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Aias der Telamonier


Aias der Telamonier (griechisch Αἴας, lateinisch Aiax, deutsch Ajax), zur Abgrenzung von dem lokrischen Aias auch Ajax der Große genannt, ist in der griechischen Mythologie einer der griechischen Haupthelden des Trojanischen Krieges.

Mythos

Als Sohn des salaminischen Königs Telamon und der Periboia wurde er „der Telamonier“ genannt. Aias war ein mächtiger griechischer Kämpfer vor Troja, nur Achilleus übertraf ihn. Nach Homers Ilias war Aias riesig, viel größer als andere Männer, fast gleich einer Mauer. Die Quelle betont einen ungewöhnlichen Zug an ihm, nämlich, dass ihn mit seiner Beutesklavin Tekmessa eine starke gegenseitige Liebe verband, aus der auch ein Sohn, Eurysakes, hervorging. Als Achilleus sich vom Kampf zurückzog, wurde Aias ausgelost, um Hektor, dem stärksten Trojaner, im Zweikampf gegenüberzutreten. Der Kampf dauerte den ganzen Tag, Hektor wurde leicht verletzt, woraufhin sich die Helden in hoher wechselseitiger Achtung trennten.

Nach dem späteren Tod des Achilleus schützte Aias Menelaos, den Mitkämpfer des Odysseus, sodass der Leichnam Achilleus’ ohne weitere griechische Verluste geborgen werden konnte. Bei der Totenfeier war es Brauch, dass diejenigen, die die meisten Verdienste um die Rettung eines Leichnams beanspruchen, ein Rededuell um die Hinterlassenschaft des Gefallenen austrugen. Aias und Odysseus traten gegeneinander an, um sich Achilleus’ Rüstung zu erstreiten. Odysseus war jedoch redegewandter, und der Preis wurde ihm zuerkannt. Aias schwieg zwar, hatte die Niederlage jedoch nicht verwunden. In derselben Nacht fuhr er aus unruhigem Schlaf in einem Anfall von Raserei auf und tötete Odysseus’ Schafherde, die er für die Griechen hielt; den Bock, in dem er Odysseus sah, peitschte er zu Tode. Als er sich wieder besann, stürzte er sich aus Scham über seine unwürdige Tat in sein Schwert. Sein Halbbruder Teukros sorgte für ein ehrenvolles Begräbnis.

Im elften Gesang der Odyssee wird Aias von Odysseus aufgesucht, doch er zürnt seinem früheren Feind. Als der listige Ithaker Aias ehrt und um das Vergessen des Streites bittet, wendet sich Aias wortlos von ihm ab und verschwindet im Dunkel.

Bei Ovid entsteht aus der mit Aias' Blut getränkten Erde die Hyazinthe, in deren Blütenkelch die Buchstaben AI zu lesen sind.[1] Dies ist einerseits der Verweis auf den Namen von Aias, andererseits auf den Klageruf des Hyakinthos,[2] der bei Ovid ebenso in eine Hyazinthe verwandelt wird und ihr den Namen verleiht.

Rezeption

Raserei und Tod des Aias sind Gegenstand der Tragödie Aias des Sophokles. Darin wird Aias von Athene mit Wahnsinn geschlagen, damit sich dieser nicht direkt an ihrem Schützling Odysseus vergeht. Außerdem kommt die Figur in Hartmut Langes Die Ermordung des Aias oder ein Diskurs über das Holzhacken vor. Weiterhin ist die Tragödie Ajace von Ugo Foscolo zu nennen. Die Autorin Ilse Aichinger veröffentlichte 1968 einen Text mit dem Titel Ajax.[3] Der Dramatiker Heiner Müller verfasste 1994 das Gedicht Ajax zum Beispiel. Von Sophokles Tragödie abgesehen, fanden alle sonstigen Werke keine große Resonanz.

Sonstiges

Der Klassische Archäologe Raimund Wünsche deutet den Torso vom Belvedere als Darstellung des Ajax.[4]

Der Niederländische Fußballverein Ajax Amsterdam, gegründet am 18. März 1900, benannte sich nach dem antiken griechischen Helden.

Belege

  1. Ovid Metamorphosen 13, 394-396
  2. auch Aias weist bei Sophokles auf die Ähnlichkeit seines Namens zu dem Klageruf hin; s. Sophokles Aias, 430.
  3. Aichinger, Ilse: „Ajax“, in: Neue Rundschau, 79. Jg. 1968, Heft 3, S. 435-438. Wieder publiziert in dies.: Werke. Erzählungen (1958-1968). Eliza Eliza., Fischer: Frankfurt am Main 1991, S. 179-185.
  4. Raimund Wünsche: Der Torso vom Belvedere, Denkmal des sinnenden Aias. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst. 44, 1993, S. 7–46.

Literatur

Weblinks

 Commons: Aias  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Person (Trojanischer Krieg) | Person der griechischen Mythologie

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Aias der Telamonier (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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