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Alfelder Windloch


Alfelder Windloch

Eingang Alfelder Windloch

Lage: Kauerheim, Fränkische Alb, Deutschland
Katasternummer: E 11
Geologie: Dolomit
Typ: Spaltenhöhle
Entdeckung: 1694
Schauhöhle seit: Nein
Beleuchtung: Nein
Gesamtlänge: 2200 Meter
Niveaudifferenz: 52 Meter
Besonderheiten: Verschlossen Oktober - April

Das Alfelder Windloch ist eine natürliche Karsthöhle im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.

Lage

Die Höhle befindet sich etwa 1800 Meter südlich von Alfeld nahe dem Alfelder Ortsteil Kauerheim am Südhang des Schwarzenbergs.

Beschreibung

Das Alfelder Windloch wird auch Windloch bei Kauerheim, Höhle im Schwarzenberg oder Schwarzenberghöhle genannt. Nach der Mühlbachquellhöhle im Altmühltal ist diese Höhle mit etwa 2200 Meter Gesamtlänge die zweitgrößte in der Fränkischen Alb. Die maximale Höhendifferenz beträgt etwa 52 Meter. [1]

Die Höhle ist als Alfelder Windloch im Höhlenkataster Fränkische Alb (HFA) als E 11[2], als Geotop mit der Nummer 574H005[3], als Naturdenkmal (ND-Nr. ND-05169), als Teil eines FFH-Gebietes (6335-305 Höhlen der nördlichen Frankenalb)[4] und als Bodendenkmal D-5-6535-0001[5] registriert. Sie liegt in einem Komplex fossiler Schwammriffe des Malm Delta und gliedert sich geologisch in zwei Teile, die durch einen Verzahnungsbereich getrennt sind. Unter einer Erhebung liegt die große Eingangshalle und in einer zweiten befinden sich die sogenannten neuen Teile. Dadurch gliedert sich das Kluftsystem in mehrere Etagen. Das System ist labyrinthartig stark verzweigt und teilweise nur über extreme Engstellen zu befahren. Der unscheinbare, teilvermauerte, etwa 80×40 Zentimeter große Eingang befindet sich in einem Einsturztrichter. Die etwa 120×70×5 Meter große Eingangshalle ist mit Verbruch übersät. Die Halle ist eine der größten in der Fränkischen Alb, erscheint jedoch durch den steilen Abfall von 45 Grad kleiner. Von der Halle zweigen zahlreiche Wege und Löcher in die neuen Teile ab. Verschiedenfarbige Pfeile in jede Richtung erschweren das Zurechtfinden zusätzlich. Die Wege sind durch starken Verbruch gekennzeichnet und mit zum Teil rechtwinklig zueinander stehenden Kletterstellen und Spalten verbunden. Nennenswerte Tropfsteine oder Sinterschmuck sind fast nicht vorhanden. Teilweise wurde er im Eingangsbereich geraubt oder zerstört. Die bekanntesten Teile der Höhle sind die „Elefantenfußhalle“, die „Sandhalle“, die „Seifenblase“, der „Briefkasten“ und die „Altarhalle“ mit dem markanten „R.I.P.-Stein“ (Tisch). Die „Elefantenfußhalle“ ist eine bis zu 2,50 Meter hohe Schichtfuge, die im Deckenbereich schöne Lösungsformen (Kolke) aufweist. Die „Seifenblase“ verfügt über ein etwa 15×15 Meter großes Halbkugelprofil. Der „Briefkasten“ ist besonders für großgewachsene Besucher eine Herausforderung.

Geschichte

Bekannt ist die Höhle seit Jahrhunderten. Nach dem Höhlenforscher Christian Schöffel ist die älteste urkundliche Erwähnung von 1694 (1679?). 1708 beschrieb Johann Jakob Baier, ein Medizinprofessor an der Universität Altdorf, die Höhle in seiner Oryctographia Norica. Erste Erschließungsversuche gehen auf den Vikar Sondermann um 1856 zurück. Einige Sagen und Erzählungen ranken sich um diese Höhle, die bis auf die Heidenzeit zurückgehen und die Höhle als Sitz von Druiden und Weissagerinnen wähnen. 1906 hatte der Kauerheimer Schwarzbauer die Höhle mit einer Tür verschlossen und es wurden Führungen angeboten. Ein echter Schauhöhlenbetrieb ist jedoch nicht dokumentiert. Die Höhle wurde erst im 1921/22 von den fränkischen Höhlenforschern Richard Spöcker und Helmuth Cramer befahren. Die neuen Teile wurden vermutlich erst im Zeitraum von 1960 bis 1980 entdeckt. 1992 wurde die Höhle umfassend vermessen und auf 2200 Meter kartiert.

Zugang

Die Höhle ist von April bis September frei zugänglich. Seit 1984 ist sie in den Wintermonaten zum Schutze von Fledermäusen mit einer Eisenstange verschlossen. Aufgrund der labyrinthartigen Verzweigungen fällt es schwer, die Orientierung zu behalten. Im Höhlensystem befinden sich einige gefährliche Kletter- und Schlufstellen. Daher kommt es immer wieder zu Unfällen[6]. Die Höhle sollte ausschließlich von erfahrenen Speleologen mit entsprechender Ausrüstung befahren werden. Zu erreichen ist sie nur zu Fuß über einen mit Blaupunkt oder einer weißen 3 auf rotem Grund gekennzeichneten Wanderweg.

Einzelnachweise

  1. FHKF, Windloch (Abgerufen am 3. April 2013)
  2. Katasterinfo 10 HFGB (Abgerufen am 3. April 2013; PDF; 526 kB)
  3. Geotop 575H005 (Abgerufen am 3. April 2013; PDF; 182 kB)
  4. [detail =ffh&tx_n2gebiete_pi1[sitecode]=DE6335305 Höhlen der nördlichen Frankenalb (FFH-Gebiet)] (Abgerufen am 15. November 2015)
  5. Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege (Abgerufen am 3. April 2013)
  6. Unfall im Windloch (Abgerufen am 3. April 2013)

Literatur

  • Stephan Lang: Höhlen in Franken. Hersbrucker Schweiz und Oberpfälzer Jura. Verlag Hans Carl, Nürnberg 2006, ISBN 3-418-00390-7.

Weblinks

 Commons: Alfelder Windloch (E 11)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Höhle in Bayern | Naturdenkmal in Bayern | Höhle der Fränkischen Alb | Geotop im Landkreis Nürnberger Land | Bodendenkmal im Landkreis Nürnberger Land | Alfeld (Mittelfranken) | Höhle in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alfelder Windloch (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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