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Adligenswil


Adligenswil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1051
Postleitzahl: 6043
UN/LOCODE: CH ADI
Koordinaten:
Höhe: 538 m ü. M.
Fläche: 6,99 km²
Einwohner: 5348 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 765 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
10,3 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.adligenswil.ch
Karte

Adligenswil (in hochalemannischer Mundart: [ˌɑdligəʃˈʋiːl]/[ˌɑdligənsˈʋiːl], kurz [ˈɑdligə], ausgesprochen Adligeswil/Adligeschwil, kurz Adlige)[3] ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie

Adligenswil ist eine Streusiedlung, die östlich der Stadt Luzern, auf der Nordseite des Würzenbachtals liegt. Der Würzenbach fliesst drei Kilometer weiter südwestlich in den Vierwaldstättersee. In Richtung Westen wird das Gemeindegebiet zum Rontal hin entwässert. Die Hauptsiedlung Adligenswil befindet sich in einer Senke zwischen dem Dietschiberg und dem Dottenberg, Stuben liegt an der westlichen Gemeindegrenze und Dottenberg am Hang des gleichnamigen Hügels. Das Dorf liegt abseits der grossen Verkehrswege, das Zentrum der Stadt Luzern ist jedoch mit Bus oder Auto in 15 Minuten erreichbar.

Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf dem Dottenberg auf 750 m ü. M. , der tiefste am Würzenbach an der Gemeindegrenze zu Luzern auf 458 m ü. M.

Von der Gemeindefläche sind 54,5 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 24,3 % Wald und Gehölz und 19,5 % Siedlungsfläche. Nachbargemeinden sind Dierikon im Norden, Udligenswil im Nordosten, Küssnacht am Rigi im Osten, Meggen im Süden, Luzern im Südwesten und Ebikon im Nordwesten.

Geschichte

Der Ort wurde im Jahre 1243 als Adelgeswiler erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist zusammengesetzt aus dem ahd. Personennamen Adalgis und dem bei alamannischen Gründungen häufigen Hinterglied -wīlāri zur Bezeichnung neuer Hofsiedlungen. [3]

Bis ins 13. Jahrhundert stand Adligenswil wie auch die nächste Umgebung von Luzern unter der Obhut des Stiftes Luzern und des elsässischen Klosters Murbach. Im Jahr 1291 fiel Luzern an die Habsburger. Der Meierhof Adligenswil wurde 1291 durch das Kloster Murbach an Habsburg verkauft und 1395/1406 von Luzern erworben. In der Zeit zwischen der Schlacht am Morgarten (1315) und der Schlacht bei Sempach (1386) ging der habsburgische Einfluss nach und nach zurück. 1406 erwarb Luzern die Grundherrschaft über die Vogtei Habsburg, zu der auch Adligenswil gehörte. 1861 wurde Adligenswil eine eigene Pfarrei.

Bevölkerung

Von 1798 bis 1970 wuchs die Bevölkerung nur langsam von 433 auf 953 Einwohner an und Adligenswil bewahrte so den Charakter eines ländlichen Bauerndorfes. Anfangs der 1970er setzte die erste Bautätigkeit ein, die sich ab 1975 immer mehr verstärkte. Ende 2014 zählte die Gemeinde 5'349 Einwohner. Davon waren 4'815 Schweizer Staatsangehörige und 534 (=9.98 %) ausländischer Herkunft. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (207 Menschen), Österreich (29), Portugal (24), Italien und Rumänien (je 22) und Spanien (21 Personen). Mit seinen rund 5'500 Einwohnern ist Adligenswil überschaubar und hat sich den ländlichen Charme erhalten. Die Leute kennen sich und pflegen Kontakt untereinander. Typisch für das Dorf sind die zahlreichen Wohnsiedlungen ohne Durchgangsverkehr. Dank dieser einmaligen Lage abseits der grossen Verkehrsachsen und der Stadtnähe geniesst Adligenswil grosse Beliebtheit als Wohngemeinde.

Religionen - Konfessionen

Bis weit ins 20. Jahrhundert war in Adligenswil eine ausschliesslich römisch-katholische Bevölkerung beheimatet. Bei der Volkszählung im Jahr 2000 gehörten noch 64,29 % zur römisch-katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten bilden die 19,98 % evangelisch-reformierten Christen, die 1,82 % Muslime und die 9,66 % Konfessionslosen.

