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Abu Nidal Organisation


Die Abu-Nidal-Organisation (ANO, auch bekannt unter den Namen Fatah-Revolutionsrat) ist eine von Abu Nidal 1974 gegründete Abspaltung von der PLO, die sich für ein selbständiges Palästina einsetzt. Sie wurde zuerst von Saddam Hussein, dann von Hafiz al-Assad, dann von Muammar al-Gaddafi und vom Iran unterstützt[1].

Ihr werden zahlreiche Anschläge zur Last gelegt. Unter anderem wird die Gruppe für Anschläge auf die Flughäfen von Rom und Wien im Jahre 1985, bei denen 18 Menschen ums Leben kamen, sowie einen Angriff auf Synagogen in Paris und Wien (Stadttempel) verantwortlich gemacht. Zudem ist sie für die Ermordung des Wiener Politikers Heinz Nittel verantwortlich. Die EU und die USA führen die Organisation auf ihrer Liste der Terrororganisationen.[2][3][4] Darüber hinaus beging die Gruppe Auftragsmorde und tötete Fatah-Politiker, die für Verhandlungen mit Israel eintraten wie z.B. 1983 den Arafat-Vertrauten Issam Sartawi. Sie wurde aber, anders als andere palästinensische Organisationen, niemals zum Ziel israelischer Vergeltungsschläge. Dies und ihre offensichtliche Arbeit gegen die Interessen der PLO führte zu Spekulationen, die Gruppe sei zumindest in Teilen von israelischen Geheimdiensten unterwandert[1].

Im Jahr 2000 versuchte die Frau des Abu-Nidal-Finanzreferenten Samir N., die Ägypterin mit dem Spitznamen „Die Sanfte“, Geld von dessen Bankkonto abzuheben. Sie wurde wegen Terrorismus angeklagt, konnte aber nach Libyen entkommen. Die acht Millionen US-Dollar, die sich bereits seit Jahren auf jenem Wiener Bankkonto befinden, sind seither Gegenstand mehrerer Gerichtsprozesse, die beinahe zur Überweisung des Geldes an ehemalige Mitglieder geführt hätten. 2009 wurde ein entsprechendes Urteil jedoch vom Wiener Oberlandesgericht aufgehoben. Ein neuer Prozess soll klären, was mit dem Geld geschehen soll.[5]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Gerrit Hoekmann: Zwischen Ölzweig und Kalaschnikow. Geschichte und Politik der palästinensischen Linken, Münster 1999, ISBN 3-928300-88-1, S.63 f
  2. europa.eu EU-Liste der Terrororganisationen vom 29. Mai 2006 (PDF; 45 kB) 30. Mai 2006
  3. Durchführungsverordnung vom 22. Dezember 2011 (PDF)
  4. Außenministerium der Vereinigten Staaten: Foreign Terrorist Organizations vom 27. Januar 2012
  5. Florian Klenk: Der Kampf um die Millionen der Abu-Nidal-Gruppe: ein Etappensieg für Wiener Terroropfer und die Republik. Falter, Nr. 11/09, 11. März 2009, S. 13

Kategorien: Paramilitärische Organisation | Untergrundorganisation (Palästinensische Autonomiegebiete) | Linke bewaffnete Untergrundorganisation

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Abu Nidal Organisation (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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