wußwerk (niedersorbisch Stara Niwa-Wózwjerch) ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg im Amt Lieberose/Oberspreewald. Seit 2008 gehört die Gemeinde nicht mehr zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet.

Geografie und Gemeindegliederung

Die Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk liegt am Nordrand des Spreewaldes. Ihre Südgrenze ist das Große Fließ.

Sie gliedert sich nach §45 Kommunalverfassung in die Ortsteile

die bewohnten Gemeindeteile

  • Bahnhof Wußwerk
  • Burglehn (Bórklin)

die Wohnplätze

  • Forsthaus Schützenhaus (Golnica-Stśělnica)
  • Kannomühle (Kanowy młyn)
  • Alt Zaucher Mühle (Staroniwojski młyn)[2]

Geschichte

Am 26. Oktober 2003 wurde die neue Amtseinheit aus den Gemeinden Alt Zauche und Wußwerk gebildet.[3]

Alt Zauche

Funde eines Bestattungs- und Siedlungsplatzes belegen eine frühe bronzezeitliche Besiedlung des Gebietes. Das Anwesen fand am 27. Februar 1347 als Alte Niewe in einer Urkunde eine erste schriftliche Erwähnung, nach welcher der Markgraf von Brandenburg die „Brüder von Zauche“ mit „Alt Zauche“ belehnte. In späteren Dokumenten erfolgten mehrmalige Änderungen des Ortsnamens beziehungsweise der Schreibweise und zwar über Antiqua Czuche, Aldin Czuche, Alte Zcawche, bis die heutige Schreibweise Alt Zauche im Jahre 1541 erstmals in einer Urkunde verwendet wurde.

Bis 1674 gehörte Alt Zauche zur Herrschaft Neu Zauche der Markgrafschaft Niederlausitz, anschließend kam es zum Amt Neu Zauche, das nach der Eingliederung ins Königreich Preußen ab 1815 mit dem Amt Lübben gemeinsam verwaltet wurde.

Beide Orte – Alt Zauche und Wußwerk – waren ursprünglich rein sorbischsprachig. In den 1880er Jahren sprachen noch alle älteren Einwohner Sorbisch; die jüngeren waren bedingt durch den Wechsel der Schul- und Gottesdienstsprache zum Deutschen bereits einsprachig deutsch.[4] Die letzten sorbischen Muttersprachler verstarben Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die ansässigen Bauern errichteten sich niedrige Backsteinhäuser, die als Sackgassendorf angeordnet und bis heute gut erhalten sind. 1879 erhielt Alt Zauche eine eigene einklassige Dorfschule, die 1930 zu einer Acht-Klassen-Schule erweitert werden konnte.

Von 1949 bis 1992 gehörte Alt Zauche zum Kreis Lübben im DDR-Bezirk Cottbus. Danach erfolgte eine Zuordnung zum Landkreis Dahme-Spreewald. Alt Zauche-Wußwerk entstand 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Alt Zauche und Wußwerk. Schließlich wurde durch die Zusammenfassung von insgesamt 10 Dörfern das Amt Oberspreewald gebildet, das danach mit dem Amt Lieberose zum Amt Lieberose/Oberspreewald vereinigt wurde.

Die Schule war von 1950 bis 1981 eine polytechnische Oberschule mit zehn Klassenstufen. Seit 1990 wird diese Bildungseinrichtung als 6-klassige Grundschule betrieben.

Einwohner von Alt Zauche
  • 1708: 3 Bauern, 2 Kossäten, 1 Büdner
  • 1818: 42 Feuerstellen (=Häuser) und 10 weitere (nicht näher bezeichnete) Bewohner
  • 2008: circa 450 Personen

Wußwerk

Der Fachwerkhof Wußwerk mit originalgetreu sanierten Gebäuden eines alten Bauernhofes in Fachwerkbauweise gilt als sehenswert.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Alt Zauche-
Wußwerk
Alt Zauche Wußwerk
1875 - 582 391
1910 - 546 255
1939 - 475 273
1946 - 731 386
1950 - 666 363
1971 - 503 212
1990 - 446 194
1995 - 544 179
2000 - 449 179
2002 - 435 184
2003 636
2005 602
2010 551
2011 523
2012 522
2013 515
2014 506

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Alt Zauche-Wußwerk besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • Unabhängige Wählergruppe Alt Zauche/Burglehn 5 Sitze
  • Bürger für Wußwerk 3 Sitze

Bürgermeister

Jens Martin wurde als Einzelbewerber in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 86,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[8] gewählt.[9]

Sehenswürdigkeiten und Kultur

  • Gedenkstein auf dem Friedhof rechts von der Trauerhalle am Ortsausgang Richtung Wußwerk, erinnert an sechs hier begrabene sowjetische Kriegsgefangene.

