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Aleuten


Dieser Artikel beschreibt eine Inselgruppe. Zu den ebenfalls als Aleuten bezeichneten Ureinwohnern dieser Inseln siehe Aleuten (Volk).
Alëuten
Satellitenbild der Aleuten
Gewässer Pazifischer Ozean
Anzahl der Inseln über 160
Hauptinsel Unalaska Island
Gesamte Landfläche 17.670 km²
Einwohner 8200 (2012)
Prägend für die Aleuten: Vulkane; hier Mount Cleveland

Die Aleuten ([ʔaleˈuːtən] oder [ʔaleˈʔuːtən]; auch: Alëuten, englisch Aleutian Islands) sind eine Inselkette zwischen Nordamerika und Asien am Südrand des nordpazifischen Beringmeers.

Geologie

Die Aleuten bilden einen der bestausgebildeten Inselbögen. Die Inselgruppe liegt (wie Kamtschatka) auf der Nordamerikanischen Platte und bildet an deren nordwestlichem Rand die südliche Begrenzung zur Pazifischen Platte. Die wassergesättigte Pazifische Platte wird dabei unter die Nordamerikanische Platte gedrückt (Subduktion), was mit regelmäßigen starken Erdbeben verbunden ist. Die Nordamerikanische Platte wird beim Aufgleiten auf die Pazifische Platte gebogen. Das führt zu Biegespannungen. Durch diese Dehnung der Platte zerreißt diese und bereitet Magma und stark mineralisierten und heißen Wässern den Weg zum Aufstieg. Diese plattentektonischen Vorgänge führen zum aktiven Vulkanismus auf Kamtschatka, den Aleuten und Alaska, der deren Geographie bestimmt.

Geographie

Die größtenteils zum US-Bundesstaat Alaska gehörende Inselgruppe erstreckt sich bogenförmig am Südrand des nordpazifischen Beringmeers von der Alaska-Halbinsel über rund 1750 Kilometer Länge in Richtung Westen bis zu den russischen Kommandeurinseln, die mit einer Entfernung von 338 Kilometern den westlichen Ausläufer der Inselkette darstellen und geologisch mit diesen eine Einheit bilden. Zusammen stellen sie die natürliche Abgrenzung zum eigentlichen Nord-Pazifik dar.

Die 162 Inseln der Aleuten sind insgesamt 17.670 Quadratkilometer groß. Obwohl die Aleuten eine durchgehende Reihe bilden, werden sie in mehrere Gruppen unterteilt: die Fox Islands, die Islands of Four Mountains, die Andreanof Islands, die Rat Islands, die Near Islands.

Die meisten Inseln gehören zu den Vereinigten Staaten, nur die westlichste Gruppe, die Kommandeurinseln (Komandorskiye ostrova), gehören zu Russland. Der US-amerikanische Teil gliedert sich in den Bezirk Aleutians East Borough (Gesamtfläche 38.880 km², Landfläche 18.099 km²), der auch den westlichen Teil der Alaska-Halbinsel umfasst, und das Aleutians West Census Area (Gesamtfläche 36.562 km², Landfläche 11.388 km²), und hat rund 8200 Einwohner (meist Fischer und Pelztierjäger), die zurückgezogen in elf Gemeinden auf nur sieben Inseln leben. Die Hauptinsel ist Unalaska mit dem Hauptort und Flottenstützpunkt Dutch Harbor. Die russischen Komandorski-Inseln bilden den Aleutendistrikt der Region Kamtschatka und haben etwa 600 Einwohner.

Landschaftsbild

Die sehr gebirgige Inselkette (bis 2.861 Meter hoch), die nur eine recht spärliche Vegetation aufweist, ist vulkanischen Ursprungs und gehört zum nördlichen Teil des pazifischen Feuerrings. Von den etwa 80 Vulkanen sind einige noch heute tätig. Im Norden fällt das Gelände recht steil in das bis zu 4.096 Meter tiefe Seebecken des Beringmeers ab, im Süden schließt sich der bis zu 7.822 Meter tiefe Aleutengraben im eigentlichen Pazifischen Ozean an.

Klima

Die Inseln liegen zwar ungefähr auf dem gleichen Breitengrad wie Deutschland, gehören aber zur subarktischen Klimazone. Der von Süden an der Ostküste Japans entlang streichende Meeresstrom Kuroshio führt große Wärmemengen heran. Er spielt damit für die Aleuten eine ähnliche Rolle wie der Golfstrom für Westeuropa.

