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Aidlingen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: BöblingenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 26,56 km²
Einwohner: 8811 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 332 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71134
Vorwahlen: 07034 (Aidlingen, Lehenweiler)
07056 (Deufringen, Dachtel)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 001
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 6
71134 Aidlingen
Webpräsenz: www.aidlingen.de
Bürgermeister: Ekkehard Fauth
}

Aidlingen ist eine Gemeinde im Landkreis Böblingen.

Geographie

Aidlingen liegt im Heckengäu und wird vom Bach Aid, entstanden aus Aisch (Sau) aus Dachtel sowie Irm aus Gechingen durchflossen.

Gemeindegliederung

Das heutige Gemeindegebiet entstand durch Eingliederung der zuvor selbstständigen Gemeinden Dachtel und Deufringen nach Aidlingen im Jahr 1971.

In der Hauptsatzung der Gemeinde Aidlingen sind die vier Ortsteile Aidlingen, Dachtel, Deufringen und Lehenweiler ausgewiesen. Diese vier Ortsteile bilden Wohnbezirke im Rahmen der Unechten Teilortswahl. Die Ortsteile Dachtel und Deufringen bilden zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.[2]

Zur Gemeinde Aidlingen in den Grenzen vom 31. August 1971 gehören das Dorf Aidlingen und die Orte Kirchtalhof, Kühneberg, Lehenweiler, Lindenhof und Würmtalhof sowie die abgegangenen Ortschaften Laiddorf (?), Himburg und Pfanneburg. Zur ehemaligen Gemeinde Dachtel gehört das Dorf Dachtel und zur ehemaligen Gemeinde Deufringen das Dorf Deufringen sowie die abgegangenen Ortschaften Brunnhalden und Sighartstal.[3]

Geschichte

Im Ortsteil Aidlingen („Otelingen“) hatte 843 das Kloster Reichenau Besitz.[4] Es verkaufte Fronhof und Kirchensatz 1355 an die Herren von Bondorf, die beides wiederum 1365 den Grafen von Württemberg überließen, die im 14. Jahrhundert auch den Anteil der Pfalzgrafen von Tübingen erwarben. Dienstleute der Pfalzgrafen saßen als Ortsadlige in Aidlingen. Die Nikolaikirche erbaute 1470 Aberlin Jörg als Wehrkirche in beherrschender Höhe. Um 1850 trieben die Einwohner meist Feldbau und daneben noch Tuchmacherei, Handspinnen sowie Korbflechten. Fünf von der Aid getriebene Mühlen, eine Bierbrauerei und eine mechanische Wollspinnerei vertraten Gewerbe und Industrie. Den alten Ortsbereich bestimmen heute noch Fachwerkhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts. Charakteristisch sind das klassizistische ehemalige Rathaus von 1853 und der gegenüberliegende reiche Fachwerkbau des Gasthofes „Adler“ von 1705. 1709 gründeten zwei ehemalige Gardereiter des Herzogs Eberhard Ludwig Lehenweiler im Norden der Aidlinger Markung. Das heutige Rathaus wurde 1866 als Wohn- und Geschäftshaus für Arzt, Apotheke und Lehrer gebaut. Seit 1927 ist auch ein Diakonissenmutterhaus des Christlichen Vereins für Frauen und Mädchen mit Bibel- und Haushaltungsschule ansässig. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete die katholische Kirchengemeinde 1949/50 eine Kirche am Sonnenberg. Auch entstanden im Osten an der Straße nach Böblingen die Baugebiete „Ostheim“ und „Kirschhalde“ (1959–1960), zu denen sich 1966 bis 1976 das Baugebiet „Sonnenberg“, nördlich des alten Ortskerns gesellte. Im Westen erfolgten die Ortserweiterungen „Buchhalde“ und „Gewanne“, an die sich ein kleines Gewerbegebiet anschloss.

Diese Entwicklung machte den weiteren Ausbau der öffentlichen Einrichtungen notwendig. Es wurden sowohl neue Kindergärten (Aidlingen und Lehenweiler 1970 und 1972) als auch Schulen gebaut (Buchhaldenschule 1952, Sonnenbergschule 1971). Es erfolgte 1966–1970 die Restkanalisation der Gemeinde (Sammelkläranlage im Würmtal) und seit 1971 eine Erweiterung der Wasserversorgung (neue Wasserfassung, Hochbehälter und Verbindungsleitungen). Weitere öffentliche Einrichtungen waren eine Leichenhalle (1966), Feuerwehrhaus (1968), Sonnenberghalle (1972) und Buchhalden-Sporthalle (1980) mit erweiterter Sportanlage „Vogelherdle“ (1976 bis 1978)

Großräumige Landschafts- und Naturschutzgebiete sorgen für die Erhaltung der charakteristischen Landschaft des Schlehen- und Heckengäus.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde am 1. September 1971 die Gemeinde Dachtel nach Aidlingen eingegliedert, am 1. Dezember 1971 erfolgte die Eingliederung Deufringens.

