ABe 4/4 - LinkFang.de





ABe 4/4


ABe 4/4 ist in der Schweiz die Sammelbezeichnung für Elektrotriebwagen mit Sitzplätzen der ersten und zweiten Wagenklasse und vier, sämtlich angetriebenen, Achsen (Achsformel Bo'Bo'). Fahrzeuge mit dieser Serienbezeichnung sind oder waren bei verschiedenen Normal- und Schmalspurbahnen im Einsatz.

Die älteren dieser - technisch wie optisch recht unterschiedlichen - Triebwagen wurden zumeist als BCe 4/4 in Dienst gestellt und 1956 umgezeichnet, als die dritte Klasse abgeschafft wurde. Andererseits verzichten einige Bahngesellschaften seit den 1980er Jahren auf die erste Klasse und deklassierten ihre vorhandenen ABe 4/4 zu Be 4/4.

Schmalspurbahnen

Sofern die Fahrzeuge nicht in eigenen Artikeln ausführlich behandelt werden, sind die technischen Daten in der Reihenfolge angegeben: Erbauer, Jahr der Inbetriebnahme, Länge über Puffer, Masse, Leistung, Höchstgeschwindigkeit, Sitzplätze 1./2. Klasse.

Rhätische Bahn

Bei der Rhätischen Bahn sind das:

Nummern 41 und 42 waren seit 1972 zunächst aushilfsweise, später dauernd auf der RhB-Linie im Misox eingesetzt und sind heute im Besitz der Ferrovia Mesolcinese (FM).

Appenzeller Bahn

Für die Appenzeller Bahn sind das:

  • ABe 4/4 40–43, SIG/MFO 1933, 16.70 m, 34.2 t, 450 kW, 65 km/h, 12/40 Plätze
  • ABe 4/4 44–45, SIG/MFO 1949, 18.00 m, 35.0 t, 505 kW, 65 km/h, 12/36 Plätze

Ferrovia Biasca-Acquarossa

Bei der Ferrovia Biasca-Acquarossa sind das:

  • ABe 4/4 4–5, SWS/SAAS 1952–63, 16.45 m, 28 t, 280 kW, 55 km/h, 8/48 Plätze

Nummer 4 kam 1973 zur MOB, die ihn als Be 4/4 1002 einreihte. Nummer 5 kam über die OJB zur FM.

Ferrovia Lugano-Ponte Tresa

Bei der Ferrovia Lugano–Ponte Tresa sind es:

  • ABe 4/4 1–3, SWS/Alioth 1912, 16.07 m, 29 t, 210 kW, 55 km/h, 16/40 Plätze
  • ABe 4/4 4–5, SWS/SAAS 1952–58, 16.27 m, 30 t, 244 kW, 55 km/h, 8/48 Plätze

Nummer 3 wurde 1995 an die FM abgegeben. Nummer 5 kam 1981 zur MOB, die ihn als Be 4/4 1003 einreihte.

Frauenfeld-Wil-Bahn

Für die Frauenfeld-Wil-Bahn gilt:

  • ABe 4/4 1–3, SWS/MFO 1921, 14.81 m, 28 t, 288 kW, 55 km/h, 6/30 Plätze

Die Triebwagen wurden als BCe 2/4 geliefert (Leistung 132 kW, Höchstgeschwindigkeit 40 km/h) und erhielten 1953–54 neue Motoren. Nummer 1 ist als historisches Fahrzeug noch betriebsfähig.

Chemins de fer Fribourgeois Gruyère-Fribourg-Morat

Die Greyerzerbahnen CEG stellten in den Jahren 1903–05 eine Reihe technisch ähnlicher Triebwagen in Dienst, die sich im Grundriss deutlich unterschieden. Es gab ein- und zweiklassige Fahrzeuge, solche mit Gepäckabteil und solche ohne. Im Laufe der Zeit wurden die Wagen mehrfach umgebaut, bevorzugt zu ABe 4/4. Die technischen Daten beschreiben den Zustand nach dem jeweils letzten Umbau. Die 1903 von SWS gebauten Wagen waren ursprünglich 13.34 m lang.

