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Allalingletscher


Allalingletscher

Allalingletscher und Allalinhorn von Osten (2010)

Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Walliser Alpen Mischabel
Typ Talgletscher
Länge 6 km (2010)[1]
Fläche 9,68 km² (2004)[1][2]
Exposition Nährgebiet Nord, Zehrgebiet Ost
Höhenbereich 4'190 m ü. M. – 2'601 m ü. M. (2005)[1]
Eisvolumen 0,91 ± 0,23 km³ (2004)[2]
 
Entwässerung Saaser Vispa, Rhone

Der Allalingletscher ist der größte Gletscher im Quellgebiet der Saaser Vispa, in den Walliser Alpen, nahe der südlichen Landesgrenze der Schweiz. 1973 war er 6.5 km lang bei einer durchschnittlichen Breite von 1.5 km. Seitdem hat er sich im Zuge der Gletscherschmelze um etwa 500 m zurückgezogen. Im Jahr 2004 wurde eine Fläche von 9,68 km² ermittelt.[1]

Seinen Ursprung hat der Allalingletscher auf dem vergletscherten Gipfel des Strahlhorns (4'190 m ü. M. ). Er fließt nach Nordosten und zum Schluss nach Osten entlang der Ostflanke des Rimpfischhorns und des Allalinhorns. Gegen Westen ist der Gletscher über den firnbedeckten Allalinpass (3'564 m ü. M. ) mit dem Mellichgletscher verbunden. Die Gletscherzunge endet mit einem Abbruch im oberen Teil des Steilhangs nordwestlich des Staudammes des Mattmarksees auf etwa 2'700 m ü. M. Sie speist die Saaser Vispa, welche das Wasser durch das Saastal zur Rhone bringt.

Während der Kleinen Eiszeit vom 15. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts reichte der Allalingletscher bis ganz ins Tal der Saaser Vispa hinunter und staute dabei im Gebiet des heutigen Stausees Mattmark einen See auf. Dieser See brach immer wieder durch den Gletscherwall aus, was im Saastal zu teils verheerenden Hochwassern führte. Deshalb wanderten auch viele Talbewohner aus. Allein zwischen 1589 und 1850 war die Bevölkerung gemäß den Chroniken von 23 größeren Überschwemmungen betroffen. Erst 1926 wurde die Gefahr größtenteils gebannt, indem ein Stollen zur Ableitung des Seewassers durch den Fels am östlichen Talhang getrieben wurde.

Eine neue Art von Gefahr entstand, als sich der Gletscher aus dem Talboden zurückzog und infolgedessen die über den Steilhang führende Partie des Gletschers ihre Stabilität verlor. Während das Eis im Tal zuvor das Eis in der Flanke stabilisiert hatte, neigt die über den Steilhang hängende Zunge seither zum Abrutschen über die glatten Platten (vgl. Foto). Eine Katastrophe ereignete sich am 30. August 1965, als während des Baus des Mattmarkstaudamms plötzlich eine Eismasse von rund einer halben Million Kubikmetern (nach ETH Zürich zwei Millionen Kubikmeter) Volumen vom Allalingletscher abstürzte und einen Grossteil der am Dammfuss aufgestellten Baueinrichtungen verschüttete. Dabei kamen 88 Menschen ums Leben.

Am 30./31. Juli 2000 ereignete sich ein ähnlicher Eissturz mit einem Volumen von etwa einer Million Kubikmetern. Der Anriss lag etwas höher als 1965, Schaden entstand diesmal nicht.

Mittlerweile ist die Zunge jedoch so weit abgeschmolzen, dass nur noch wenig Eis in der Steilflanke hängt. Setzt sich der gegenwärtige Schwund fort, wird der Gletscher in wenigen Jahren oberhalb der kritischen Steilstufe in einer flachen und ungefährlichen Zunge enden.

In seinem Mittelteil, dem heute unteren Bereich, vereinigte sich der Allalingletscher während der Kleinen Eiszeit mit dem Hohlaubgletscher. Dieser kleinere Gletscher entsteht unterhalb des Gipfels des Allalinhorns (4'027 m ü. M. ). Der Hohlaubgletscher ist durch den Hohlaubgrat vom Allalingletscher getrennt.

Literatur

Weblinks

 Commons: Allalingletscher  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013, doi:10.5904/wgms-fog-2013-11; abgerufen am 11. Dezember 2013
  2. 2,0 2,1 Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. (PDF; 756 kB) In: Global and Planetary Change, 68, 2009, S. 225–231.

Kategorien: Gletscher in Europa | Gletscher in den Alpen | Gletscher im Kanton Wallis | Flusssystem Vispa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Allalingletscher (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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