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Alexandre Millerand


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Alexandre Etienne Millerand[1] (* 10. Februar 1859 in Paris; † 6. April 1943 in Versailles)[2] war ein französischer Staatsmann der Dritten Republik und einflussreicher Politiker des letzten Viertels des 19. und des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts. Von September 1920 bis Juni 1924 war er als Nachfolger von Paul Deschanel Staatspräsident.

Ursprünglich Sozialist, wurde Millerand, der aus einfachen Verhältnissen stammende Sohn eines kleinen Weinhändlers, 1885 Abgeordneter und 1899 zum ersten Mal Minister gegen den Willen seiner Partei. Als Rechtsanwalt verteidigte er mehrere revolutionäre Aktivisten, unter ihnen Paul Lafargue, den Schwiegersohn von Karl Marx. In der Dreyfus-Affäre, die das Land spaltete, engagierte er sich als Jurist vehement für den jüdischen Offizier, der des Landesverrats bezichtigt wurde.

Von 1899 bis 1902 gehörte Millerand der Regierung der „Verteidigung der Republik“ unter dem linksgerichteten Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau an. Im Laufe der Zeit neigte er mehr und mehr konservativen Anschauungen zu und gab schließlich seine sozialistische Einstellung völlig auf. 1904 wurde er aus der Sozialistischen Partei ausgeschlossen. Kurz darauf sagte er sich von der Freimaurerei los. 1911 war er gemeinsam mit Aristide Briand einer der Begründer des reformsozialistischen Parti républicain-socialiste.

Millerand bekleidete mehrere Ministerämter (u.a. Kriegsminister). Nach dem französischen Sieg im Ersten Weltkrieg fungierte er als Generalkommissär der Republik für die Wiedereingliederung des von Deutschland zurückgewonnen Territoriums des früheren Elsass-Lothringen. Millerand rückte seit dem Weltkrieg immer weiter nach rechts: Er war der Autor des Wahlprogramms des "Nationalen Blocks" (Bloc national), der aus den Parlamentswahlen 1919 als Sieger hervorging.

Am 20. Januar 1920 wurde er Ministerpräsident und nach dem unumgänglichen Rücktritt von Paul Deschanel wegen einer Geisteskrankheit bereits am 23. September 1920 dessen Nachfolger als Präsident der Französischen Republik. In seinem Amt versuchte er, eine aktive Rolle zu spielen, hatte aber aufgrund der Verfassung der Dritten Republik nur wenig Spielraum. Nach dem Sieg der Linken („Cartel des Gauches“) bei den Parlamentswahlen 1924 erzwang die neue Mehrheit seinen Rücktritt am 11. Juni. Zu seinem Nachfolger wurde der Radikalsozialist Gaston Doumergue gewählt.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Elysée-Palast gründete Millerand eine neue Partei „Ligue républicaine“. Er wurde kurz darauf in den Senat gewählt, ohne aber nochmals eine bedeutende politische Rolle spielen zu können. 1925–1927 war er Senator für das Département Seine; 1927–1943 für das Département Orne.

Millerand fungierte als Schirmherr bei den Olympischen Sommerspielen von Paris im Jahre 1900 (in seiner Eigenschaft als Handelsminister) und bei den Olympischen Winterspielen von Chamonix im Jahre 1924 (in seiner Eigenschaft als Staatspräsident).

Ihm zu Ehren wurde eine Insel in der Antarktis Île Millerand genannt.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Knauers Konversationslexikon 1934; S.996
  2. Der Brockhaus Geschichte, 3. Aufl. 2010, S. 578.

VorgängerAmtNachfolger
Georges ClemenceauPremierminister von Frankreich
20. Januar 1920–24. September 1920
Georges Leygues
Stéphen PichonAußenminister von Frankreich
20. Januar 1920–24. September 1920
Georges Leygues
Adolphe Messimy
Adolphe Messimy
Kriegsminister von Frankreich
14. Januar 1912–12. Januar 1913
26. August 1914–29. Oktober 1915
Albert Lebrun
Joseph Simon Gallieni


Kategorien: Rechtsanwalt (Frankreich) | Handelsminister (Frankreich) | Kriegsminister (Frankreich) | Kommunikationsminister | Premierminister (Frankreich) | SFIO-Mitglied | Außenminister (Frankreich) | Mitglied der Académie des sciences morales et politiques | Mitglied der Abgeordnetenkammer (Frankreich) | Gestorben 1943 | Geboren 1859 | Freimaurer (19. Jahrhundert) | Träger des Weißen Adlerordens | Träger des Elefanten-Ordens | Franzose | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandre Millerand (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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