Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft - LinkFang.de





Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft


Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft
(AAG)
Zweck: Pflege künstlerischer, wissenschaftlicher und erzieherischer Bestrebungen, im Sinne des Goetheanum, der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft.[1]
Vorsitz: Paul Mackay, Bodo von Plato, Seija Zimmermann, Justus Wittich, Joan Sleigh, Constanza Kaliks[2]
Gründungsdatum: 1913[1] / 1923
Mitgliederzahl: Ende 2014 weltweit 46157 in 35 Landesgesellschaften und 39 Gruppen[3]
Sitz: Dornach (SO), Schweiz
Website: goetheanum.org
Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnittes wird in Frage gestellt.
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht ausreichend belegt.

Die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, auch zweite Anthroposophische Gesellschaft oder Anthroposophische Gesellschaft, wurde auf der Weihnachtstagung 1923/1924 unter dem Vorsitz des Begründers der Anthroposophie, Rudolf Steiner, als Nachfolgeorganisation der Anthroposophischen Gesellschaft gegründet.[4]

Bei der sogenannten „Neugründung“ der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft handelte es sich lediglich um eine Statutenänderung der Anthroposophischen Gesellschaft, mit der Steiner deren verknöcherter Vereinsmeierei, deren Gegenerationenkonflikt, lokalen Animositäten und machtpolitischen Auseinandersetzungen entgegenwirken wollte.[5]

Nach Steiners Tod 1925 wurde die Anthroposophische Gesellschaft von enormen persönlichen Konflikten und Streitigkeiten über den künftigen Kurs der Gesellschaft zerrüttet. Nach dem Verbot der anthroposophischen Gesellschaften durch die Nationalsozialisten 1935 gelang es der Anthroposophische Gesellschaft die alten Konflikte beizulegen und durch den Praxisbezug der anthroposophischen Bewegung auf landwirtschaftlichem, pädagogischem und medizinischem Gebiet und verschiedenen sozialen Aktivitäten in den 1970er und 1980er wieder zu expandieren.[6] Sitz der Gesellschaft ist das Goetheanum in Dornach bei Basel.

Geschichte

Die AAG sei in den Weihnachtstagen 1923 gegründet worden, und von Rudolf Steiner als ideell absolut notwendiger Neubeginn gedacht, welcher die anthroposophische Bewegung aus einer inneren Krise führen sollte.[7] Diese Krise bestand darin, dass sich in der 1913 gegründeten Anthroposophische Gesellschaft, sektiererische Tendenzen zeigten, die zu inneren Streitigkeiten und Gruppenbildungen bis hin zu Abspaltungen geführt hatten. Da Steiner sich nicht von der ganzen anthroposophischen Bewegung trennen wollte, sanktionierte er die Gründung einer zweiten Anthroposophischen Gesellschaft. In seiner Ansprache zur Begründung diese Neubeginns sprach er, hinsichtlich des in der Silvesternacht 1922 durch Brandstiftung zerstörten Goetheanums, von einem Trümmerhaufen, der symptomatisch für die heutigen Weltverhältnisse sei.[8]

Mit der Gründung der AAG war von Steiner die Einrichtung einer „Freien Hochschule für Geisteswissenschaft“ und eine Einverleibung aller Gesellschaften und Vereine vorgesehen,[9] die in den ersten 20 Jahren der theosophisch-anthroposophischen Zeit entstanden waren. Das scheiterte daran, dass das Statut, welches man im Dezember für die AAG verabschiedet hatte, in diversen Punkten von Notar Altermatt als ins Handelsregister nicht eintragbar taxiert wurde. Da dem Statut durch die Annahme Rechtsgültigkeit erwachsen war, eine eigenmächtige Änderung war ausgeschlossen, versuchte Steiner der neuen Gesellschaft eine Struktur[10] zu geben, die zu keinem Konflikt mit dem Eintrag führen durfte. Die 3. außerordentliche Generalversammlung des Vereins am Goetheanum wurde einberufen um den Vorstand umzubilden. Steiner sollte den Vorsitz übernehmen.

Als am 7.März 1925 die Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt erschien, fehlte der Eintrag der neuen Gesellschaft AAG. Stattdessen wurde lediglich eine Namens- und Statutenänderung sowie ein neuer Vorstand publiziert.

Am 30. März 1925 starb Steiner. Da die letzten Änderungen am Statut explizit von Steiner ausgingen, wurden Vorstand und Mitglieder gewahr, dass ihr „Neubeginn“ als wie vom Erdboden verschluckt war; wo war die Hochschule geblieben, wo war die Anthroposophische Gesellschaft selber mit ihrem, von 900 Mitgliedern verabschiedeten Statut? Eine eigentliche Ratlosigkeit bemächtigte sich aller. Es folgten heftige Auseinandersetzungen und Machtkämpfe.

