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Alfred Etscheit


Alfred Etscheit (* 2. August 1879 in Koblenz; † 5. September 1944 im KZ Flossenbürg) war ein deutscher Jurist und im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv.

Leben

Alfred Etscheit studierte zunächst in München Jura, wo er sich dem Corps Suevia München anschloss. Sein Staatsexamen legte er in Kiel ab. Ab 1913 arbeitete er in Douala, Deutsch-Kamerun als Syndikus für den Landwirtschaftlichen Verband für Nord- und Mittelkamerun. Im Ersten Weltkrieg diente er ebenfalls dort und geriet in englische Kriegsgefangenschaft.

In Berlin betrieb er später zusammen mit seiner Ehefrau Alexandra eine Anwaltskanzlei, die auf Wirtschaftsrecht spezialisiert war. 1938 wurde er von Otto Lenz, dem späteren Chef des Bundeskanzleramtes in seiner Sozietät unterstützt. Otto hatte zuvor seinen Dienst als Landesgerichtsdirektor, den er seit vier Jahren innehatte, unter Verlust seiner Pensionsansprüche quittieren müssen. Beide standen der Zentrumspartei nahe und verteidigten auch Juden, die unter der Beschlagnahmung ihres Vermögens oder Enteignung zu leiden hatten.[1]

Nach der Machtergreifung gehörte Etscheit dem Solf-Kreis um Hanna Solf an. 1939 verfasste er die DenkschriftDie innere und äußere Lage“. Das Traktat berichtet von Grausamkeiten der SS und der Polizei gegen die polnische Zivilbevölkerung nach und während des Polenfeldzuges. Die pessimistische Flugschrift forderte zum Sturz des Regimes auf. Dies sollte über die Unterstützung der Opposition durch deutsche Kriegsgegner erfolgen.

Etscheit war außerdem für das Amt Abwehr und die dortige Widerstandsgruppe um Hans Oster und Hans von Dohnanyi tätig. Als Anwalt betreute er den Fall Ludwig Kaas von der Zentrumspartei. Außerdem erstellte er zusammen mit Fred Dubitscher Abstammungsgutachten, die 40 bis 50 Menschen vor der Deportation bewahrten.

Am 26. Januar 1944 wurde Etscheit von der Gestapo verhaftet und in den „Prominententrakt“ des KZ Ravensbrück gebracht. Später wurde er in das KZ Flossenbürg verlegt, wo er am 5. September 1944 verstarb.

Würdigung

Die katholische Kirche hat Alfred Etscheid in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.

Werke

  • Das Problem der Erbenhaftung nach Reichsrecht, Borna-Leipzig:Buchdruckerei R. Noske 1906. (Dissertation)
  • Handbuch des Devisenrechts. Zusammen mit Alexandra Etscheit und Otto Böhmer. Berlin: C.Heymann 1936.

Literatur

  • Helmut Moll (Hrsg. im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz), Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, 6., erweiterte und neu strukturierte Auflage Paderborn u.a. 2015, ISBN 978-3-506-78080-5, Band I, S. 156-161.
  • Sebastian Sigler/Hans-Bernd Herzog: Alfred Etscheit. In: Corpsstudenten im Widerstand gegen Hitler Hrsg. von Sebastian Sigler. Berlin: Duncker & Humblot 2014. S. 485–487. ISBN 978-3-428-14319-1

Einzelnachweise

  1. Winfried Becker: Existenzsicherung und Existenznäte von Katholiken im Widerstand , in: Detlef J. Blesgen (Hsg.): Financiers, Finanzen und Finanzierungsformen des Widerstandes, LIT Verlag Münster 2006, ISBN 978-3825876623, S. 95–96


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred Etscheit (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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