Alt Schwerin - LinkFang.de





Alt Schwerin


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische SeenplatteVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Malchow
Höhe: 84 m ü. NHN
Fläche: 44,56 km²
Einwohner: 536 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17214
Vorwahl: 039932
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 001
Adresse der Amtsverwaltung: Alter Markt 1
17213 Malchow
Webpräsenz: www.amt-malchow.de
Bürgermeister: Wolfgang Holbe
}

Alt Schwerin ist eine Gemeinde im Westen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Malchow mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet.

Geografie

Alt Schwerin liegt am Tauchowsee, zwischen Drewitzer (auch Alt Schweriner See genannt) und Plauer See.

Zu Alt Schwerin gehören die Ortsteile Glashütte, Jürgenshof, Mönchbusch, Ortkrug, Wendorf und die Insel Plauer Werder.

Geschichte

Name

Der Name soll mit polabisch zvěŕ für wildes Tier oder zvěŕin für Wildgehege, Tiergarten oder Pferdegestüt zusammenhängen. Spekulationen über eine Abstammung des Ortsnamens vom slawischen Gott Svarog (Swarzyn, Ort des Svarog) sind nicht belegbar.[2]

Abweichend davon wurde er von dem altgermanischen swaran (verteidigen, stammverwandt mit schwören) hergeleitet, das erst später von einwandernden Slawen im Sinne von zvěŕ umgedeutet worden sein könnte.[3]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Ort „gewöhnlich Dorf Schwerin genannt“.[4]

Geschichte

Der Ort wurde 1289 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich war er ein Bauerndorf. Im 14. Jahrhundert bis Ende des 17. Jahrhunderts wurde eine Familie Gamm als Besitzer des Gutes Alt Schwerin genannt. Besonders nach dem Dreißigjährigen Krieg wandelte sich der Ort zum Gutsdorf. Im Jahr 1720 gelang es der ansässigen Familie Wangelin den ganzen Ort zu kaufen. Das Gutshaus wurde dann um 1733 unter dem dänischen Generalleutnant Christian Friedrich von Wangelin (1682–1755) erbaut. Aber bereits 1786 musste die Familie den Ort verlassen.[5] Es folgten zahlreiche Besitzerwechsel; 1787 kaufte es der Hauptmann Ernst Friedrich August von Flotow, 1792 der Kammerherr Theodosius von Levetzow, 1798 der Etatsrat Graf Lüttichau, 1802 der Oberjägermeister Kaspar Heinrich von Sierstorpff, 1804 der Kammerherr Ernst Werner von Raven (1763–1836)[6]. Der nächste Besitzer wurde 1840 der Rostocker Advokat Ludwig Friedrich Schulze, aber schon 1841 war es Ernst Mierendorf, 1846 Friedrich Greffrath und 1869 der Domainenrat Josua Klockmann. Im Jahr 1901 kaufte es der Berliner Großkaufmann Johann Schlutius, der bereits Karow, Hahnenhorst, Grüner Jäger, Jürgenstorf, Werder und Leisten erworben hatte.

Im 19. Jahrhundert entstanden die zwei großen Feldsteinkaten an der Dorfstraße. 1899 übernahm Johannes Schlutius das Gut. In Alt Schwerin wurde 1901 die letzte mecklenburgische Glashütte geschlossen. 1945 erfolgte die entschädigungslose Enteignung der Güter in Alt Schwerin und Jürgenshof. Alt Schwerin ist seit den 1960er Jahren ein touristisch ausgerichtetes Dorf, davon zeugen das Agroneum (Agrarhistorisches Museum), drei Hotels, zwei Campingplätze, Restaurants und Radwege in den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

Wappen

Das Wappen wurde am 12. Mai 2006 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 300 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Alt Schwerin

  • Gotische Dorfkirche Alt Schwerin, eine Saalkirche in Backstein aus dem 14. Jahrhundert; neugotischer Westturm aus Feld- und Backstein von 1866 mit achtseitigen Turmhelm; Grabkapellen vom 18. Jahrhundert.
  • Barockes Herrenhaus von 1773. Der eingeschossige elfachsige Backsteinbau mit Souterrain und Mansarddach liegt inmitten einer Parkanlage am und wird heute als Seniorenheim genutzt. Das schmiedeeiserne Eingangstor zur Parkanlage erhielt auf der Chicagoer Weltausstellung 1893 einen Sonderpreis und stammte ursprünglich aus Vollrathsruhe.
  • Das Agroneum, ein Agrarhistorisches Museum, zeigt die Entwicklung der Mecklenburger Landwirtschaft.
  • Ein Granitkreuz steht an der Verbindungsstraße zum Nachbarort Sparow in einem Wald. Es stammt vermutlich aus dem 19. Jahrhundert. Es ist unklar, ob es sich dabei um eine Wegemarke für die Sparower handelte, die zum Besuch der Kirche nach Alt Schwerin kommen mussten oder ob es ein Sühnekreuz ist. Laut mündlicher Überlieferung soll an dieser Stelle ein Bauer beraubt und ermordet worden sein, der aus einem Tauschgeschäft lediglich Butter mitführte.[7]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Torsten Pöschk: „Hier ist mein eigener Grund; der mir ist angestorben…“: Die Gestaltung barocker Gutshäuser, Höfe und Gärten des Adels in Mecklenburg-Schwerin im Kontext des innerstaatlichen Machtkonflikts im 18. Jh. Books on Demand, Norderstedt, 2011, ISBN 978-3-8423-7436-2; S. 129ff
  • Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Mecklenburger Landes, 1. Teil. Verlag Edmund Frege, Güstrow 1837; S. 315, Digitalisat
  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin: Stock und Stein, Band 5: Die Amtsgerichtsbezirke Teterow, Malchin, Stavenhagen, Penzlin, Waren, Malchow und Röbel. Bärensprung, Schwerin i.M., 2. Auflage 1902, DNB 368136221 ; Nachdruck: Stock und Stein, Schwerin, 1993, ISBN 3-910179-09-6; S. 416f: „Das Gut und Kirchdorf Alt-Schwerin“

Weblinks

 Commons: Alt Schwerin  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ernst Eichler: Städtenamenbuch der DDR. Leipzig 1988, S. 252
  3. Hans-Dietrich Kahl: Schwerin, Svarinshaug und die Sclauorum ciuitas des Prudentius von Troyes. In: Beitrag zur Stadt- und Regionalgeschichte Ost- und Nordeuropas. Wiesbaden 1971, S. 49–125
  4. Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Mecklenburger Landes; S. 315.
  5. Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1775); S. 383f, Digitalisat
  6. Jahrbuch des Deutschen Adels. Bd. 2, 1898, S. 820 Digitalisat Ernst Werner von Raven (1763–1836)
  7. Infotafel vor Ort

Kategorien: Alt Schwerin | Ort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte | Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alt Schwerin (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.