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Alland


Dieser Artikel beschreibt die niederösterreichische Gemeinde. Zum US-amerikanischen Schauspieler und Filmproduzenten siehe William Alland.
Alland
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Fläche: 68,5 km²
 :
Höhe: 331 m ü. A.
Einwohner: 2.568 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 2500, 2532, 2533, 2534, 2565
Vorwahl: 0 2258
Gemeindekennziffer: 3 06 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 176
2534 Alland
Website: www.alland.at
Politik
Bürgermeister: Ludwig Köck (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
11
8
1
1
11 
Lage der Marktgemeinde Alland im Bezirk Baden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Alland ist eine Gemeinde mit 2568 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) im Bezirk Baden in Niederösterreich, etwa 20 km südwestlich von Wien.

Geografie

Geografische Lage

Die Marktgemeinde Alland liegt am Oberlauf der Schwechat, im westlichen Teil des Helenentals und des Industrieviertels. Der Talkessel um Alland bildet das Zentrum des Erholungsgebiets Wienerwald an der Wiener Außenringautobahn (A 21). Der höchste Berg ist mit 834 m der Hohe Lindkogel.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zehn Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

Die Gemeinden Alland und Raisenmarkt wurden im Jahr 1972 zur Großgemeinde Alland zusammengeschlossen, und diese wurde im Jahr 2002 vom Niederösterreichischen Landtag unter Landeshauptmann Erwin Pröll zur Marktgemeinde erhoben.

Die Gemeinde Alland umfasste bis dahin die Katastralgemeinden

Die Gemeinde Raisenmarkt umfasste die Katastralgemeinden

Die Marktgemeinde Alland umfasst damit 68,5  km² und ist mit ihren zwölf Katastralgemeinden die flächenmäßig größte im Bezirk Baden.

Ortschaften

Nachbargemeinden

Geschichte

Das 1000 Jahre alte, ländliche, waldreiche Alland stand im 12. Jahrhundert im Besitz der Babenberger und war zu Zeiten der Habsburger landesfürstliches Jagdrevier. Der Ortsname leitet sich von der Bezeichnung Adelathe oder adel achte – was adeliger Besitz bedeutet – ab.

Das katholisch geprägte Gebiet wurde um 1850 selbständig und 1972 entstand durch die Eingliederung von zwölf Dörfern und einigen Hausrotten die heutige Gemeindestruktur. Kronprinz Rudolf starb 1889 in Mayerling, einem Ortsteil Allands. Im Fin de siècle wurde der Ort zu einer beliebten Sommerfrische und Kurort, vorwiegend der Wiener, im Wienerwald.

Einwohner, Häuser

In der Gemeinde wird – mit Ausnahme von etwa 30 Eigentums- und Gemeindewohnungen – ausschließlich in Ein- bzw. Zweifamilienhäusern gewohnt.

In der Gemeinde Alland leben heute 2487 Personen (2011) mit Hauptwohnsitz und etwa 600 Personen mit Nebenwohnsitz, gesamt somit circa 3000 Personen in 1000 Häusern mit 1200 ordentlichen Haushalten.

Vor 1919 waren 229 Häuser in Alland. Bis 1960 stieg die Zahl auf 360, bis inklusive 1980 stieg die Zahl auf 653 – bedingt auch durch die Gemeindezusammenlegung 1972 – und 1991 gab es 852 Häuser.

