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Alfred Tennyson, 1. Baron Tennyson


Alfred Tennyson, 1. Baron Tennyson (* 6. August 1809 in Somersby, Lincolnshire; † 6. Oktober 1892 in Aldworth bei Reading) war ein britischer Dichter des Viktorianischen Zeitalters.

Leben

Tennyson war das dritte von elf Kindern des Geistlichen und Lehrers Dr. George Tennyson. Außer den vier Jahren an der Grundschule wurde Tennyson von seinem Vater unterrichtet. 1827, mit 18 Jahren, ermöglichte eine vermögende Tante Tennyson ein Studium am Trinity College in Cambridge. Diese noble Geste und die liberale Welt an der Universität machten auf den schüchternen Tennyson großen Eindruck.

Zwischen 1828 und 1830 studierte Tennyson in Cambridge am Trinity College, beendete aber sein Studium nicht. Während dieser Zeit war er Mitglied der Cambridge Apostles.

Tennyson dichtete schon seit seiner Schülerzeit und konnte 1826 mit seinen Brüdern Frederick Tennyson und Charles Tennyson die Anthologie Poems of two brothers veröffentlichen. Als Student wurde Tennyson für ein Gedicht die Chancellor's medal for English verse verliehen.

Im Sommer 1830 reiste Tennyson mit Arthur Henry Hallam durch Frankreich in die Pyrenäen. Sie wollten Revolutionären, welche sich gegen die spanische Monarchie erhoben, einen im Vereinigten Königreich gesammelten Geldbetrag überbringen.

Als im März 1831 sein Vater starb, verließ Tennyson sofort die Universität, um seiner Mutter beizustehen. Ein Jahr später verlobte sich sein Freund Hallam mit seiner Schwester Emily.

Am 15. September 1833 starb überraschend Tennysons Freund Hallam. Der sensible Dichter war darüber dermaßen erschüttert, dass er sich für die nächsten vier Jahre vollkommen zurückzog. Erst als die Familie Ende 1837 von Somersby nach High Beech, Epping (bei London) zog, schien sich Tennyson wieder zu erholen.

Anfang 1838 verlobte sich Tennyson mit Emily Sellwood, der Schwester seiner Schwägerin. Da Tennyson nach zwei Jahren immer noch nicht von seinem literarischen Schaffen leben konnte, löste Familie Sellwood die Verlobung.

Am 1. Juni 1850 veröffentlichte Tennyson In Memoriam, eine elegische Klage auf den Tod seines Freundes Arthur Hallam, an der er 17 Jahre lang gearbeitet hatte. Mit diesem Gedicht schaffte Tennyson den Durchbruch. Die Kritik war überwältigt und auch privat hatte er damit Erfolg; innerhalb von 14 Tagen konnte er Emily Sellwood heiraten und am 19. November ernannte ihn Königin Victoria zum Poet Laureate.

1851 bis 1853 wohnte Tennyson in Chapel House, in Twickenham, in dem 1852 auch sein Sohn Hallam geboren wurde. Tennyson schrieb die im selben Jahr veröffentlichte Ode on the Death of the Duke of Wellington in dem Haus wohnend.[1]

1854 veröffentlichte er das berühmte Gedicht The Charge of the Light Brigade zum Gedenken an den tapferen, jedoch blutigen und verlustreichen Angriff der leichten britischen Kavalleriebrigade auf eine russische Artilleriestellung im Krimkrieg während der Schlacht von Balaklawa desselben Jahres. Diese Begebenheit wurde auf Grundlage des Gedichtes 1936 von Michael Curtiz mit dem Titel Der Verrat des Surat Khan und 1968 von Tony Richardson mit dem Titel Der Angriff der leichten Brigade verfilmt.

1876 wurde Tennyson in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 1883 wurde er zum Peer (Baron Tennyson) ernannt, und damit stand ihm auch ein Sitz im House of Lords zu. Im Winter 1888/89 zog er sich ein rheumatisches Leiden zu, von dem er sich nicht mehr erholte. Eine Umfrage in dieser Zeit ermittelte, dass Tennyson neben Königin Victoria und Premierminister William Gladstone der bekannteste Brite war.

Eine Grippe, die er sich im Frühling 1892 zuzog, erwies sich als sehr hartnäckig. An ihr, zusammen mit rheumatischen Anfällen, starb Alfred Tennyson am 6. Oktober 1892 frühmorgens in seinem Haus in Aldworth. Seinen Titel erbte sein ältester Sohn Hallam, der später Generalgouverneur von Australien wurde.