  • ABe 4/4 102, SWS/Alioth 1903, 14.25 m, 23.5 t, 100 kW, 50 km/h, ursprünglich BCe 4/4, später 8/36 Plätze
  • ABe 4/4 106, SWS/Alioth 1903, 14.25 m, 25.5 t, 192 kW, 50 km/h, ursprünglich BCFe 4/4, später 8/32 Plätze
  • ABe 4/4 107, SWS/Alioth 1903, 14.70 m, 27.0 t, 192 kW, 60 km/h, ursprünglich BCFe 4/4, später 8/36 Plätze
  • ABe 4/4 111, SWS/Alioth 1903, 14.19 m, 27.0 t, 264 kW, 60 km/h, ursprünglich CFe 4/4, später 8/36 Plätze
  • ABe 4/4 113, SIG/Alioth 1904, 13.73 m, 23.0 t, 264 kW, 60 km/h, ursprünglich CFZe 4/4, später 8/24 Plätze
  • ABe 4/4 115 und 117, SWS/Alioth 1905, 15.58 m, 29.5 t, 296 kW, 60 km/h, ursprünglich BCe 4/4, später 16/30 Plätze
  • ABe 4/4 121, SWS/MFO 1922, 17.24 m, 35.0 t, 486 kW, 75 km/h, ursprünglich BCe 4/4, später 8/50 Plätze

Chemin de fer Yverdon - Ste-Croix

Bei den Chemin de fer Yverdon–Ste-Croix gilt:

  • ABe 4/4 1–3, SIG/BBC 1945, 18.79 m, 37 t, 440 kW, 65 km/h, 8/38 Plätze

Am 14. Februar 1976 kollidierten die Wagen 2 und 3 bei Essert-sous-Champvent frontal. Der aus den noch verwendbaren Teilen erbaute Triebwagen erhielt die Nummer 5. Nummer 1 wurde 1981 zu 4 umnummeriert.

Normalspurbahnen

Reine ABe sind bei den Normalspurbahnen selten, erstens, weil neuere Fahrzeuge oft für erhöhte Kurvengeschwindigkeit zugelassen sind und dadurch als RABe gekennzeichnet werden. Zweitens, weil die Hochleistungstriebwagen und EAV-Triebwagen, die in den 1960er Jahren fast an alle Privatbahnen geliefert wurden, mit einem Gepäckabteil ausgerüstet sind und somit, wenn sie Abteile für beide Klassen haben, als ABDe/RABDe gekennzeichnet sind.

Chemins de fer Fribourgeois Gruyère-Fribourg-Morat

Bei den Chemins de fer fribourgeois Gruyère–Fribourg–Morat sind das:

  • ABe 4/4 166–167, SIG/BBC 1947-48, 22.70 m, 57 t, 726 kW, 100 km/h, 76 Plätze

Schweizerische Südostbahn

Bei der Schweizerischen Südostbahn sind das:

  • ABe 4/4 1–3, SWS/SLM/MFO/BBC/SAAS 1939-40, 19.60 m, 44 t, 735 kW, 80 km/h, 53 Plätze, Nr. 1–2 Umbau 1979–82 in ABe 13+14
  • ABe 4/4 4–6, SIG/SLM/MFO/BBC/SAAS 1939-40, 19.60 m, 44 t, 735 kW, 80 km/h, 53 Plätze, Nr. 4 und 6 Umbau 1979–82 in ABe 12–11
  • ABe 4/4 11–14, SIG/SLM/MFO/BBC/SAAS 1979-82, 19.60 m, 46,5 t, 735 kW, 80 km/h, 50 Plätze, Umbau aus ABe 6, 4, 2, 1 (Nummerreihenfolge umgekehrt!)
  • ABe 4/4 71, SIG/BBC 1959, 23.70 m, 69 t, 1.574 kW, 110 km/h, 17+32 Plätze, 1979 umgebaut zu BDe 4/4 80, später 576 480, heute 576 048. Dies war der einzige ABe-Hochleistungstriebwagen

Quellen und Literatur

Die technischen Daten sind folgenden Quellen entnommen:

  • Peter Willen: Lokomotiven und Triebwagen der Schweizer Bahnen. 4 Bände. Orell Füssli, Zürich, 1982–85.
  • Peter Willen: Lokomotiven der Schweiz. 2 Bände. Orell Füssli, Zürich, 1970–75.
  • Diverse Bände der Reihe über Waadtländer Privatbahnen. BVA, Lausanne.

Kategorien: Triebfahrzeug (Schweiz)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/ABe 4/4 (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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