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Ahne (Fulda)


Ahne, Ahna

Die Ahna durchfließt das Gelände der Universität Kassel

Daten
Gewässerkennzahl DE: 42958
Lage Landkreis Kassel und kreisfreie Stadt Kassel, Nordhessen (Deutschland)
Flusssystem Weser
Abfluss über Fulda → Weser → Nordsee
Quelle im Hohen Habichtswald am Essigberg westlich von Kassel
Quellhöhe ca. 575 m ü. NHN[1] /[2]
Mündung in Kassel in die Fulda
Mündungshöhe ca. 135 m ü. NHN[1] /[2]
Höhenunterschied ca. 440 m
Länge 21,1 km[1]
Einzugsgebiet 41,332 km²[1] [3]

Abfluss[1] [3] MQ
296 l/s
Linke Nebenflüsse Geilebach (GeileDöllMombach)
(dieser und weitere siehe unten)
Rechte Nebenflüsse Dorfbach (Servitutgraben)
(dieser und weitere siehe unten)
Großstädte Kassel
Kleinstädte Vellmar
Gemeinden Ahnatal

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Die Ahne (auch Ahnebach und Ahna bzw. Ahnabach genannt) ist ein 21,1 km[1] langer, nordwestlicher und orographisch linker Zufluss der Fulda im Landkreis Kassel und in der kreisfreien Großstadt Kassel in Nordhessen (Deutschland).

Geographie

Verlauf

Die Fließgewässer entspringt als Ahne im Hohen Habichtswald. Ihre Quelle liegt im Naturpark Habichtswald etwa 0,6 km nordöstlich des auf dem Essigberg (ca. 597,5 m ü. NHN ) stehenden Fernmeldeturms Habichtswald und 0,8 km nordwestlich der höchsten Stelle vom Großen Steinhaufen (597 m ). Sie befindet sich wenige Hundert Meter außerhalb des Kasseler Stadtgebiets im Südostteil der Gemeinde Habichtswald im Wald versteckt auf knapp 575 m [1] [2] Höhe.

Etwas unterhalb ihres Ursprungs fließt die Ahne ostnordostwärts entlang des Wanderwegs Kastanienallee vorbei an Hute- und Weideflächen, die sich zwischen dem bewaldeten Berg Wuhlhagen (561,7 m [1] ) und dem im Bergpark Wilhelmshöhe befindlichen Kasseler Herkules erstrecken; letzterer steht etwa 1,3 km südöstlich des Bachs. Dabei passiert sie das rund 500 m südsüdöstlich gelegene Sichelbachbecken, dem Hauptspeicher der Kasseler Wasserspiele, zu dem vom Bach ein 2,2 km[1] langer Wassergraben überleitet. Nördlich des Beckens unterquert die Ahne den Habichtswaldsteig und erstmals den Märchenlandweg. Von dort an führt ein kurzes Stück des Kassel-Steigs entlang dem Bach bis zur Gaststätte Zum Silbersee (ca. 470 m ).[2]

Unterhalb der Gaststätte verläuft die Ahne durch Waldgebiete nach Norden. Dabei bildet sie im Habichtswald teilweise die natürliche Grenze von Kassel-Harleshausen zur Gemeinde Habichtswald und fließt recht steil bergab durch ein tief eingeschnittenes Tal. Hierbei passiert der Bach direkt oder in geringer Entfernung Basalt- und Kalksteinformationen, alte Brunnen und die Reste einer längst stillgelegten Mine, in der einst Braunkohle gefördert wurde. Außerdem fließt die Ahne an einem Basalttagebau vorbei. Von diesem Bereich des Bachlaufs ist es nicht weit zum Ringwall der ehemaligen Igelsburg und zum nahen Silbersee.

An der alten Gaststätte Ahnetal, die am Waldausgang nahe einer engen Kurve am Abzweig (335 m )[1] der nach Weimar führenden Kreisstraße 21 von der Bundesstraße 251 (Brilon–Kassel) steht, verlässt die Ahne endgültig das hier dicht bewaldete und zu Harleshausen gehörende Gebiet des Hohen Habichtswaldes; dabei unterquert sie die B 251 und fließt in Richtung Nordosten. Unterhalb des Waldrandes wird sie ein kurzes Stück vom Märchenlandweg begleitet. Dann durchfließt sie das Ahnatal mit der Gemeinde Ahnatal etwa in Richtung Osten. Dabei passiert die Ahne weitere Brunnen und die Erhebung Bühl (322,5 m ) mit dem Bergsee Bühl 400 m südöstlich und nimmt den Bach von den Steinfeldwiesen auf.

