Abd al-Aziz Bouteflika - LinkFang.de





Abd al-Aziz Bouteflika


Abd al-Aziz Bouteflika (arabisch عبد العزيز بوتفليقة, DMG ʿAbd al-ʿAzīz Būtaflīqa; * 2. März 1937 in Oujda, Marokko) ist seit 1999 algerischer Präsident.

Leben und Wirkung

Bouteflika wurde am 2. März 1937 in Oujda in Marokko geboren, schloss sich vermutlich 1956 der Nationalen Befreiungsfront (FLN) an und konnte durch die Unterstützung von Houari Boumedienne schnell Karriere machen. Ab 1962 war er als Minister für Jugend, Sport und Tourismus sowie dann von 1963 bis 1979 als Außenminister tätig. Seine Kandidatur auf das Präsidentenamt nach dem Tod von Boumedienne scheiterte, da Bendjedid Chadli vom Militär unterstützt wurde. 1974/75 war Bouteflika Präsident der UN-Generalversammlung. 1981 wurde er aus der FLN ausgeschlossen und ging ins Exil. 1989 kam er nach Algerien zurück und übernahm wieder Leitungspositionen in der FLN.

Wahl zum Präsidenten. 1999 wurde er zum Präsidenten als Nachfolger von Liamine Zéroual gewählt. Der damalige Wahlsieg ist bis heute umstritten, da eine Manipulation mithilfe des Militärs nicht ausgeschlossen ist.

Amnestie für Islamisten. Im Rahmen von Bouteflikas Politik, eine Aussöhnung mit den Islamisten zu erreichen und den Bürgerkrieg zu beenden, wurden erwähnte Islamisten, die an keinen Gewalttaten beteiligt waren, bald amnestiert. Am 16. September 1999 stimmte die Bevölkerung Algeriens mit überwältigender Mehrheit für den Friedensplan des Staatspräsidenten zur Aussöhnung mit den islamistischen Extremisten. Auch wenn die Amnestie von vielen genutzt wurde, dauerten die Terroraktionen der militanten Islamisten an. So kamen allein im Fastenmonat Ramadan des Jahres 2000 ca. 200 Menschen ums Leben. Eine weitere Amnestie wurde 2005 von Bouteflika erfolgreich unterstützt.

Wiederwahl 2009–2014. Anfang April 2009 wurde Bouteflika bei der algerischen Präsidentenwahl mit 90,24 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt.[1] Für diese dritte Wiederwahl war eine umstrittene Verfassungsänderung erforderlich, die die Begrenzung der Wiederwahl des Staatspräsidenten auf nur eine Wiederwahl aufhob.

Bei den Parlamentswahlen am 10. Mai 2012, die unter Einfluss des weitgehend beendeten Arabischen Frühlings stattfanden, erreichte Bouteflikas Partei mit 220 die meisten Sitze, errang aber nicht die absolute Mehrheit. Gemeinsam mit der Nationalen Demokratischen Sammlung (RND) verfügt sie jedoch über eine komfortable Mehrheit.[2]

Trotz seines angeschlagenen Gesundheitszustandes trat Bouteflika bei der Präsidentschaftswahl im April 2014 an und wurde im Amt bestätigt.

Gesundheitszustand. Bouteflika gilt als schwer krank. Im April 2013 wurde er zwecks medizinischer Behandlung nach Frankreich gebracht (offiziell wegen eines „Mini-Schlaganfalls“); erst im Juli kehrte er zurück. Bouteflika wurde trotz zweier Schlaganfälle im April 2014 zum vierten Mal wiedergewählt, ist aber seit drei Jahren nicht mehr öffentlich aufgetreten. Er sitzt im Rollstuhl und kann kaum sprechen.[3]

Kabinettsumbildung. Mitte September 2013 bildete Bouteflika sein Kabinett radikal um. Er besetzte Schlüsselressorts wie das Innen-, das Justiz- und das Außenministerium mit Vertrauensleuten und entfernte interne Widersacher. General Ahmad Gaïd Salah wurde als stellvertretender Verteidigungsminister in der Militärführung installiert. General Bachir Tartag wurde von der Spitze des – unter anderem für den Kampf gegen Al Qaida verantwortlichen – Innengeheimdienstes DSI entfernt. Beides gilt als Versuch der Präsidentenseilschaft, die Kontrolle über den Staatsapparat auszuweiten. Der Staatshaushalt von Algerien hat relativ hohe Einnahmen aus dem Export von Gas, so dass der Sozialfrieden mit staatlichen Zuwendungen erreicht werden kann.[4]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Abd al-Aziz Bouteflika  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. vgl. Algerien: Bouteflika Sieger der Präsidentenwahl bei faz.net, 10. April 2009
  2. Parlamentswahl: Regierungspartei siegt in Algerien bei Spiegel Online, 11. Mai 2012 (abgerufen am 12. Mai 2012).
  3. Gehlen, M. (2016) Chancenlos in der Heimat , Zeit Online, 15. Jan 2016.
  4. Bouteflikas ungewisse Zukunft. FAZ.net 21. Oktober 2013


Kategorien: Präsident der UN-Generalversammlung | Präsident (Algerien) | Außenminister (Algerien) | Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz mit Ordenskette) | Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Collane) | Träger des Verdienstordens der Republik Ungarn (Großkreuz mit Ordenskette) | Ständiger Vertreter Algeriens bei den Vereinten Nationen | Amtierendes Staatsoberhaupt | Träger des Groß-Sterns des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich | Geboren 1937 | Algerier | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Abd al-Aziz Bouteflika (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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