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Ajvide


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur schwedischen Schriftstellerin siehe Mia Ajvide.

Ajvide (schwedisch: Ajvideboplatsen) ist vorgeschichtlicher Fundplatz an der Westküste der schwedischen Insel Gotland, im Kirchspiel Eksta (schwedisch socken). Er bedeckt eine Fläche von etwa 200.000 m² und war von der späten Mittelsteinzeit bis zur mittleren Bronzezeit bewohnt.

Die hauptsächlichen Aktivitäten am Ort fanden in der mittleren Jungsteinzeit von 3100 bis 2700 v. Chr. statt. Diese Phase wird der Grübchenkeramischen Kultur zugerechnet.[1] Um 2900 v. Chr. litt der Siedlungsplatz unter der marinen Transgression, also einem Wasserspiegelanstieg der Ostsee.[1]

Seit 1983 hat die Universität Stockholm und später die Hochschule auf Gotland archäologische Untersuchungen des Geländes durchgeführt. Inger Österholm (1942–2007) und Göran Burenhult, Professoren für Archäologie an der Hochschule auf Gotland, haben die Untersuchungen im jungsteinzeitlichen Gotland durchgeführt, was Ajvide einschloss.[2]

Der wichtigste Bestandteil dieses Fundorts ist ein Gräberfeld, das ungefähr 80 Gräber enthält. In manchen Fällen mehr als ein Individuum in einem Grab bestattet, während andere Gräber möglicherweise Kenotaphe, also Leergräber, waren. Die meisten dieser Gräber stammen aus der Zeit nach der Grübchenkeramischen Kultur. Im Anschluss an das Gräberfeld findet sich im Osten eine Fläche mit sehr dunklem Boden, der eine Mischung aus Artefakten, Tongefäßen und Knochenfragmenten enthält. In einigen Texten wird dieses Gebiet als schwarzes Areal bezeichnet, das möglicherweise eine zeremonielle Funktion hatte.[1] Österholm hat jedoch vorgeschlagen,[3] dass es der Anfertigung von Robbentran gedient haben könnte.

Eine Schicht mit Tierknochen deutet darauf hin, dass die Wirtschaft in der späten Mittelsteinzeit nebst dem Fischfang auch auf der Jagd auf Kegelrobben, Ringelrobben, Sattelrobben und Schweinswale basierte. Rinder, Schafe und Schweine wurden zu Beginn der Jungsteinzeit eingeführt. In der mittleren Jungsteinzeit kam es jedoch zu einer Ausweitung der Seehundjagd und Fischerei. Rinder und Schafe kehrten dann in der späten Jungsteinzeit und in der Bronzezeit zurück.[1] Es ist argumentiert worden[4], dass die Schweine, die auch während der Grübchenkeramischen Kultur auf Gotland vorkamen, während dieser Zeit als wilde oder verwilderte Tiere lebten. Das würde einen Wandel zurück zum Leben als Jäger und Sammler implizieren und nicht bloß eine stärkere Nutzung maritimer Ressourcen. Die Untersuchung der Knochenbruchstellen deuten darauf hin, dass das Knochenmark extrahiert wurde.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Outram, A. K. 2006. Distinguishing bone fat exploitation from other taphonomic processes: what caused the high level of bone fragmentation at the Middle Neolithic site of Ajvide, Gotland? In Mulville, Jackie and Outram, A. (Hrsg.), The Zooarchaeology of Milk and Fats. Oxford: Oxbow Books, S32-43.
  2. Oss människor emellan - En arkeologisk resa till stenålderns Ajvide (Niklas Wirsen. Fokus Arkeologi. 3. April 2008)
  3. Österholm, Sven. 1997. Traceable remains of train-oil on Neolithic seal-hunter sites. In Burenhult, Göran (Hrsg). Remote Sensing. Volume 1. Stockholm: Universität Stockholm, S. 163-164
  4. Rowley-Conwy, Peter, Storå, J. 1997. Pitted Ware seals and pigs from Ajvide, Gotland: methods of study and first results, In Burenhult, Göran (ed). Remote Sensing. Volume 1. Stockholm: Universität Stockholm, S. 113-130.

Andere Quellen


Kategorien: Mittelsteinzeit | Gräberfeld in Schweden | Archäologischer Fundplatz auf Gotland | Jungsteinzeit | Bronzezeit

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ajvide (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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