Herkunft - Nationalität

Ende 2014 waren von den 5'349 Einwohnern 4'815 Schweizer und 534 (= 10,0 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft bestand aus 90,0 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (38,8 %), Serbien inklusive Kosovo (4,7 %), Portugal (4,5 %), Italien (4,1 %), Spanien (3,9 %) und der Türkei (0,4 %). 30,7 % stammten aus dem übrigen Europa und 12,9 % waren aussereuropäischer Herkunft.[5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Adligenswil setzt sich wie folgt zusammen:

  • Ursi Burkart-Merz (CVP): Gemeindepräsidentin
  • Othmar Zihlmann (parteilos): Gemeindeschreiber
  • Olivier Bucheli (glp): Sicherheitsvorsteher
  • Markus Sigrist (CVP): Finanzvorsteher
  • Pascal Ludin (SP): Sozialvorsteher
  • Ferdinand Huber (SVP): Bildungsvorsteher

Kantonsratswahlen

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Adligenswil: SVP 26,1 %, FDP 19,6 %, SP 18,2 %, CVP 18,1 %, GPS 8,8 %, glp 8,0 %.[6]

Nationalratswahlen

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Adligenswil: SVP 27,7 %, SP 20,7 %, FDP 18,7 %, CVP 14,5 %, GPS 8,8 %, glp 7,3 %, BDP 1,0 %.[7]

Wirtschaft

Im Jahr 2012 gab es 355 Arbeitsstätten mit 1'599 Arbeitsplätzen in Adligenswil. Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die Landwirtschaft bietet nur noch 3,4 % der Erwerbstätigen (55 Personen) in 21 Betrieben eine berufliche Existenz. Weit bedeutender sind heute Industrie und Gewerbe mit 50 Betrieben und 460 Arbeitsplätzen und der Dienstleistungsbereich mit 284 Arbeitsstätten und 1'084 Beschäftigten. Die grössten Arbeitgeber sind die Druckerei Ringier und das Marktforschungsinstitut DemoScope. Insgesamt gibt es in Adligenswil 2'730 Erwerbstätige. Dennoch fällt die Pendlerbilanz mit 1'933 Wegpendlern (davon 51,8 % in die Stadt Luzern) und nur 897 Zupendlern (meist aus den Nachbargemeinden) negativ aus.

Verkehr

Adligenswil ist durch die Postautolinie 73 zwischen Luzern und Rotkreuz sowie die VBL-Buslinie 26 (Luzern Brüelstrasse–Adligenswil Dorf-Ebikon Ottigenbühl) erschlossen. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Emmen-Süd, Rontal und Luzern-Zentrum.

Bildung

In Adligenswil besuchten (Schuljahr 2014/2015) 64 Kinder die vier Kindergartenklassen im Sigristenhaus (2), Dorf und Chriesibüel. Die Schulhäuser Dorf, Kehlhof und Obmatt boten 360 Primarschülern (in 19 Klassen) und 205 Oberstufenschülern (in 12 Klassen) eine Bildungsmöglichkeit. Für den Besuch von Mittelschulen und der Universität pendeln die Lernenden in die Nachbargemeinde Luzern.

Schuljahr
(2014/2015)
Kindergarten Primarschule Sekundarstufe
Abteilungen 4 19 12
Lernende 64 360 205

Sehenswürdigkeiten

Die 1825 bis 1827 von den Brüdern Josef und Franz Händli erbaute Kirche St. Martin mit klassizistischen Altären und einem Chorgestühl aus dem Biedermeier sowie die von Wilhelm Keller 1863 in neugotischem Stil erbaute Kapelle St. Jost (St. Jodokus) mit Altargemälden von Melchior Paul von Deschwanden sind die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Dazu kommen verschiedene Bauernhäuser am Dottenberg, deren Architektur von nationaler Bedeutung ist.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Die Gemeinden des Kantons Luzern. Hochdorf/Basel/Luzern 1949
  • Die Luzerner Gemeinden und ihre Wappen. Chapelle-sur-Moudon 1987. ISBN 2-88114-006-8
  • Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel 1946
  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0. S. 27–45.

Weblinks

 Commons: Adligenswil  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. 3,0 3,1 Andres Kristol: Adligenswil LU (Luzern) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 75.
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Adligenswil
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Adligenswil
  7. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 2. Juni 2016.

Kategorien: Ort im Kanton Luzern | Schweizer Gemeinde

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Adligenswil (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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