Südöstlich vom Ortsteil Weimar unterquert die Ahne die Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar, wonach die zwischen dem Erlenloch und den Erlenlochswiesen entspringende und vom Silberborn gespeiste Kleine Ahne einmündet. Westlich vom Ortsteil Heckershausen verlässt sie den Naturpark Habichtswald. Bis zur Dorfmitte, am Bachufer auf etwa 215 m [4] Höhe, hat sie 360 m Höhenunterschied überwunden. Etwas unterhalb des Dorfs fließt sie unmittelbar nach Aufnehmen des von Norden kommenden Entenbachs entlang der Kreisstraße 31 (Heckershausen−Vellmar) durch einen Bachtunnel unter der Trasse der Bahnstrecke Kassel–Warburg durch.

Direkt anschließend gelangt die Ahne in die Kleinstadt Vellmar, von wo an sie bis zu ihrer Mündung vom Wanderweg Märchenlandweg begleitet wird und wo sie nach Durchfließen des Ahneparks einen gemeinsamen schnellstraßenartig ausgebauten Abschnitt der Bundesstraßen 7 und 83 unterquert (ca. 178 m ).[2] Etwas weiter südöstlich davon unterquert sie die Halle-Kasseler Eisenbahn und zugleich die Schnellfahrstrecke Hannover–Kassel–Würzburg (ca. 171 m ).[2]

Von dort an, spätestens jedoch ab der am Bach auf etwa 165 bis 160 m Höhe gelegenen Stadtgrenze von Vellmar zu Kassel, heißt das Fließgewässer Ahna. Jenseits dieser Grenze zweigt unterhalb des Wartebergs (229,1 m )[1] , wo der Bach durch eine weitläufige, unbebaute Niederung fließt, der künstlich angelegte Mühlgraben ab. Er fließt westlich bis südwestlich entlang dem bewaldeten Westhang des Wartebergs und leitet sein Wasser nach etwa 750 m[1] Länge etwas unterhalb der Pariser Mühle, die um 1850[5] zur Versorgung der Kolonie Philippinenhof gebaut wurde, auf etwa 157 m [2] Höhe wieder in die Ahna. Südwestlich unterhalb vom Warteberg mündet der etwa vom Abzweig der Berliner Straße von der Holländische Straße (B 7/83) kommende Mittelbach ein, der meist trocken liegt. Etwas weiter südlich davon wird die Ahna vom aus dem Kasseler Stadtteil Jungfernkopf kommenden Jungfernbach gespeist, der aus der Kanalisation der Bunsenstraße kommt.

Danach verläuft die Ahna in südöstlicher Richtung, meist kanalisiert, parallel zur Bunsenstraße und etwas östlich der Holländische Straße durch bebaute Gebiete von Kassel, wobei sie verschiedene Stadtteile durchfließt oder deren Grenzen bildet. Dabei fließt sie zwischen dem Berufsschulzentrum im Westen und dem auf einer Anhöhe befindlichen Klinikum Kassel im Osten und der Universität Kassel im Süden entlang der Ostgrenze des Nordstadtparks (1999 bis 2004[6] angelegt; ca. 145 m [2]), an den sich künftig direkt im Süden der Ahnapark (nicht zu verwechseln mit dem oben genannten Ahnepark in Vellmar) anschließen soll. An der Südostecke des Nordstadtparks mündet mit dem Mombach – unmittelbar nach Verlassen der Kanalisation der Mombachstraße – der Unterlauf des Geilebachs ein.

Nach dem Durchqueren des Universitätsgeländes und dem kurz darauf gelegenen Unterqueren der Bundesstraße 3 (Weserstraße Ecke Kurt-Wolters-Straße-Schützenstraße; 140,1 m [2]) und des Wanderwegs Herkulesweg mündet die Ahna nahe der kleinen Staustufen-Insel Finkenherd, neben der die Kasseler Schiffsschleuse mit Walzenwehr steht, zwischen der Hafen- und Fuldabrücke bei Fuldakilometer 27,3 auf rund 135 m [1] [2] Höhe in die Fulda. Insgesamt überwindet die Ahne bzw. Ahna etwa 440 m Höhenunterschied.