Es herrscht ein raues, sonnenarmes und sehr feuchtes Klima. Die Niederschlagsmengen auf den Inseln liegen etwa zwischen 500 und 2000 mm pro Jahr, es gibt zwischen 120 und 250 Regentage.

Während im Winter die Tagesdurchschnittstemperaturen zwischen −5 und +2 °C liegen, werden im Sommer Temperaturen von 10 bis 13 °C gemessen.

Pflanzenwelt

Die Vegetation der Aleuten und der vorgelagerten Landzunge Südalaskas wird häufig als Tundra bezeichnet, obwohl dies aufgrund des fehlenden Permafrostbodens nicht korrekt ist. Es handelt sich um baumlose subpolare Wiesen und Heiden mit tundraähnlichem Charakter.[1]

Verbreitet sind Moose, grobes Gras, einige Kräuter, Steinbrechgewächse sowie verkrüppelte Büsche und Fichten. Alle Pflanzen müssen lange Bedeckung durch Schnee und eine kurze, kühle und regenreiche Vegetationsperiode ertragen.

Tierwelt

Der kärgliche Bewuchs mit langer Schneeüberdeckung lässt nur wenige Nager, wie ein geflecktes Murmeltier, Polarfüchse und an Landvögeln Sperber, Finken, zum Beispiel Schwarzstirn-Schneegimpel, und Schnepfenvögel zu. Reich dagegen ist die Zahl der Wassertiere, wie Wale, Seehunde, Seelöwen und Seeotter. Auch die im 18. Jahrhundert ausgerottete Stellers Seekuh und die aleutische Seerobbe lebten hier. Unter den Wasservögeln sind mehrere Gänse- und Entenarten, Albatros und Kormoran.

Die Wassertiere und Vögel bildeten die Nahrungs- und Bekleidungsgrundlage für die menschliche Besiedlung durch die Aleuten, die sich selbst Unangan oder Unungun, das heißt Menschen, nannten. Später war der Tierreichtum Anlass für die Unterdrückung und Verfolgung der Aleuten durch russische und später amerikanische Pelztierjäger.

Geschichte

Urzeit

Etwa 6.000 v. Chr. finden sich erste Steinwerkzeuge von Menschen des Kulturtyps Epigravettien. Eine Zweitbesiedlung der Inselgruppe mit den für Menschen sehr harten Lebensbedingungen findet sich ab 2.000 v. Chr. aus westlicher Richtung durch mongolide Menschen mit seetüchtigen Booten und steinzeitlichen Jagdwaffen, darunter ein Typ Stabharpunen mit langen schmalen Knochenspitzen und Widerhaken, wie sie auch in Kamtschatka, der Kodiak-Insel und im nördlichen Japan gefunden wurden. Ab 1.000 n. Chr. finden sich kurzschädligere Menschen ungeklärter Herkunft gleicher Lebensweise (siehe dazu auch Aleuten (Volk)).

Russische und amerikanische Periode

Die Aleuten wurden 1741 von Vitus Bering während einer russischen Expedition entdeckt und 1867 mit Alaska an die USA verkauft. Sie waren im 18. und 19. Jahrhundert von asiatischen Pelztierjägern und -händlern bewohnt. Die Nachfahren der vorkolonialen Bevölkerung der Aleuten heißen ebenfalls Aleuten oder Unangan.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Inseln Kiska und Attu, die hart umkämpft waren, zeitweise von der japanischen Armee in der Schlacht um die Aleuten besetzt. Die verlustreichen Schlachten um die Inseln bezeichnen die US-Amerikaner als The Forgotten War (Der vergessene Krieg). Die Bewohner der Aleuten, die während des Krieges in südlichere US-Landesteile gebracht wurden, durften erst einige Zeit nach Kriegsende wieder zurückkehren.

Atombombentest und Protest

Im September 1971 protestierte eine kleine Gruppe von Friedensaktivisten des „Don’t Make a Wave Committee“ mit der Phyllis Cormack nahe der Aleuten-Insel Amchitka. Mit ihrem gewaltlosen Protest versuchte die Gruppe, den US-amerikanischen Atombombentest Cannikin aus der Operation Grommet zu verhindern. Die Bombe wurde unterirdisch gezündet. Obwohl es der Gruppe nicht gelang, den Test zu verhindern, löste sie eine Welle öffentlicher Empörung aus. Diese Aktion gilt als die Geburtsstunde von Greenpeace.[2]

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Aleuten  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Handbuch des Nordpazifiks . polartravel.de, 2003, abgerufen am: 14. November 2015. S. 8–9.
  2. iisg.nl

Kategorien: Inselgruppe (Nordamerika) | Inselgruppe (Alaska)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Aleuten (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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