Die Jahre nach Steiners Tod

Nach Steiners Tod im Jahr 1925 übernahm Albert Steffen den Vorsitz der Allgemeinen Anthroposophische Gesellschaft (AAG). Rasch kam es zu Auseinandersetzungen unter den Mitgliedern über die Ausrichtung und Führung der Gesellschaft – „Gegenspielerin“ Steffens war Ita Wegman, zu vermitteln versuchten besonders Carl Unger und Marie Steiner –, was 1935 zum Ausschluss zahlreicher Mitglieder führte. 1949 führten die langjährigen Konflikte um die Verwaltung des Nachlasses Steiners zur Abspaltung einer Gruppe namens Anthroposophische Vereinigung in der Schweiz.

Im Nationalsozialismus wurde am 1. November 1935 die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland wegen „internationaler Einstellung und engen Beziehungen zu ausländischen Freimaurern, Juden und Pazifisten“ verboten.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in Deutschland zu einem Neubeginn und weltweit zu einer Ausweitung anthroposophischer Initiativen, vor allem durch die Gründung von Einrichtungen in den Bereichen anthroposophische Medizin, biologisch-dynamische Landwirtschaft, Eurythmie und Waldorfpädagogik.

Freie Hochschule für Geisteswissenschaft

Die freie Hochschule sieht ihre Aufgaben in der "Forschung auf geistigem Gebiet", der "Anregung und Behandlung von Fragen aus der Praxis", sowie der Weiterbildung in anthroposophisch orientierten Arbeitsfeldern. Sie ist in eine allgemein anthroposophische und zehn Fachsektionen gegliedert. Die Fachsektionen sind die Mathematisch-Astronomische Sektion, die Medizinische Sektion, Naturwissenschaftliche Sektion, Sektion für Landwirtschaft, Pädagogische Sektion, Sektion für Bildende Künste, Sektion für Redende und Musizierende Künste, Sektion für Schöne Wissenschaften, Sektion für Sozialwissenschaften, sowie eine Jugendsektion.[11]

Ursprünglich war sie auf drei Klassen angelegt. Steiner begründete zu Lebzeiten jedoch nur die erste, die bis heute die einzige ist. Inhalt sind seine mittlerweile veröffentlichten internen Darstellungen vor den Hochschulmitgliedern, die sogenannten "Klassenstunden".[12][13] Das Hochschulkollegium der Sektionsleiter wurde erst im Jahr 2000 gegründet. 2012/2013 bildete es zusammen mit dem Vorstand der AAG die Goetheanum-Leitung.[14]

Literatur

  • Rudolf Steiner: Probleme des Zusammenlebens in der Anthroposophischen Gesellschaft (= GA 253). 7 Vorträge 1915. Dornach 1989, ISBN 3-7274-2530-X
  • Rudolf Steiner: Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesellschaft (= GA 258). 8 Vorträge 1923. Dornach 1931; 3. A. 1981, ISBN 3-7274-2580-6
  • Bodo von Plato: Zur Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft. Ein historischer Überblick. Freies Geistesleben, Stuttgart 1986, ISBN 3-7725-0854-5

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft. moneyhouse - Handelsregister- und Wirtschaftsinformationen, abgerufen am 2. Juni 2015 (deutsch).
  2. Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. In: www.goetheanum.org. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  3. Seija Zimmermann: Wirken als esoterische Gesellschaft. In: Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (Hrsg.): Nachrichten für Mitglieder - Anthroposophie weltweit. Nr. 6, 2015.
  4. Cees Leijenhorst: Anthroposophy. In: Wouter J. Hanegraaff (Hrsg.): Dictionary of Gnosis & Western Esotericism. Brill, Leiden/Boston 2005. S. 88f.
  5. Helmut Zander: Anthroposophie in Deutschland. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007. S. 245f.
  6. Cees Leijenhorst: Anthroposophy. In: Wouter J. Hanegraaff (Hrsg.): Dictionary of Gnosis & Western Esotericism. Brill, Leiden/Boston 2005. S. 89.
  7. Die Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft GA 260 / Eröffnungsvortrag von Rudolf Steiner am 24.Dez. 1923 vormittags 11 Uhr 15 (Seite 32–59).
  8. GA 260 Seite 32 und 33
  9. Siehe Eröffnungsansprache Steiners am 24.Dez. 1923 (GA 260).
  10. Siehe Sitzungsprotokoll vom 29. Juni 1924 der dritten außerordentlichen Generalversammlung des Vereins des Goetheanum der freien Hochschule für Geisteswissenschaft. Protokollführer Notar E.Altermatt(GA ???)
  11. Freie Hochschule für Geisteswissenschaft. In: www.goetheanum.org. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  12. Rudolf Steiner: Esoterische Unterweisungen für die erste Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum 1924. In: GA. Band 270.
  13. Johannes Kiersch: Steiners individualisierte Esoterik einst und jetzt. Zur Entwicklung der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft. 2. Auflage. Verlag am Goetheanum, 2012.
  14. Michaela Glöckler, Rolf Heine für die internationale Koordination Anthroposophische Medizin [IKAM] (Hrsg.): Führungsfragen und Arbeitsformen in der anthroposophisch medizinischen Bewegung. 4. überarbeitete Auflage. Verlag am Goetheanum, Dornach 2015, ISBN 978-3-7235-1548-8, Das Hochschulkollegium heute, S. 54.

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.