Einzugsgebiet und Flusssystem

Zum Flusssystem von Ahne bzw. Ahna, deren Einzugsgebiet 41,332 km²[1] [3] groß ist, gehören flussabwärts betrachtet mit orographischer Zuordnung (l = linksseitig, r = rechtsseitig), Gewässerlänge[1] und Mündungsort mit Ahnebachkilometer diese Fließgewässer:

  • Bach von den Steinfeldwiesen (r; 0,9 km), weit unterhalb Gaststätte Ahnetal (bei km 14,4)[7]
  • Kleine Ahne (r; 2,4 km), südöstlich von Weimar (bei km 13,15)
    • Silberborn[8] (l; 1,25 km), unterhalb der Erlenlochwiesen (bei Kleine-Ahne-km 1,15)[7]
  • Dorfbach (auch Servitutgraben genannt; l; 4,8 km), zwi. Weimar und Heckershausen unterhalb der Brückenmühle (bei km 11,7)
    • Erlebach (l; 2,1 km), in Weimar (bei Dorfbach-km 1,25)
  • Entenbach (l; 0,6 km), zwi. Heckershausen und Vellmar direkt oberhalb des Bachtunnels der Bahnstrecke Kassel–Warburg (bei km 9,2)
  • Rainbach (r; 1,6 km; mit Firnsbach 3,1 km lang), in Obervellmar unterhalb vom Freibad (bei km 8,65)
    • Hühnerkamps (Quellbach, l; 1,8 km), nahe dem südlich von Heckershausen gelegenen Hügel Beulchen (am Rainbach-km 1,6)
    • Firnsbach (Quellbach: r; 1,5 km), nahe dem südlich von Heckershausen gelegenen Hügel Beulchen (am Rainbach-km 1,6)
    • Rinnbach (r; 1,9 km), direkt westlich von Obervellmar unterhalb bzw. oberhalb der Bachtunnel von Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar und Bahnstrecke Kassel–Warburg (bei Rainbach-km 0,4)
  • Elsche (auch Ehlsche genannt; l; 2,7 km), in Vellmar nahe Kreuzung Bahnhofstraße/Holländische Straße (bei km 8,2)
  • Bach vom Hopfenberg (l; 1 km), in Niedervellmar nahe dem Grundweg (bei km 6,55)
  • Mittelbach (r; 1,4 km),[7] an Grenze von Niedervellmar zu Kassel-Nord-Holland östlich der Niedervellmarer Straße (bei km 4,4)
  • Jungfernbach (r; 2,9 km), in Kassel an Stadtteilgrenze von Philippinenhof-Warteberg/Nord-Holland nahe Kreuzung Niedervellmarer Straße/Bunsenstraße (bei km 3,8)
  • Mommenröder Graben (l; 1,1 km), in Kassel auch an Grenze Philippinenhof-Warteberg/Nord-Holland an Bunsenstraße (bei km 3,4)
  • Quellbach (l; 0,9 km), in Kassel im Stadtteil Nord-Holland an Bunsenstraße/Rothfelsstraße (bei km 2,35)[7]
  • Geilebach (GeileDöllMombach; r; ca. 8,5 km), in Kassel an Stadtteilgrenze von Nord-Holland/Fasanenhof an Mombachstraße (bei km 1,5)

Kasseler Meeressand

An der Ahne bzw. Ahna findet man den Kasseler Meeressand mit fossilen Muscheln, Fischwirbeln und Haifischzähnen. Vor etwa 28 Millionen Jahren war die Landschaft vom Wasser eines Meeres überspült. Als sich nach etwa 4 Mio. Jahren die Erdoberfläche hob, floss das Wasser allmählich ab. Es folgten weitere Hebungen und Senkungen sowie zudem Vulkanausbrüche, deren ausgetretene Lava die Landschaft und Meeresablagerungen schützend überdeckte. Später wurden unter anderem an der Ahne Ablagerungen freigespült.[9]

