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1946


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1946
Der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher endet am 30. September mit der Verkündung der Urteile.
Am 10. Januar findet in London die erste Generalversammlung der Vereinten Nationen statt. Trümmerfrauen bei der Arbeit.
1946 in anderen Kalendern
Ab urbe condita 2699
Armenischer Kalender 1394–1395
Äthiopischer Kalender 1938–1939
Badi-Kalender 102–103
Bengalischer Kalender 1352–1353
Berber-Kalender 2896
Buddhistischer Kalender 2490
Burmesischer Kalender 1308
Byzantinischer Kalender 7454–7455
Chinesischer Kalender
 – Ära 4642–4643 oder
4582–4583
 – 60-Jahre-Zyklus

Holz -Hahn (乙 酉, 22 )–
Feuer -Hund (丙 戌, 23 )

Französischer
Revolutionskalender
C L IVC L V
154–155
Hebräischer Kalender 5706–5707
Hindu-Kalender
 – Vikram Sambat 2002–2003
 – Shaka Samvat 1868–1869
Iranischer Kalender 1324–1325
Islamischer Kalender 1365–1366
Japanischer Kalender
 – Nengō (Ära): Shōwa 21
 – Kōki 2606
Koptischer Kalender 1662–1663
Koreanischer Kalender
 – Dangun-Ära 4279
 – Juche-Ära 35
Minguo-Kalender 35
Olympiade der Neuzeit X III
Seleukidischer Kalender 2257–2258
Thai-Solar-Kalender 2489

1946, das erste Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, steht noch weitgehend unter dem Eindruck der gemeinsamen Schaffung einer Nachkriegsordnung für die Welt durch die Siegerkoalition der vier Alliierten. Deutlichster Ausdruck hierfür sind die Vereinten Nationen, deren Vollversammlung und Sicherheitsrat zu Beginn des Jahres ihre Arbeit aufnehmen.

Überblick

Deutschland

In Deutschland erreicht die im Potsdamer Abkommen vereinbarte Entnazifizierung ihren ersten Höhepunkt im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, der mit mehreren Todesurteilen und einer Reihe von Haftstrafen für die Größen des NS-Staates endet.

Nachkriegsordnung und Beginn des Kalten Krieges

Erste aufkommende Differenzen zwischen Stalin und den West-Alliierten erschienen zunächst als wenig gravierend und überbrückbar; im Nürnberger Prozess etwa waren von der sowjetischen Seite deutlich höhere Strafen gefordert worden, die angloamerikanische Auffassung von einem möglichst fairen Verfahren hatte sich jedoch durchgesetzt; auch das erste sowjetische Veto im UN-Sicherheitsrat (dem später weit über 100 folgen sollten) betraf (mit dem Abzug Frankreichs und Großbritanniens aus dem Libanon und Syrien) eher eine Randfrage. In anderen Fragen wie der Wiederherstellung der Republik Österreich, den Tokioter Kriegsverbrecherprozessen und der Behandlung des italienischen Kolonialbesitzes demonstrierte man dagegen weitgehend Einigkeit.

Bedeutsamer war die Uneinigkeit, die in der Frage einer möglichen deutschen Zentralregierung und einer Wirtschaftsordnung für Deutschland bestand; diese Fragen wurden zunächst auf später vertagt. Die US-Regierung unter Harry S. Truman (Kabinett Truman) vertraute auf ihre starke Position als alleinige Atommacht, die sie mit zwei Atombombentests im Pazifik (Juli 1946) demonstrierte, und die britische Labour-Regierung von Attlee, die innenpolitisch auf die Nationalisierung der Schlüsselindustrien und des Gesundheitswesens setzte, distanzierte sich von der Kriegsrhetorik Churchills, der vor der künftigen Gefahr warnte, die von der Sowjetunion in Europa ausgehe, die hinter dem von ihr errichteten Eisernen Vorhang ein System totalitärer Satellitenstaaten etablieren würde. Churchills These (Stalin kanzelte sie als 'gefährliche Kriegstreiberei' ab) stellte sich als richtig heraus. Am 6. September 1946 hielt US-Außenminister James F. Byrnes in Stuttgart eine vielbeachtete Rede („Hoffnungsrede“), in der er einige wichtige Weichenstellungen der amerikanischen Deutschlandpolitik thematisierte. Amerikaner und Briten unterzeichneten am 2. Dezember 1946 den Zusammenschluss ihrer beiden Besatzungszonen zur Bizone zum 1. Januar 1947.

Wiederaufbau

Zunächst stand auch die Beseitigung der unmittelbaren Not der Menschen im Vordergrund. Die Lebensmittelversorgung erreichte weltweit einen kritischen Tiefpunkt; in Deutschland kam es zu Hungerstreiks von Arbeitern, die Tagesrationen von 1.500 kcal und weniger am Tag erhalten und häufig von Tuberkulose befallen sind, worauf die Alliierten darauf hinweisen, dass auch in Großbritannien das Brot rationiert werden müsse und es in Indien zu regelrechten Hungerkatastrophen komme. Die Bevölkerung behilft sich unterdessen mit Kohlenklau und Geschäften auf dem Schwarzmarkt, wo amerikanische Zigaretten sich zu einer Art Schattenwährung entwickeln. Die Demontagepolitik vor allem der Sowjetunion trägt zu einer Verlangsamung des Wiederaufbaus bei, immerhin aber sind bald die wichtigsten Verkehrswege wie etwa die Brücken über den Rhein wiederhergestellt.

