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Adliswil


Adliswil
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich ZH
Bezirk: Horgen
BFS-Nr.: 0131
Postleitzahl: 8134
Koordinaten:
Höhe: 435 m ü. M.
Fläche: 7,79 km²
Einwohner: 18'551 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 2381 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
34,4 % (31. Dezember 2015)[2]
Stadtpräsident: Harald Huber (FDP)
Website: www.adliswil.ch

Adliswil, Blick zum Uetliberg

Karte

Adliswil (früher auch Adlisweil[3], in einheimischer Mundart: (z) Atlischwiil/Adlischwiil [(ts) ɑtliʒ̊ʋiːl/ɑd̥liʒ̊ʋiːl], mit schwankender Betonung)[4] ist eine politische Gemeinde im Bezirk Horgen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie ist seit den 1950er Jahren zu einer Kleinstadt in der Agglomeration von Zürich gewachsen.

Geographie

Adliswil liegt im unteren Sihltal zwischen Albis und Zimmerberg an der Grenze zur Stadt Zürich. Der Wald umfasst ein Drittel der Gemeindefläche, das Siedlungsgebiet und der Verkehr beinahe die Hälfte, 20 % dienen noch der Landwirtschaft.

Geschichte

Hinweise auf Siedlungen geben die Gräber aus dem Frühmittelalter, die im Grüt nahe der Grenze zur Stadt Zürich gefunden wurden. Die Abhänge von Zimmerberg und Albis wurden zuerst besiedelt, da der Talgrund entlang der Sihl immer wieder durch Hochwasser gefährdet war.

Der Ortsname ist seit dem 11./12. Jahrhundert urkundlich belegt (um 1050 [cop. 16. Jh.] Adelenswile; vor 1140 ad Adololdiswile) und beruht auf einer Zusammensetzung aus dem althochdeutschen Personennamen Adalolt<Adalwalt und dem bei alamannischen Gründungen häufigen Hintergliede -wīlāri zur Bezeichnung neuer Hofsiedlungen.[4]

Seit 1475 ist eine Brücke über die Sihl belegt. Auch im 15. Jahrhundert ist die erste Mühle mit Wehr erwähnt. Die Grundherrschaft lag beim Gross- und Fraumünster Zürich sowie bei den Klöstern Muri und Rüti und ging 1406 an die Stadt Zürich über.

In den Jahren 1942 bis 1945 lag in Adliswil das zweitgrösste Internierungslager der Schweiz, das als Folge der deutschen Besetzung Südfrankreichs eingerichtet wurde. Es war in den Räumen einer stillgelegten mechanischen Seidenstoffweberei untergebracht. Insbesondere deutsche Juden, die zuvor in Südfrankreich Zuflucht gefunden hatten, versuchten sich seither in die Schweiz zu retten. Das Durchgangslager, das trotz seiner Grösse wegen der Abschirmung durch das Militär in der Bevölkerung wenig bekannt war, bot Platz für rund 500 Personen.[5]

Wappen

Blasonierung

Geteilt von Blau und Gold. Oben ein halber goldener Adler an der Teilung, unten ein halbes blaues Mühlerad

Adliswils Wappen besteht aus einem gelben Adler auf blauem Grund und einem halben blauen Mühlerad auf gelbem Grund. Diese beiden Symbole beziehen sich auf zwei der ersten Gebäude die es in Adliswil gab, nämlich das Restaurant Adler und die Mühle, die lange Zeit ein bisschen weiter flussaufwärts stand.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 315
1836 941
1900 4717
1941 5105
1960 9078
1990 15776
2010 16488
2012 17997
  • Bevölkerungsdichte: 2307.3 Einw./km2
  • Anzahl Haushalte: 7573 (Stand: 2000)
  • Konfessionszugehörigkeit: 27,0 % evangelisch-reformiert, 32,0 % römisch-katholisch, 41,0 % andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2012)[6]

Politik

Von der Einführung der Stadtordnung im Jahre 1974 bis ins Jahr 2010 leitete ein neunköpfiger Stadtrat die Verwaltung, seit 2010 sind es nur noch 7 Stadträte. Der Stadtrat (Exekutive) bestimmt mit der Legislative, dem 36köpfigen Grossen Gemeinderat, das politische Geschehen.

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Aktueller Stadtpräsident ist Harald Huber (FDP).

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Adliswil: SVP 33.4 %, SP 20.9 %, FDP 15.4 %, CVP 7.6 %, glp 6.2 %, Grüne 5.3 %, BDP 3.8 %, EVP 3.2 %, EDU 1.0 %.[7]

Wirtschaft

Einen starken Wachstumsschub erlebte die Gemeinde im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung, während der ein grosser Spinnereibetrieb, die Mechanische Seidenweberei Adliswil (MSA), aufgebaut wurde. Heute arbeiten viele der Einwohner in Zürich. Der überwiegende Teil der ansässigen Unternehmen ist im tertiären Sektor tätig. Insbesondere haben einige Versicherungen (Generali, Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft) einen Teil ihrer Verwaltung in Adliswil angesiedelt. Es arbeiten rund 5000 Personen in Adliswil.

Verkehr

Adliswil liegt an der Sihltalbahn S 4 Zürich HBAdliswilLangnau-Gattikon (– Sihlwald) der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU), die Teil des Zürcher Verkehrsverbundes ist. Parallel dazu führt eine Hauptstrasse von Zürich durch Adliswil über Sihlbrugg in den Kanton Zug.

Auf dem Gemeindegebiet der Stadt Adliswil wird die 1954 erbaute Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg (LAF) im Auftrag der Eigentümer von der SZU betrieben. Die LAF ist die einzige öffentliche Luftseilbahn im Kanton Zürich.

Kirchen und Tempel

In Adliswil gibt es vier christliche Kirchen und einen hinduistischen Tempel:

Vereine

Angefangen vom 1911 gegründeten Fussballvereins FC Adliswil[8], über den Turnverein, die Musik-und Gesangsvereine, Theater Adliswil bis zu den vielen ethnischen Bevölkerungsgruppen, die sich organisiert haben, sind in Adliswil über 130[9] Vereine zu finden.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049 .

Weblinks

 Commons: Adliswil  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. Brockhaus: Kleines Konversations-Lexikon. 5. Auflage, Band 1, Leipzig 1911, S. 16.
  4. 4,0 4,1 Andres Kristol: Adliswil ZH (Horgen) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 76. Angegebne Lautschrift: [ˈɑdliöʋiːl, ɑdliöˈʋiːl] (ö offensichtlich Druckfehler).
  5. Hans-Heiri Stapfer: Kampf im Dickicht der Geschichte. (PDF; 725 kB), Artikel im Thalwiler Anzeiger, 23. August 2008. Zugriff auf der Website geschichtsverein.ch am 3. September 2009
  6. Statistisches Amt des Kantons Zürich - Datenbank (Gemeindeporträts) . abgerufen am 12. April 2011
  7. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/wahlen_abstimmungen/wahlen_2015/NRW_2015/resultate.html , Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 15. November 2015
  8. football.ch: FC Adliswil. Abgerufen am 13. März 2011.
  9. Vereine. Gemeinde Adliswil, abgerufen am 12. Mai 2016.

Kategorien: Schweizer Gemeinde | Ort im Kanton Zürich

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Adliswil (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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