Die Bevölkerungszahl betrug im Jahr 1900 insgesamt 2285 Personen, nahm kriegsbedingt bis ins Jahr 1961 auf 1867 Personen ab und stieg seither stetig. Besonders die Autobahnanbindung – seit den 1970er Jahren – hat den Zuzug von Wien gefördert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Alland
  • Die Katholische Pfarrkirche Alland der Urpfarre des Wienerwaldes birgt einen sagenumwobenen Grabstein, der das Abbild eines am Rücken liegenden Hundes aus dem eine Lilie emporwächst zeigt.
  • Der Allander Rundwanderweg – mit seinen zahlreichen Bildstöcken und Marterln – ist mit vielen Hinweistafeln über die geschichtlichen Hintergründe ausgestattet.
  • Das Babenbergerhaus, Alland Nr. 33 (vermutlich war das die Meierei) und das Herrenhaus der Babenberger, Nr. 32 – hier wurde Friedrich I. von Baden, der Sohn von Hermann VI. von Baden und Gertrud von Babenberg, der Nichte Herzog Friedrichs des Streitbaren von Österreich, des letzten Herrschers aus dem Haus der Babenberger, im Jahr 1249 geboren. Gleich daneben liegt der
  • Gedeckte Steg über die Schwechat aus dem Jahr 1745, und das
  • Schluckerdenkmal im Gemeindepark gegenüber der Apotheke erinnert an den Armen Schlucker.
  • Die Tropfsteinhöhle im Buchberg (dem Wappenmotiv Allands) mit dem Skelett eines 10.000 Jahre alten Bären.
  • Die Pestsäule mit dem Massengrab von Pestopfern an der Wagenhofstraße (siehe auch: Geschichte Allands).
  • Die Türkenhasel – ein Naturdenkmal und ebenfalls Wappenmotiv Allands – zeugt von einem Gemetzel an der Bevölkerung. Der ca. 450 Jahre alte Baum steht am Weißenweg.
  • Das Alte Forstamt- liegt gleich daneben.
  • Die historischen Gebäude der ehemaligen Lungenheilstätte (1896: Heilanstalt für Brustkranke[2]) – jetzt Rehabilitationszentrum der Pensionsversicherungsanstalt- in Groisbach.
  • Das Schloss Mayerling in Mayerling.
  • Die Wallfahrtskirche in Maria Raisenmarkt.
  • Die Ruine Arnstein, Arnsteinhöhle und Arnsteinnadel.

Verkehr, Tourismus

Per Auto über die Allander Autobahn (Wiener Außenring Autobahn, A 21) von der West- und Südautobahn (in ca. 20 min. von Wien), auf Bundes- und Landesstraßen aus Richtung Mödling, Baden, Altenmarkt im Triestingtal und Klausen-Leopoldsdorf.

Busverbindungen gibt es aus allen genannten Städten und eine Haltestelle des Wieselbus.

Für Wanderer und Trekker gibt es Weitwanderwege nach Alland: Via Sacra, Beethoven-Weitwanderweg, Wegerl im Helenental, Niederösterreichische Barockstraße.

Wirtschaftliche Situation

Land- und Forstwirtschaft

Die Landwirtschaft hatte große Bedeutung, doch nimmt diese immer mehr ab. Im Jahr 1980 gab es noch 105 landwirtschaftliche Betriebe, im Jahr 1990 nur mehr 99 Betriebe und diese Zahl sinkt weiter. Vollerwerbsbauern gibt es nur mehr 13, Nebenerwerbsbauern gibt es immerhin noch 76. Den letzten Trends folgend, setzen die Bauern verstärkt auf Pferde und Reiten, bemühen sich um die Errichtung eines Reitwegenetzes und betreiben teilweise biologische Landwirtschaft. Der Ab-Hof-Verkauf hat in den letzten Jahren stark an Gewicht gewonnen.

Die lange forstwirtschaftliche Tradition geht auf die Babenberger zurück. Erstmals wurde 1396 ein Forstamt urkundlich erwähnt, wo der Wienerwald in mehrere Forstämter unterteilt war. Um 1500 wurde das Forstwesen des Gebietes des Wienerwaldes neu organisiert und wurden fünf „Waldbereiturigen“ in Klosterneuburg, Breitenfurt, Purkersdorf, Wiener Neustadt und Alland unterteilt. Das „Waldamt Alland“ wurde um 1700 erbaut und diente der Forstverwaltung bis zum Jahr 1997 als Arbeitsstätte. Seit dem Jahr 1997 ist das Forstamt aufgelassen und die Allander Bundesforste werden von Breitenfurt aus verwaltet.

Genossenschaften gibt es in Alland keine. Es gibt die Agrargemeinschaft der Allander Urhausbesitzer, welche 27 Mitglieder zählt. Die Agrargemeinschaft Untermeierhof zählt fünf Mitglieder.

Banken, Post

Eine Postsparkasse gab es in Alland seit dem Jahr 1883. Seit der Filialschließung im Oktober 2010 gibt es eine „Post-Partner“ Geschäftsstelle am Hauptplatz.