Einwohnerentwicklung

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[5] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 2.637
1. Dezember 1880 ¹ 2.766
1. Dezember 1890 ¹ 2.598
1. Dezember 1900 ¹ 2.470
1. Dezember 1910 ¹ 2.388
16. Juni 1925 ¹ 2.279
16. Juni 1933 ¹ 2.320
17. Mai 1939 ¹ 2.333
13. September 1950 ¹ 3.419
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 3.804
27. Mai 1970 ¹ 5.420
31. Dezember 1980 7.732
27. Mai 1987 ¹ 7.754
31. Dezember 1990 8.309
31. Dezember 1995 8.920
31. Dezember 2000 9.136
31. Dezember 2005 9.242
31. Dezember 2010 9.033

Politik

Gemeinderat

In Aidlingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate (Ausgleichssitze) verändern. Der Gemeinderat in Aidlingen hat nach der letzten Wahl 21 Mitglieder (vorher 19). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[6] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
38,78 %
23,36 %
18,31 %
13,37 %
3,36 %
2,81 %
Die Freien
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,42 %p
-3,54 %p
-1,09 %p
+2,87 %p
+3,36 %p
+2,81 %p
Die Freien
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,78 7 43,2 9
FW Freie Wähler 23,36 5 26,9 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,31 4 19,4 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,37 3 10,5 2
Die Freien Die Freien 3,36 1
FDP Freie Demokratische Partei 2,81 1
gesamt 100,0 21 100,0 19
Wahlbeteiligung 54,5 % 57,2 %

Bürgermeister

  • 1919–1940: Albert Kiedaisch
  • 1940–1945: Ernst Theodor Link
  • 1945–1948: Georg Schuller
  • 1948–1963: Hans Pflüger
  • 1964–2000: Martin Häge
  • seit 2000: Ekkehard Fauth

Wappen

Blasonierung: „In Silber (weiß) ein blauer Reichsapfel mit goldenem (gelben) Beschläg und blauem Kreuz. Die Gemeindefarben sind blau und weiß (Silber).“ (Aus dem Verleihungsbeschluss des Baden-Württembergischen Innenministers vom 12. Januar 1973.)

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildungseinrichtungen

Neben der Sonnenberg-Hauptschule mit Werkrealschule gibt es zwei Grundschulen im Ort, in Aidlingen die Buchhalden-Grundschule, die die Aidlinger und Lehenweiler Schüler besuchen und in Deufringen die Schallenberg-Grundschule, die die Kinder aus Deufringen und Dachtel besuchen.

Verkehr

Aidlingen ist über Kreisstraßen mit dem überregionalen Straßennetz verbunden. Die Buslinie 763 verbindet den Ort mit Sindelfingen, Böblingen und Calw. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Ehningen an der Bundesautobahn 81 Stuttgart - Singen in 6 km Entfernung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Die Nikolaikirche in Aidlingen wurde 1275 erstmals erwähnt und erhielt um 1470 eine Chor-Seitenturmanlage von Aberlin Jörg. Zu den Kunstschätzen der Kirche zählt das spätgotische Chorgestühl mit Heiligenbüsten um 1510
  • Die Vituskirche im Ortsteil Deufringen mit wertvollen Ausmalungen und Sakramentshaus. Sie erhielt ihre heutige Struktur im Rahmen einer Erweiterung im Jahr 1790, die mit einem völligen Umbau des um 1500 erbauten Gotteshauses einherging. Reste der romanischen Vorgängerkapelle finden sich im unteren Teil des Kirchturmes.[7]
  • Das im 14. Jahrhundert erbaute Schloss Deufringen im Ortsteil Deufringen
  • Das Naturschutzgebiet Venusberg, eine wunderschöne Landschaft für Spaziergänger und Wanderer. (Daher der Slogan Aidlingens: „Die Perle des Heckengäus!“)
  • Das Heimatmuseum im 1827 erbauten Schul- und Rathaus Dachtel zeigt verschiedene Exponate des ländlichen Lebens in früheren Jahrhunderten

Kultur

  • Zur Faschingszeit gibt es jährlich einen „Fasnetumzug“ mit anschließender Feier in der Sonnenberghalle.
  • Die seit 2004 jährlich im September stattfindenden Aidlinger Heckengäu Wochen.
  • Seit 1994 finden die Aidlinger JazzTage mit mittlerweile über 100 Konzerten statt.

Sport

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weitere Persönlichkeiten

Quellen

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Aidlingen vom 25. August 1988, zuletzt geändert am 24. Juli 2014 (PDF; 38 kB)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 80–81
  4. Reichenau, 843. September 1. . wubonline.de. Abgerufen am 14. Mai 2016.
  5. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012 (Memento vom 12. September 2014 im Webarchiv archive.is)
  6. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  7. Ev. Kreisbildungswerk und Kath. Bildungswerk Kreis Böblingen (Hrsg.), Die Kirchen im Landkreis Böblingen, München 1990, S. 11f.

Weblinks

 Commons: Aidlingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Aidlingen in der Beschreibung des Oberamts Böblingen von 1850 – Quellen und Volltexte

Kategorien: Ort im Landkreis Böblingen | Aidlingen | Gemeinde in Baden-Württemberg

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