Geschichte

Zwischen Heckershausen und Weimar stürzte am 12. März 2010 eine nahe der Kreisstraße 30 (Heckershausen–Weimar) etwa 100 m südlich der Brückenmühle über die Ahne führende Fußgängerbrücke () ein, als ein 1,5 Tonnen schwerer Traktor-Schlepper über die Holzbrücke mit einem offenbar durchgefaulten Holzbalken fuhr.[10][11] Am 19. August 2010 wurde eine neue Brücke, 6,7 m lang und 2,5 m breit, aus vollverzinkten und lackierten Stahlträgern auf die alten Widerlager aus Stahlbeton gesetzt. Der Bodenbelag der Brücke, die mit Metallgeländern versehen ist, besteht aus Bongossi-Holzbrettern.[12]

Wandern

Im Habichtswald, wo die Ahne den Habichtswaldsteig und erstmals den Märchenlandweg unterquert sowie ein kurzes Stück vom Kassel-Steig begleitet wird, kann man das zwischen den Gaststätten Zum Silbersee und Ahnetal tief eingeschnittene und schattige Tal am Oberlauf der Ahne auf Wegen und Pfaden durchwandern. Dort führt ein Pfad teils direkt durch das Bachbett, über kleine Bachinseln und an drei Stellen über Holzbrückchen. Von Weimar durch Heckershausen bis nach Vellmar verläuft entlang der Ahne der etwa 9 km lange Eco Pfad Ahne.[13] Außerhalb des Habichtswaldes führen unterhalb der B 251 im Ahnetaler Gemeindegebiet Wege entlang des Bachs durch landwirtschaftlich genutzte Flächen und dann weiter durch den Ahnataler Ortsteil Heckershausen nach Vellmar, wo man den Ahnepark durchlaufen kann. Von dort an und durch das etwas unterhalb des Parks befindliche Kassel verläuft bis zur Ahnemündung der Märchenlandweg entlang des Bachs – am Einflussbereich des Bachs in die Großstadt am West- bis Südwesthang vom Warteberg entlang dem Mühlgraben der Pariser Mühle.

Weblinks

  •  Wikivoyage: Eco Pfad Ahne – Reiseführer

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 2,9 Topographische Karte Stadtatlas Kassel (M. = 1:10.000), Hrsg.: Stadt Kassel, Vermessung und Geoinformation, 2009
  3. 3,0 3,1 3,2 Die Werte für Einzugsgebiet und Abfluss sind real etwas größer, da der Unterlauf mit Fulda-Abschnitten zusammengefasst sind.
  4. Höhenlage anhand Höhenlinien diverser topographischer Karten, Maßstab 1:50.000, in Lageabgleich mit „WRRL Hessen“ ermittelt
  5. Der Mühlenladen , abgerufen am 8. Februar 2015, auf pariser-muehle.de
  6. Nordstadtpark, Kassel , Kurzinfo und Fotos, abgerufen am 11. Oktober 2012, auf cms.latz-riehl-partner.de
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 Gewässer II. und III. Ordnung / Vorflutgräben, Karte der Stadt Kassel (M. = 1:10.000), Hrsg.: Kartographie Stadt Kassel, Vermessung und Geoinformation, 2007
  8. Der Silberborn kann laut referenzierter Karte Gewässer II. und III. Ordnung / Vorflutgräben auch als linker Quellarm der Kleinen Ahne betrachtet werden.
  9. Kasseler Meeressand , in Eco Pfad Ahne, abgerufen am 15. Oktober 2015, auf eco-pfade.de
  10. Artikel Fußgängerbrücke in Ahnatal eingestürzt , vom 15. März 2010, abgerufen am 11. Oktober 2012, auf hna.de
  11. Artikel Gemeinde will Brücken prüfen , mit Lage der Unglücksstelle, vom 16. März 2010, abgerufen am 11. Oktober 2012, auf hna.de
  12. Artikel Stahlträger ersetzen Holzbalken , vom 20. August 2010, abgerufen am 11. Oktober 2012, auf hna.de
  13. Eco Pfad Ahne , abgerufen am 15. Oktober 2015, auf eco-pfade.de

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ahne (Fulda) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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