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Allschwil


Allschwil
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft BL
Bezirk: Arlesheim
BFS-Nr.: 2762
Postleitzahl: 4123
UN/LOCODE: CH ASW
Koordinaten:
Höhe: 285 m ü. M.
Fläche: 8,92 km²
Einwohner: 20'411 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 2288 Einw. pro km²
Website: www.allschwil.ch

Blick auf den Dorfplatz

Karte

Allschwil (in einheimischer Mundart [ˈalʒ̊ˌʋiːl])[2] ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Schweizer Kantons Basel-Landschaft.

Geographie

Allschwil liegt am südwestlichen Rand der Stadt Basel und ist auf zwei Seiten von Frankreich umgeben. Allschwil ist mit über 20'480 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2014) die grösste Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft. Geografisch und kulturhistorisch gehört Allschwil zum Sundgau. Seine Nachbarorte sind neben der Stadt Basel die drei basellandschaftlichen Gemeinden Schönenbuch, Oberwil und Binningen, sowie die französischen Gemeinden Neuwiller, Buschwiller, Hégenheim und Saint-Louis. Durch die Lage im Grünen und die Nähe zur Stadt Basel zählt Allschwil zu den beliebten Wohnorten im stadtnahen Baselbiet. Allschwil ist zudem die nördlichste Gemeinde des Kantons Basel-Land.

Die Fläche beträgt 8.92 km², davon sind 42 % Siedlungen, 31 % Landwirtschaftszonen und 27 % Wald.

Wappen

Auf blauem Untergrund der goldene Schlüssel gekreuzt mit dem silbernen Schwert als Symbol der beiden Heiligen Petrus und Paulus, der Patrone der Dorfkirche. Auf amtlichen Schreiben ist das Wappen allerdings vorübergehend weitgehend einem umstrittenen Logo gewichen.

Geschichte

Funde aus der Stein-, Bronze- und Römerzeit zeugen von einer langen Siedlungsgeschichte auf dem Gemeindegebiet. Urkundlich wird die Ortschaft als Almswilre im Jahre 1033 erstmals erwähnt. Der Ortsname ist zusammengesetzt aus einem althochdeutschen Personennamen, möglicherweise Alaman oder Almar/Almer, und dem bei den Alamannen zur Bezeichnung neuer Hofsiedlungen häufigen Hintergliede -wīlāri.[2]

Allschwil gehörte in fränkischer Zeit zum Herzogtum Elsass und kam als Teil der Herrschaft Birseck 1004 zum Fürstbistum Basel. 1525 schloss die Stadt Basel mit Allschwil vorübergehend einen Schirmvertrag, der bis 1595 die Reformation einführte.[3] Das Dorf wurde 1634 im Dreissigjährigen Krieg von schwedischen Truppen geplündert und war ab 1792 eine Zeitlang Teil der französischen Departemente Mont-Terrible und Haut-Rhin. Nach der Zerschlagung des Fürstbistums Basel wurde Allschwil 1815 am Wiener Kongress dem Kanton Basel zugeschlagen. Bis zur Kantonstrennung in die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft 1832 gehörte Allschwil zum Kanton Basel.

Die alternative Altbezeichnung für Allschwil lautet „Schwellheim“, wobei es sich bei diesem Ausdruck nicht um die sehr alte Bezeichnung handelt. Um 1950 wurde auch die Bezeichnung „Schwelleme“ verwendet.

Wirtschaft

In Allschwil sind zahlreiche kleinere Unternehmen ansässig, da die Lage der Gemeinde sehr günstig ist und die steuerliche Belastung relativ tief ist. Allschwil liegt in Grenznähe (Nähe zur EU) und profitiert auch vom Zentrums der Stadt Basel. Darunter befinden sich viele sogenannte «Startup-Unternehmen» in der Chemie-, Pharma und Biologiebranche. Diese haben sich in Allschwil zum sogenannten Innovationszentrum Nordwestschweiz zusammengeschlossen. Darunter befinden sich Firmen wie Actelion, Abbott, Polyphor, MDL Information Systems und zahlreiche mehr. Allschwil ist Hauptsitz des grössten Schweizer Solartechnikunternehmens Tritec, das mit Tochterfirmen auch auf dem internationalen Markt auftritt.

Politik

Die Einwohnergemeinde ist folgendermassen organisiert:

  • Exekutive: Gemeinderat (inkl. Gemeindepräsident) bestehend aus 7 Mitgliedern
  • Legislative: Einwohnerrat bestehend aus 40 Mitgliedern

Die Exekutive besteht aus den sieben Departementen Zentrale Dienste - Präsidiales (Gemeindepräsidium), Steuern und Finanzen, Soziale Dienste und Gesundheit, Hochbau und Raumplanung, Bildung, Erziehung und Kultur, Tiefbau und Umwelt und Einwohnerdienste und Sicherheit. Die Mitglieder werden alle vier Jahre nach dem Majorz-Verfahren durch die Einwohner gewählt. Gemeindepräsidentin ist seit 2013 Nicole Nüssli-Kaiser.

