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Albersroda


Albersroda
Gemeinde Steigra
Höhe: 204 m
Fläche: 13,58 km²
Einwohner: 459 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06268
Vorwahl: 034632

Albersroda ist ein Ortsteil der Gemeinde Steigra im Saalekreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Von 2005 bis 2009 gehörte Albersroda zur Verwaltungsgemeinschaft Weida-Land. Bis zur Fusion mit der Gemeinde Steigra am 1. Januar 2010[1] war Albersroda eine selbständige Gemeinde mit dem zugehörigen Ortsteil Schnellroda. Letzter Bürgermeister Albersrodas war Gerhard Schneider.

Geschichte

Albersroda

Albersroda wurde erstmals 1144 als Adelbrehtisrod erwähnt und gehörte mit Schnellroda als Bamberger Lehen zum Burgwart Scheidungen (Burgscheidungen). Bereits 1589 gehörte Albersroda als Amtsdorf zum sächsischen Amt Freyburg. Darin lebten 35 besessene Mann, darunter 14 Anspänner und 21 Hintersattler. Die Dorflur grenzte damals mit Gleina, Steigra, Carsdorf, Schnellroda und Sankt Micheln. Albersroda war damals nach Schnellroda eingepfarrt und erhielt erst später eine eigene Kirche. Zur Dorflur gehörte auch die wüste Mark Burckerßroda. Die Erbgerichte im Dorf und auf allen Höfen gehörte den Behren zu Zewigker, die auch im letztgenannten Ort wohnten. Das später im Ort bestehende Rittergut wurde vermutlich erst im 17. Jahrhundert gebildet. Rittergutsbesitzer waren Vertreter der Familie Scharten, von Kannawurf, von Rockhausen auf Kirchscheidungen (1710–1810/12) und Magdeburg.

Albersroda, zeitweilig auch Albrechtsroda genannt, gehörte seit 1815 zur preußischen Provinz Sachsen und lag im Regierungsbezirk Merseburg, im Querfurter Kreise, im Amt Freyburg, nordöstlich von der Unstrut und unfern dem Wachhügel, in fruchtbarer Gegend. Der Ort hat 46 Häuser, 210 Einwohner, eine Filialkirche von Schnellrode und eine Schule, die unter der Collatur des dasigen Rittergutsbesitzers und der Inspektion Freyburg stehen.

1822 wird Albersroda als ein Dorf mit Rittergut und Filial von Schnellroda bezeichnet. Es hatte zu diesem Zeitpunkt 45 Häuser und 208 Einwohner. Dem Landgericht Naumburg und Gerichtsamt Freyburg steht über 2 Häuser mit 10 Einwohnern Gerichtsbarkeit zu. Dem Patrimonialgericht daselbst sind 43 Häuser mit Einschluss des der Kirche zugehörigen Backhauses, der von der Gemeinde neuerlich erbauten Schule und der Hutmannswohnung, mit zusammen 198 Einwohnern unterworfen. Der Königliche Gerichtsanteil liegt außerhalb des Dorfes und ist der Rest des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Tromsdorf. Das Rittergut steht in Ansehung der Realjurisdiktion unmittelbar unter dem Oberlandesgericht. Es ist der Qualität nach Mannlehn und hat vormals von dem herzoglichen Hause Anhalt releviert, von welchem die Lehnherrlichkeit durch die Rheinbundsakte an Sachsen übergegangen ist. Eigentlich lässt sich das Gut nicht Rittergut nennen, denn es gehören dazu weder Gebäude noch Ländereien, vielmehr besteht das Feudum bloß in der Gerichtsbarkeit über das Dorf und in mehreren jährlich von den mit Ländereien angesessenen Einwohnern von Albersroda zu entrichtenden Zinsen. 1858 wurde Albersroda Landgemeinde im Kreis Querfurt und Mutterkirche von Schnellroda.

1885 wurde mit dem Bau des Wasserturms begonnen, dieser war bis 1975 in Betrieb.

1912 ging das Dorf in den Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Querfurt, Amtsgericht Freyburg über und hatte zu diesem Zeitpunkt 357 Einwohner. 1974 gehörte es dann zum Kreis Querfurt, Bezirk Halle und hatte 406 Einwohner.

Schnellroda

Schnellroda liegt ca. 700 Meter nördlich von Albersroda und wurde 1142 als Snellendorf erstmals urkundlich erwähnt. Für das Jahr 1208 ist der Name Snellenrode bezeugt.[2] Der Ort gehörte ursprünglich als Bamberger Afterlehen mit dem gleichnamigen Bamberger Ministerialengeschlecht „von Schnellroda“ zu Burgscheidungen. Ort und Rittergut Schnellroda gehörten den von Kannewurf von 1497 bis 1748 und erweiterten die mittlerweile reformierte Kirche, was durch ein Gedenkstein aus dem Jahr 1665 belegt ist. Nachfolgend die Familien v. Rockhausen auf Kirchscheidungen und die Grafen den von der Schulenburg auf Burgscheidungen (bis 1945). Die Familie Hanse, die das Rittergut ab 1871 besaß, wurde 1945 durch die Bodenreform enteignet und verließ den Ort.

Schnellroda gehörte bis 1815 zum wettinischen, später kursächsischen Amt Freyburg.[3] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Ort zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Querfurt im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.[4] Schnellroda wurde 1974 zu Albersroda eingemeindet.

Die Kirche besitzt einen frühgotischen Turm mit gekuppelten Schallöffnungen. Zum barock erneuerten Schiff öffnet sich vom Turm aus ein Spitzbogen. Aus dem Jahr 1720 stammt die ehemalige Herrschaftsloge, der Kanzelaltar vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Schnellroda verfügt über einen Landgasthof, einen Kindergarten, einen markanten Wasserturm und ein pyramidenförmiges Kriegerdenkmal, das 2003 renoviert wurde. Nach der Bodenreform 1945 entstanden Neubauernstellen an der Hauptstraße sowie am östlichen Ortsrand.

Seit 2002 ist das Rittergut Sitz der neurechten Organe Verlag Antaios und Zeitschrift Sezession. Das Vereins- und Dorfleben ist organisiert im „Traditionsverein“, der Musikkapelle und dem „Traktorklub“. Höhepunkte im Dorfjahr sind neben den kirchlichen Hochfesten Weihnachten und Ostern vor allem das „Pfingstbier“ (mit ungebrochener 287-jähriger Tradition), der Erntedank sowie das den Hauseigentümern vorbehaltene Heringsessen am Faschingsdienstag.

Einzelnachweise

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  2. Das Gebiet an der unteren Unstrut (= Werte unserer Heimat. Band 46). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1988, S. 154.
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 34 f.
  4. Der Landkreis Querfurt im Gemeindeverzeichnis 1900

Literatur

  • Louis Naumann: Zur Geschichte der Parochie Schnellroda-Albersroda. 1881.
  • Louis Naumann: Schnellrode-Albersrode: Aus der Ortsgeschichte. H. Sielings Buchdruckerei, 1922.
  • Hartmut Augustin: 850 Jahre Albersroda, Schnellroda, Chronik von 1142 bis 1992. Teil 1 und 2, Herausgeber Rat der Gemeinde Albersroda, 1989, DNB 945694644 .
  • Rüdiger Bier: 1500 Jahre Geschichte und Geschichten der herrschaftlichen Sitze zu Kirchscheidungen und Burgscheidungen. Eigenverlag, Rittergut Kirchscheidungen 2009.

Weblinks

 Commons: Albersroda  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Saalekreis | Ehemalige Gemeinde (Saalekreis) | Steigra

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Albersroda (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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