Regelmäßige Veranstaltungen

Ostern, Kirmes und Fastnacht und andere mit den sorbischen Bräuchen Zampern sowie Spinteball werden als Brauchtum bewahrt und gemeinsam mit den Besuchern der Gemeinde gefeiert. Seit 2004 findet jährlich im Frühjahr das Alt Zaucher Trachtenfest statt, zu dem Spielmannszüge, Volkstanzgruppen und zahlreiche Schaulustige aus verschiedenen deutschen Bundesländern die Gemeinde besuchen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

In früher Zeit waren die Landwirtschaft und der Fischfang die bestimmenden Wirtschaftszweige. Im 19. Jahrhundert kamen die Waldbewirtschaftung (Errichtung einer Försterei), die Herstellung von Ziegelsteinen (eine Ziegelei) und der Betrieb von Windmühlen hinzu (1864 waren zwei Windmühlen in Alt Zauche in Betrieb). Im 20. Jahrhundert verloren die Windmühlen ihre Bedeutung, auch die Ziegelei stellte ihre Arbeit ein. Nun konzentrierten sich die Einwohner auf Getreide- und Gemüseproduktion sowie die Haltung von Nutz- und Schlachtvieh. Zwischen 1953 und 1990 bestand das Volkseigene Gut Spreewald im Ortsteil Burglehn, zu dem auch die Landwirte aus Alt Zauche gehörten. Es wurden Rinder gezüchtet und Gemüse (vor allem Gurken und Meerrettich) sowie Milch und Getreide produziert. Nach der Wende wurde das Gut abgewickelt, die Landwirtschaft verlor an Bedeutung.

Tourismus

Seit 1989 entwickelt sich der Tourismus in der gesamten Region als wirtschaftlicher Schwerpunkt. In Alt Zauche gibt es seit 1908 das Gasthaus Hempel. Ab 1993 sind das kleine Restaurant Kürbisschmiede sowie etliche private Pensionen und Ferienwohnungen hinzugekommen. Im Jahre 2007 eröffnete ein neu gebautes Gasthaus In Mühle.

Einige Fährleute bieten Kahnfahrten, speziell in den Bereich Hochwald des Spreewaldes, an, auch die Ausleihe von Booten oder Fahrrädern ist möglich. Gut ausgeschildert sind Fahrrad- und Wanderrouten in die nähere und weitere Umgebung, besonders erwähnenswert ist der Gurkenradweg.

Möglichkeiten für Kutsch- und Kremserfahrten in angemessenem Umfang vervollständigen die touristischen Angebote.

Verkehr

Die Ortsteile sind durch die Bundesstraße 320 (2005 in Landesstraße L 44 umgewidmet) und die Kreisstraße K 6115 miteinander verbunden.

Von 1898 bis 1967 hatten die beiden Gemeinden mit den Bahnhöfen Altzauche-Burglehn (ursprünglich Burglehne) und Wußwerk (bis 1938 Wusswergk) Bahnanschluss an der Teilstrecke Lübben HauptbahnhofStraupitz der schmalspurigen Spreewaldbahn.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[11] 362 356 366 366 363 360 350
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 615 621 656 664 694 690 680

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Alt Zauche-Wußwerk  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 70
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald . S. 14–17
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  10. Karl Lemke, Hartmut Müller: Naturdenkmale. Bäume, Felsen, Wasserfälle. Tourist-Führer, VEB Tourist Verlag Berlin-Leipzig, Seite 44; 1988, ISBN 3-350-00284-6.
  11. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alt Zauche-Wußwerk (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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