Es gibt zwei Geldinstitute in Alland: die Volksbank und die Raiffeisenkasse. Die Raiffeisenkasse Alland (seit 1991 Geschäftsstelle der Raiffeisenkasse Guntramsdorf) existiert seit dem Jahr 1894, die Volksbank seit 1962.

Gewerbe, Industrie, Ärzte

Grundsätzlich war die Gemeinde Alland immer land- und forstwirtschaftlich ausgerichtet. Dennoch hat es in der Geschichte verschiedenste Gewerbe gegeben, die wieder verschwunden sind. So etwa die Glashütte und die Zementerzeugung, die Kalköfen, die Mühlen und die Schmieden.

Nicht nur Alland, sondern auch in Maria Raisenmarkt gab es ein Sägewerk und in Maria Raisenmarkt zusätzlich eine Stockerzeugung. Geschürft wurde früher nach Gips und nach Kohle, allerdings ohne nachhaltigen Erfolg.

Heute (2002) präsentieren sich in Alland 68 Klein- und Kleinstbetriebe. Die bedeutendsten sind:

  • Die beiden Landesbetriebe Straßenmeisterei und Brückenmeisterei Alland betreuen die A 21, die Landesstraßen im Gemeindegebiet und die Brücken bis Schwechat (ca. 75 Mitarbeiter).
  • Die Kuranstalt Rehabilitationszentrum Alland – ehemals Tuberkulose- bzw. Lungenheilstätte – in Groisbach der Pensionsversicherungsanstalt (ca. 100 Mitarbeiter).

Industriebetrieb gibt es in der Gemeinde Alland keinen.

Gastronomie

Um das Jahr 1950 gab es in Alland 19 Gastwirtschaften, heute sind es noch immer 13 Gaststätten, von denen einige auch Zimmer vermieten. Die mit Abstand bestbesuchteste ist die Autobahnraststätte an der A 21 Wiener Außenringautobahn, welche im Jahr 1991 eröffnet wurde.

Besonders hervorzuheben ist auch das Drei-Hauben Restaurant und Seminarhotel Relais & Châteaux Hanner. Dem Besitzer Heinz Hanner wurde die Auszeichnung „Koch des Jahres 1997“ von Gault-Millau verliehen.

Alland gehört seit dem Jahr 1972 zur Kategorie der Fremdenverkehrsgemeinden. Es gibt insgesamt zehn Zimmervermieter, davon zwei Privatzimmervermieter, eine Frühstückspension, und einmal Ferien am Bauernhof.

Die Auslastung ist saisonbedingt hauptsächlich im Sommer gegeben, mit 20 % aber relativ gering. Die Nächtigungszahlen der Gemeinde werden allerdings um die Werte des Kriegsopferheimes im Helenental mit 108 Betten und des Erholungsheimes der Franziskanerinnen in Mayerling erhöht. In diesen Heimen wird eine Auslastung von knapp 50 % erreicht.

Statistisch werden in Alland pro Jahr etwa 30.000 Übernachtungen gezählt.

Dennoch sind die Besucher von Alland größtenteils Tagesausflügler, Biker und Oldtimerfans, welche die hügelig-kurvigen Straßen und die zwölf markierten Wanderwege, den Kulturwanderweg nach Baden, den Beethovenweitwanderweg oder das Wegerl im Helenental besuchen. Besonders attraktiv für Gäste sind neben den international bekannten Kulturstätten in Mayerling die Tropfsteinhöhle im Buchberg von Alland.

Bedeutung hat nun wieder verstärkt die Via Sacra, die Heilige Straße, ein alter Pilgerweg nach Mariazell. Die Gemeinden Alland, Altenmarkt an der Triesting, Gaaden, Heiligenkreuz und Kaumberg haben sich zusammengeschlossen und die Via Sacra neu belebt. So wird regelmäßig ein Veranstaltungskalender herausgebracht und eine eigene Konzertreihe veranstaltet.

