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Abendländischer Lebensbaum


Abendländischer Lebensbaum

Systematik
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Zypressengewächse (Cupressaceae)
Unterfamilie: Cupressoideae
Gattung: Lebensbäume (Thuja)
Art: Abendländischer Lebensbaum
Wissenschaftlicher Name
Thuja occidentalis
L.

Der Abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis), auch Abendländische Thuja oder Gewöhnliche Thuja genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lebensbäume (Thuja) in der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Abendländische Lebensbaum ist ein immergrüner Baum. Der erreicht Wuchshöhen von etwa 20 Metern (in Einzelfällen bis maximal 38 Metern) bei einem Stammdurchmesser von 0,9 Metern (maximal 1,8 Metern). Er wächst sehr langsam; der jährliche Höhenzuwachs beträgt maximal etwa 20 Zentimeter. Exemplare über 10 Metern stehen häufig etwas schief und werden dann oft vom Sturm umgeworfen. Der Abendländische Lebensbaum wird bis zu 180 Jahre alt.

Die Borke ist orangebraun und längsrissig. Die meist dünne und locker beastete Baumkrone wächst kegelförmig mit schmaler, runder Spitze und aufwärts gerichteten Zweigen. Die häufig hängenden Zweige enden in nach oben gedrehten Zweigspitzen.

Die schuppenförmigen Blätter haben eine gleichförmig hellgrün bis gelbliche Blattunterseite.

Generative Merkmale

Der Abendländische Lebensbaum ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), es befinden sich also männliche und weibliche Zapfen an einem Pflanzenexemplar. Die männlichen Zapfen sind rötlich und 1 bis 2 Millimeter groß. Die weiblichen Zapfen sind hellbraun und bilden sich oft so reichlich, dass die ganze Baumkrone hellbräunlich aussieht. Sie besitzen meist zwei Paare fertile Samenschuppen. Die aufrecht stehenden, 6 bis, meist 9 bis 14 Millimeter großen Zapfen und klaffen schon bald bis zum Basisansatz der Schuppen auf und enthalten etwa acht Samen. Der rötliche Same ist einschließlich der Flügel 4 bis 7 Millimeter groß.

Inhaltsstoffe

Das Holz, die Zapfen sowie die Zweigspitzen enthalten ätherische Öle aus Monoterpenen, wobei Thujon den größten Teil ausmacht. Somit ist der Verzehr giftig. Schon durch das Berühren der Zweigspitzen kann es auf den betroffenen Stellen zu Rötungen und Juckreiz kommen. Nach Verzehr giftiger Pflanzenbestandteile kann es neben Schleimhautreizungen zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Brechreiz, Blähungen und Durchfall kommen. In seltenen Fällen wurden Schäden an Nieren und Leber sowie Krampfanfälle beobachtet.[1] Für Tiere kann der Verzehr tödlich sein.[2]

Vorkommen und Nutzung

Der Abendländische Lebensbaum ist in Ostkanada und den nordöstlichen USA mit einem Hauptverbreitungsgebiet rund um die Großen Seen heimisch. Dort gehört er zu den bedeutendsten Waldbaumarten.

In Europa wird er überall häufig angepflanzt, und zwar überwiegend als zypressenähnlicher Baum auf Friedhöfen sowie als ganzjährig blickdichte Hecke in Gartenumfriedungen. Regelrecht in Massen werden die zahlreichen oft zwergwüchsigen Zuchtformen angepflanzt.

Auf nassen Böden wächst der Abendländische Lebensbaum am besten; er verträgt aber auch trockene Standorte, vor allem wenn sie schattig sind.

Zuchtformen

  • ‘Fastigiata’: 1865 entstanden. Schmal kegelförmig, aber weniger säulenförmig als 'Spiralis'. Diese Zuchtform wird bis 15 Meter hoch und hat schlanke und aufrechte Zweige.
  • ‘Lutea’, auch bekannt als ‘George Peabody’ („Gelber Lebensbaum“):[3] Diese Zuchtform wächst meist schöner als der Typ, ist aber dennoch selten. Sie wird bis 17 Meter hoch und bildet an einem kräftigen Stamm eine dichte Krone aus; die junge Belaubung ist goldgelb gefärbt.[4]
  • ‘Rheingold’: Diese Form ist meist vielstämmig und wird nur etwa 4 Meter hoch mit rundlich-kegelförmiger Krone. Die Belaubung ist ganz hellgelb, im Frühjahr fast orange und im Winter etwas bräunlich.[4]
  • ‘Rosenthalii’ („Säulenlebensbaum“)[3] ist ein bis 5,5 Meter hoher, säulenförmig wachsender Baum.[5]
  • ‘Spiralis’: 1923 entstanden. Sehr schmale und spitze Säulenform mit tiefgrüner Belaubung, die im Winter etwas bräunlich wird. Sie erreicht eine Wuchshöhe von etwa 15 Meter; die Zweige sind kurz, spiralig gedreht und aufwärts gebogen.[6]
  • ‘Brabant’: Kegelförmig, mittelhoher Baum, dichtverzweigt. Höhe 25 bis 20 Meter Breite 3 bis 4 Meter. ganzjährig grün im Winter nicht verfärbend.
  • ‘Columna’: Schmal säulenförmiger Großstrauch bis Kleinbaum und langsamwüchsig. Höhe 5 bis 8 Meter Breite 1 bis 1,5 Meter. Beständige Säulenform, im alter nicht ausgebreitet.
  • ‘Holmstrup’ in der Jugend säulenförmig und im Alter schmale Kegelform, langsamwüchsig und dicht verzweigt. Höhe 3 bis 4 Meter, Breite 0,8 bis 1,5 Meter. frosthart und besonders windresistent.
  • ‘Smaragd’ Kegelförmiger Großstrauch, sicht und gedrungen langsamwüchsig. Höhe 3 bis 5 Meter, Breite 1 bis 2 Meter frischgrün, im Winter nicht verfärbend. Frosthart robuste und windresistente Sorte. Beste Heckenpflanze.
  • ‘Sunkist’ In der Jugend sehr Schmal kegelförmig, langsamwüchsig im Alter breit, Kegelförmig stark wachsend. Höhe 3 bis 4 Meter, Breite 0,8 bis 1,5 Meter. In der Jugend goldgelb im Alter zitronengelb bis hellgrün, im Winter bronzefarben.
  • ‘Tiny Tim’ Kugelförmiger Zwergstrauch. Höhe 0,5 bis 1 Meter, Breite 0,8 bis 1,5 Meter. Frischgrün im Winter bronzefarben.

Bilder

Thuja occidentalis:

Quellen

  • Christopher J. Earle: Thuja occidentalis. In: The Gymnosperm Database. 23. Januar 2011, abgerufen am 24. Oktober 2011 (englisch).

Einzelnachweise

  1. Informationszentrale gegen Vergiftungen / Giftzentrale Bonn / Pflanzen: Lebensbaum (Thuja occidentalis)
  2. Pferde in Thüringen durch Grünschnitt vergiftet in Spiegel Online vom 11. Mai 2014
  3. 3,0 3,1 Uni Hohenheim: Thuja Occidentalis
  4. 4,0 4,1 University of Connecticut: Thuja Occidentalis
  5. Plant Encyclopedia: Thuja occidentalis ‘Rosenthalii’
  6. Plant Encyclopedia: Thuja occidentalis 'Spiralis'

Weblinks

 Commons: Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Abendländischer Lebensbaum (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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