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Al-Kamil


Al-Kamil Muhammad al-Malik (arabisch الكامل محمد الملك, DMG al-Kāmil Muḥammad al-Malik; * um 1180; † 6. März 1238) war der vierte Sultan der Ayyubiden in Ägypten (1218–1238). Er gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen islamischen Herrscher des Orients nach seinem Onkel Saladin.

Leben

Frühe Jahre und Kreuzzug von Damiette

Nach dem Tod seines Vaters al-Malik al-Adil I., der aus den Machtkämpfen nach Saladins Tod als Sieger hervorgegangen war und sich selbst 1200 zum Sultan erhoben hatte, trat al-Kamil dessen Nachfolge in Ägypten an. Die Regierung in Syrien und Obermesopotamien (Dschazira) war seinen Brüdern al-Mu'azzam bzw. al-Aschraf zugefallen.

Zunächst musste sich al-Kamil mit den Kreuzfahrern auseinandersetzen, die noch zu Lebzeiten seines Vaters in Ägypten gelandet waren (→ Kreuzzug von Damiette). Nachdem diese im November 1218 die Festung Damiette erobert hatten, bot al-Kamil den Kreuzfahrern Verhandlungen an, die aber vom päpstlichen Legaten und den italienischen Seerepubliken abgelehnt wurden. Vor allem Venedig, Pisa und Genua erhofften sich nach einem Sieg der Kreuzfahrer die Ausweitung ihres Einflusses in Ägypten. Als die Kreuzfahrer 1221 nach Kairo vorstießen, wurden sie von den vereinigten Ayyubiden bei al-Mansura vernichtend geschlagen und mussten sich aus Ägypten zurückziehen.

Kaiser Friedrich II. im Heiligen Land

Allerdings wurde das Ayyubidenreich bald erneut bedroht, als Kaiser Friedrich II. zum Kreuzzug (1228–1229) aufbrach. Da al-Kamil vor allem um die Ausweitung seiner Macht in Syrien bemüht war, trat er frühzeitig in Verhandlungen mit Friedrich. Dessen diplomatisches Geschick sowie seine große Sympathie zu Islam und orientalischer Welt hatten großen Anteil daran, dass am 18. Februar 1229 der Frieden von Jaffa auf zehn Jahre geschlossen wurde. In diesem wurde ein Großteil Jerusalems an das Königreich Jerusalem abgetreten, dessen Souveränität damit durch den Ayyubiden-Herrscher bestätigt wurde. Die Stadt durfte von den Kreuzfahrern allerdings nicht befestigt werden. Nach diesem weltgeschichtlich einmalig dastehenden Friedensvertrag in der Geschichte zwischen Orient und Okzident kam es zur Intensivierung des materiellen und kulturellen Austausches mit Europa. Innenpolitisch wurde der Vertrag von arabischer und von christlicher Seite hingegen sehr verurteilt, da man keinerlei Erfolg für eine der beiden Seiten darin sah und die damalige Kreuzzugsgeschichte noch keinen Kreuzzug ohne Blutvergießen kannte.

Letzte Jahre

Nach diesem Frieden konnte al-Kamil mit al-Aschraf aus Obermesopotamien Damaskus erobern, nachdem sein Bruder al-Muazzam 1228 gestorben war. Während al-Aschraf das zentrale Syrien erhielt, kontrollierte al-Kamil Nordsyrien und konnte das Reich der Ayyubiden in Kurdistan weiter ausdehnen. Nachdem er mit den Rum-Seldschuken die Choresmier besiegt hatte (1230), scheiterte ein Feldzug nach Anatolien (1234).

Zunehmend wuchs der Widerstand der ayyubidischen Führungsschicht unter seinem Bruder al-Aschraf gegen die Zentralisierungspolitik von al-Kamil. Zwar gelang ihm die Eroberung von Damaskus (1238), sowie die Entmachtung von al-Aschraf, doch starb al-Kamil am 6. März 1238, so dass die Bildung eines Zentralstaates nicht verwirklicht werden konnte. Nachfolger von al-Kamil wurde sein Sohn al-Adil II.

Nachkommen

Er hatte mindestens drei Söhne und drei Töchter:

  • al-Mas'ud Yusuf († 1229), Gouverneur von Jemen
  • al-Adil II. († 1248), 1238–1240 Sultan von Ägypten
  • as-Salih Ayyub († 1249), 1238–1239 und 1245–1249 Sultan von Damaskus, 1240–1249 Sultan von Ägypten
  • Fatima Khatun, ∞ 1231 al-Aziz Muhammad, Emir von Aleppo
  • Ghazia Khatun, ∞ 1229 al-Muzaffar Mahmud, Emir von Hamah
  • Aschwara († nach 1237)

Literatur

Weblinks


Kategorien: Sultan (Damaskus) | Gestorben 1238 | Sultan (Ägypten) | Ayyubiden | Geboren im 12. Jahrhundert | Mann

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