2
12
1
2
6
8
9
12 

Die Legislative wird durch die Einwohner nach dem Proporz-Verfahren für vier Jahre gewählt. Die links stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung nach der Wahl vom 28. Februar 2016.[4]

Partei 2012 2016
SP 11 12
SVP 6 9
FDP 6 8
CVP 8 6
Grüne 3 2
glp 2 2
EVP 2 1
BDP 1 0
SD 1 -

Neben der Einwohnergemeinde hat Allschwil eine Bürgergemeinde, in der alle Ortsbürger organisiert sind. Ihr steht ein von den Ortsbürgern in Majorzwahl gewählter fünfköpfiger Bürgerrat vor. In der Regel finden zweimal jährlich Bürgergemeindeversammlungen statt, an der auch die Einbürgerungen vorgenommen werden. An der Bürgergemeindeversammlung sind alle stimmberechtigten Ortsbürger antragsberechtigt.

Bevölkerung

Allschwil ist mit über 20'000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft. Der Ausländeranteil beträgt 23.8 %. 27.7 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch und 24.7 % reformiert.[5]

Freizeit und Kultur

Wie in der ganzen Region Basel ist auch in Allschwil die Fasnacht stark in der Bevölkerung verankert. Die Allschwiler Fasnacht zählt neben der Basler Fasnacht zu den grösseren und bekannteren Fasnachtsfeiern in der Region. Eine weitere kulturelle Einrichtung ist das Heimatmuseum Allschwil.

In Allschwil gibt es zahlreiche Vereine, welche die Freizeit in Allschwil gestalten. Neben dem Freibad Bachgraben gibt es in Allschwil auch ein Hallenbad. Durch die Nähe zum angrenzenden Frankreich kann man auch sehr schöne Ausflüge in das nahe Elsass unternehmen. Die Nachbargemeinde Basel kann man ebenfalls rasch erreichen und dadurch die Angebote der Stadt nutzen.

Für Kinder und Jugendliche gibt es hier nebst dem Jugendfreizeithaus und dem Robi-Spielplatz auch das Jugendland.

Nahe der Kantonsgrenze befindet sich zudem ein Velogarten, wo Kinder das Velofahren bei realistischen Bedingungen wie Ampeln, Fussgängerstreifen, Kreiseln, Vortrittsrecht usw. lernen.

Verkehr

Allschwil verfügt über eine Tramlinie sowie vier Buslinien. Mit der Tramlinie 6 nach Riehen der BVB erreicht man innert 15 Minuten die Stadt Basel. Die Tram-Haltestelle "Morgartenring" ist auf dieser Tramlinie die erste Haltestelle im Kanton Basel-Stadt. Daneben existieren folgende Buslinien:

  • Linie 33 der BVB von Schönenbuch via Allschwil nach Basel/Schifflände
  • Linie 48 der BVB an den Bahnhof Basel SBB fährt tagsüber von Montag bis Samstag
  • Linie 38 BVB/RVL nach Wyhlen Siedlung in Deutschland
  • Linie 61 der BLT nach Basel/Neuweilerstrasse-Binningen-Oberwil
  • Linie 64 der BLT nach Arlesheim

Mit dem Auto ist Allschwil ebenfalls sehr gut erreichbar. Mit der Eröffnung der Nordtangente Basel 2008 ist Allschwil auch gut an das Autobahnnetz angeschlossen. Durch den Pendelverkehr in die Stadt Basel aus der Gemeinde Allschwil, aber auch Frankreich herrscht zu bestimmten Zeiten allerdings relativ dichter Verkehr; dazu trägt bei, dass von Frankreich nach Allschwil kein öffentlicher Verkehr angeboten wird. Die Gemeinde verfügt zudem über eine grosse Anzahl Fahrradstreifen. Allschwil liegt in der Nähe des Flughafens Basel-Mülhausen, den man sehr rasch erreichen kann. Durch den Flughafen leidet die Gemeinde jedoch immer stärker unter Fluglärm.

Allschwil hat seit Dezember 2014 tagsüber von Montag bis Samstag durch die Linie 48 einen direkten Anschluss zum Bahnhof SBB, jedoch führt die Linie nicht zum Dorfkern, sondern ins Industriequartier Bachgraben.

Zudem gibt es Pläne für eine S-Bahn-Station Allschwil/Morgartenring.

Sehenswürdigkeiten

  • Dorfkern mit typischen Sundgauer Fachwerkhäusern.
  • Dorfkirche aus dem Jahr 1698 mit ihrer spätbarocken Ausstattung.
  • Dorfmühle, als Hostienmühle im 17. Jahrhundert gebaut und heute ein Restaurant.
  • Heimatmuseum[6] - Das Heimatmuseum der Gemeinde Allschwil
  • Wasserturm Allschwil: Lange Ägerten mit seiner Aussichtsterrasse.
  • Allschwiler Wald: Beliebtes Naherholungsgebiet, das unter Naturschutz steht.

Partnerstädte

Persönlichkeiten

Literatur

  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft. Band I: Der Bezirk Arlesheim. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 57). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1969, DNB 457321989 .

Weblinks

 Commons: Allschwil  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. 2,0 2,1 Philipp Obrist: Allschwil BL (Arlesheim) In: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 83. Angegebene Lautschrift: [ˈalʃˌʋiːl]
  3. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 37, Stichwort Allschwil  (Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <_0000 Scan der Lexikon-Seite ).
  4. Protokoll. Gemeinde Allschwil, 28. Februar 2016, abgerufen am 9. April 2016 (PDF, deutsch).
  5. statistik.bl.ch: Statistik Baselland , Zugriff am 30. August 2013.
  6. heimatmuseum-allschwil.ch: Heimatmuseum Allschwil , Zugriff am 15. April 2010.

Kategorien: Ort im Kanton Basel-Landschaft | Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Basel-Landschaft | Schweizer Gemeinde

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Allschwil (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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