Werke

Seine Gedichte thematisierten oft die englische Mythologie (z. B. die Artussage in Idylls of the king 1859) und Geschichte (z. B. The charge of the Light Brigade) und boten somit inhaltlich verschiedenste Vorlagen für die viktorianischen Kunstbewegungen des 19. Jahrhunderts, wie die Ästhetische Bewegung, die Arts and Craft-Bewegung, die später im Jugendstil endete, und die präraffaelitische Bruderschaft, die insbesondere The Lady of Shalott immer wieder thematisieren.[2]

1869 übersetzte der ostwestfälische Arzt, Politiker und Dichter Friedrich Wilhelm Weber neben einigen Gedichten A. Tennysons Enoch Arden und Aylmers Field, 1874 Maud in die deutsche Sprache. Zu Tennysons bekanntesten Werken zählen:

Vertonungen

Weiteres

Das Kap Tennyson in der Antarktis wurde nach ihm benannt.

Literatur

  • Friedrich Brie: Tennyson's „Ulysses“. In: Anglia, Bd. 59 (1935), S. 441–447
  • Roman Dyboski: Tennysons Sprache und Stil. Johnson, New York 1964 (Nachdr. d. Ausgabe Wien 1907).
  • Christian Enzensberger: Viktorianische Lyrik. Tennyson und Swinburne in der Geschichte der Entfremdung. Carl Hanser, München 1997, ISBN 3-446-11226-X (zugl. Habilitationsschrift, Universität München 1969).
  • Philip Henderson: Tennyson : poet and prophet, London [u.a.] : Routledge Kegan, 1978, ISBN 0-7100-8776-4
  • Robert Bernard Martin: Tennyson : the unquiet heart; [a biography], Oxford [u.a.] : Clarendon Pr., 1980, ISBN 0-19-812072-9
  • Elaine Jordan: Alfred Tennyson. CUP, Cambridge 1988, ISBN 978-0-521-30822-9.
  • James R. Kincaid: Tennyson's Major Poems. The Comic and Ironic Patterns. YUP Yale University Press, New Haven CT 1975, ISBN 0-300-01875-4.
  • Leonee Ormond: Alfred Tennyson. A literally life. Macmillan, Basingstoke, 1994, ISBN 0-333-43833-7.
  • James Richardson: The pre-eminent Victorian. A study of Tennyson. Greenwood Books, Westport, Conn. 1973, ISBN 0-8371-6596-2 (Nachdr. d. Ausg. London 1962).
  • Christopher R. Ricks (Hrsg.): The Poems. Penguin Books, London 2008, ISBN 978-0-14-042443-0 (3 Bde.)
  • Ernst T. Sehrt: Alfred Tennyson „Ulysses“. In: Karl Heinz Göller (Hrsg.): Die englische Lyrik. Von der Renaissance bis zur Gegenwart. Verlag Bagel, Düsseldorf 1968 (2 Bde.)
  • William D. Shaw: Tennyson's Style. University Press, Ithaca, N.Y. 1976, ISBN 0-8014-1021-5.
  • Alan Sinfield: Alfred Tennyson. Blackwell, Oxford 1986, ISBN 0-631-13582-0.
  • Charles Tennyson, Christine Fall: Alfred Tennyson. An Annotated Bibliography. University Press, Athens GA 1967.
  • Hallam Tennyson (Hrsg.): The Works („Eversley Edition“). AMS Press, New York 1970 (9 Bde., Nachdr. d. Ausg. London 1907/08).
  • Thomas J. Wise: A Bibliography of the Writings of Alfred Lord Tennyson. Dawsons, London 1967 (2 Bde., Nachdr. London 1908).
  • John Batchelor: Tennyson : to strive, to seek, to find, London : Chatto & Windus, 2012, ISBN 978-0-7011-8058-4

Weblinks

 Commons: Alfred Tennyson  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Alfred Tennyson – Quellen und Volltexte (english)
 Wikisource: Alfred Tennyson – Quellen und Volltexte (deutsch)
  Wikiquote: Alfred Tennyson – Zitate

Einzelnachweise

  1. Telling Trails, Twickenham (Englisch) Terri McCargar. 14. September 2008. Abgerufen am 9. Februar 2012.
  2. George Somes Layard: Tennyson and his pre-Raphaelite illustrators . A book about a book. Publisher: Elliot Stock, London 1894
VorgängerAmtNachfolger
Titel neu geschaffenBaron Tennyson
1884–1892
Hallam Tennyson


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred Tennyson, 1. Baron Tennyson (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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