Alpen-Kratzdistel - LinkFang.de





Alpen-Kratzdistel


Alpen-Kratzdistel

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Kratzdisteln (Cirsium)
Art: Alpen-Kratzdistel
Wissenschaftlicher Name
Cirsium spinosissimum
(L.) Scop.

Die Alpen-Kratzdistel (Cirsium spinosissimum) ist eine Pflanzenart der Gattung der Kratzdisteln (Cirsium) in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Weitere Trivialnamen sind Stachel-Kratzdistel, Vielstachel-Kratzdistel oder Kratzigste Kratzdistel. Ihr botanischer Name bedeutet Dornigste aller Kratzdisteln.

Beschreibung

Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 80 Zentimetern. Sie ist abstehend behaart. Der dicke Stängel ist meist auf seiner ganzen Länge dicht beblättert. Die steifen, stechenden Laubblätter sind tief buchtig und tief fiederspaltig mit dornzähnigen Abschnitten. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen herzförmig stängelumfassend.

Es stehen meist zwei oder mehr bleichgelbe, endständige Körbe zusammen. Die dornig gezähnten, weiß-gelblichen Hochblätter sind etwa 20 bis 25 Millimeter lang. Die Röhrenblüten sind blassgelb.

Die 3 bis 5 Millimeter große, bräunliche Achäne besitzt einen gefiederten Pappus.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.[1]

Ökologie

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die Schauwirkung der Anhäufung der Blütenkörbe wird durch die lang zugespitzten Hochblätter noch verstärkt und ist in der kahlen Hochalpenregion weithin sichtbar. Als Bestäuber fungieren Falter, Käfer und Fliegen.

Die Alpen-Kratzdistel ist ein lästiges „Weideunkraut“ und wird auf Almen bekämpft. Die erwachsenen Pflanzen sind durch die vielen Dornen vor Viehfraß geschützt. Junge Blütenköpfe werden noch vom Kleinvieh gefressen.

Die Alpen-Kratzdistel gilt als Stickstoffzeiger und Bodenfestiger. Zeigerwerte nach Ellenberg L-7, T-2, K-5, F-6, R-7, N-8, S-0.

Vorkommen

Die Alpen-Kratzdistel kommt nur in den Alpen vor. Das Verbreitungsgebiet reicht von der Rhone ostwärts über Norditalien, die Schweiz und Deutschland bis nach Niederösterreich und die Steiermark. Angaben für den Apennin beziehen sich auf Bertolonis Kratzdistel (Cirsium bertolonii Spreng., Syn.: Cirsium spinosissimum subsp. bertolonii (Spreng.) K. Werner).

Als Standort werden frische bis feuchte Hochstaudenfluren, insbesondere Bachränder, stickstoffreiche Stellen auf Weiden, zwischen Felsblöcken, auf Gesteinsschutt und in Lägerfluren in Höhenlagen zwischen 1100 und 3000 Metern bevorzugt. Die Alpen-Kratzdistel ist eine Charakterart des Peucedano-Cirsietum spinosissimi.[1] In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil am Gipfel des Hohen Lichts bis zu 2600 m Meereshöhe auf.[2]

Nutzung

Die dornigen Blätter sind Meisterwerke der Ornamentik und dienten bereits im Mittelalter als Vorlage für Brokatstickerei und gotische Zierrate.

Junge Triebe werden als Spinat oder als Zutat für Frühlingskräutersuppen verwendet. In manchen Alpentälern wurde die Pflanze auch als Schweinefutter gekocht.

Trivialnamen

Für die Alpen-Kratzdiestel bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Einhacken (Tirol bei Lienz) und Kraftwurz (Berchtesgaden).[3]

Literatur

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  • Herbert Sauerbier, Wolfgang Langer: Alpenpflanzen – Endemiten von Nizza bis Wien. IHW, Eching 2000, ISBN 3-930167-41-7.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Wendelberger: Alpenpflanzen – Blumen, Gräser, Zwergsträucher (= Spektrum der Natur). blv, München/Wien/Zürich 1984, ISBN 3-405-12868-4.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 966. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 641. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 102. (online ).

Weblinks

 Commons: Alpen-Kratzdistel  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Wildkraut | Kratzdisteln | Alpenflora

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alpen-Kratzdistel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.