Vereine, Sport, Veranstaltungen

  • Die Schwechat ist ein beliebtes Sportfischerrevier und bietet einige Badeplätze sowohl in Alland als auch im Helenental.
  • Festsaal der Gemeinde Alland (err. 1988)- bietet etwa 120 Personen Platz und wird für Ausstellungen, Vorträge, Konzerte, Adventmarkt und Theateraufführungen genutzt.
  • Fußballklub SC Alland: Der Fußballverein wurde 1947 gegründet und spielt in der 2. Klasse Triestingtal Meisterschaft und fördert besonders die Jugendarbeit. Die Vereinsfarben sind aufgrund der guten Verbindung der Gründer zum SK Rapid Wien grün-weiß. Die besten Platzierungen des Vereins waren 1977 und 1991 der Meistertitel in der 2. Klasse Ost Mitte. Im Jahr 2009 spielen neben der Kampfmannschaft eine U-23, eine U-16, eine U-12, eine U-10 sowie eine U-8. Der Fußballplatz des SC Alland verfügt über ein Hauptfeld und einen Trainingsplatz.
  • Sechs Reithöfe in Glashütten, Alland, Maria Raisenmarkt und Zobelhof.
  • Tennisplatz beim Hotel-Restaurant „Hanner“ in Mayerling.
  • Sauna Alland im Untergeschoss der Hauptschule Alland.
  • Es gibt vier Chöre in Alland.[3]
  • Freiwillige Feuerwehren in Alland, Groisbach und Maria Raisenmarkt.
  • Rotes Kreuz Alland – Rettungsdienststelle

Kirche, Schulen, Kindergarten

Bereits im 8. Jahrhundert gab es im Ort Alland – nach der Überlieferung – eine Holzkirche, die im 11. Jahrhundert in Stein gebaut wurde. Die gegenwärtige Kirche ist eine dreischiffige Hallenkirche mit spätgotischen Formen, dem heiligen Georg und der heiligen Margarethe geweiht.

Seit dem Jahr 1726 gibt es eine Schule in Alland.

  • Hauptschule Alland (err. 1973): Der Schulsprengel umfasst die Gemeinden Alland, Heiligenkreuz und Klausen-Leopoldsdorf. Vereinzelt besuchen die Hauptschule Alland auch Schüler aus den Gemeinden Gaaden, Altenmarkt an der Triesting oder Altlengbach. In dem Gebäude der Hauptschule wurde 1980 ein Hallenbad eröffnet, das durch das verheerende Hochwasser im Juli 1997 völlig zerstört wurde. Da der Platzmangel in der Hauptschule sehr akut war, wurden die im Keller befindlichen Räumlichkeiten des ehemaligen Hallenbades in Klassenräumlichkeiten umgebaut und so einem teuren Zubau aus dem Weg gegangen, was enorme Einsparungen für den Schulsprengel bedeutete. Im Jahr 2002 besuchten 165 Schüler die Schule und wurden von 16 Lehrern in acht Klassen unterrichtet.
  • Die Volksschule Alland (err. 1902) wurde im Krieg zerstört, im Jahr 1950 wieder aufgebaut und im Jahr 1995 mit einem modernen Turnsaal erweitert. 2010 wurden in der Volksschule in vier Klassen 82 Schüler von 5 Lehrern unterrichtet und die Musikschule beherbergt.
  • Der Kindergarten in Alland ist eine private Stiftung des Freiherrn Max von Vittinghoff-Schell und seiner Gemahlin Gräfin Maria Belcredi aus Anlass des 40. Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef. Im Jahr 1889 begannen die mit der Führung des Kindergartens beauftragten Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul mit dem Betrieb. Im Jahr 2003 wurde der Neubau des Nö. Landeskindergartens auf dem historischen Areal beendet und in Betrieb genommen.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Erich Dorffner, Christl Dorffner: Allerhand über Alland. Ein bunter Streifzug durch Geschichte und Gegenwart der Wienerwaldgemeinde. Selbstverlag, Alland 1989, ISBN 3-900724-00-8.

Galerie

Weblinks

 Commons: Alland  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Correspondenzen. Alland. Das Gleichenfest der Heilanstalt für Brustkranke. . In: Badener Bezirks-Blatt, 28. Oktober 1896, S. 4 (Online bei ANNO)
  3. Chöre und Ensembles im Bezirk Baden, Alland

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alland (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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