Europa

In anderen Staaten Europas steht die Wiederherstellung einer verfassungsmäßigen Ordnung im Vordergrund. So wird in Frankreich die Vierte Republik etabliert, gegen den Willen von Charles de Gaulle, der die schwache Stellung des Staatspräsidenten kritisiert.

Italien entscheidet sich mit knapper Mehrheit für die Einführung der Republik, sodass der letzte König, Umberto II., der nach Abdankung seines Vaters Viktor Emanuel III. gerade einmal einen Monat regierte, nun selbst zurücktreten muss.

Das spanische Franco-Regime sieht sich angesichts der allgemeinen antifaschistischen Weltmeinung einer internationalen Isolierung ausgesetzt, ohne dass diese dessen Bestand gefährden könnte.

Im Osten Europas erklären sich die Staaten zu Volksrepubliken. Wo zuvor Monarchien bestanden, wie in Rumänien, Bulgarien oder Albanien, sehen sich die Könige zur Abdankung gezwungen. Zugleich sorgen Sondergerichte für die Aburteilung von Politikern und Militärs, die sich an der Seite der Deutschen Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben.

Kolonialgebiete

In den Kolonialgebieten der europäischen Mächte zeigen sich unterdessen erste deutliche Regungen von Unabhängigkeitsbestrebungen.

In Britisch-Indien steuert die Kolonialmacht auf die Entlassung des Subkontinents in die Unabhängigkeit zu, was allerdings zunächst noch durch zum Teil blutige Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems verzögert wird.

Gleichzeitig beginnt mit einem Massaker in Hải Phòng der Indochinakrieg, in dem Ho Chi Minh in Vietnam den Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft leitet.

In Afrika zeigt unterdessen die Tatsache, dass im Parlament der Kolonie Goldküste nun mehrheitlich Schwarzafrikaner vertreten sind, symptomatisch auch hier den allmählichen Wandel an.

Iran

Als einer der Auslöser des Kalten Krieges gilt die Irankrise. Stalin weigerte sich, die im Rahmen der Anglo-sowjetischen Invasion 1941 in den Iran einmarschierten sowjetischen Truppen abzuziehen. Stattdessen unterstützte er separatistische Bewegungen von Kurden und Azeris, die mit der Ausrufung der kommunistischen Republik Mahabad und der Autonomen Republik Aserbaidschan die Gründung eigener, von Iran losgelöster Staaten verfolgten. Nach intensiven Verhandlungen mit dem iranischen Premierminister Ahmad Qavām, in dessen Verlauf der Sowjetunion Ölförderrechte in Nordiran zugestanden wurden, und auf Druck von US-Präsident Truman zog Stalin die sowjetischen Truppen ab. Am 12. Dezember 1946 marschierte Schah Mohammad Reza Pahlavi in Aserbaidschan ein. Am 16. Dezember 1946 fand die Republik Mahabad ihr Ende.

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen

Januar

Februar

März

April

  • 21. April bis 22. April: Die KPD und die SPD vereinbaren in Ost-Berlin den Zusammenschluss zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Da eine Befragung der Sozialdemokraten in West-Berlin eine Mehrheit gegen einen Zusammenschluss ergeben hat und sich auch die SPD-Führung in den West-Zonen gegen eine Verschmelzung ausspricht, bleibt der Wirkungsbereich der SED auf Ost-Berlin und die sowjetische Zone begrenzt.
  • 25. April: In Paris kommen die Außenminister der vier Siegermächte zu einer Konferenz zusammen. Da zunächst zahlreiche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion auftreten, wird die Konferenz auf den 15. Juni vertagt.
  • 29. April: Beginn der Tokioter Prozesse gegen Führungskräfte der japanischen Armee.

Mai

Juni

  • 1. Juni: In Rumänien wird Ion Antonescu, der das Land im Zweiten Weltkrieg als „Conducator“ und Verbündeter Deutschlands führte, nach Aburteilung durch ein Volksgericht hingerichtet.
  • 2. Juni: In Italien wird ein Referendum über die künftige Staatsform abgehalten. Als sich eine Mehrheit gegen die Monarchie und für die Republik abzeichnet, geht Umberto II. ins Exil. Er hatte erst seit dem 9. Mai als italienischer König amtiert, nachdem sein Vater Viktor Emanuel III. abgedankt hatte. Alcide De Gasperi nimmt provisorisch die Aufgaben des Staatsoberhauptes bis zur Wahl eines Präsidenten wahr.
  • 8. Juni: Sukarno ruft die Indonesier zum Widerstand gegen die niederländische Kolonialmacht auf.
  • 9. Juni: Thailand. König Bhumibol Adulyadej wird Staatsoberhaupt.
  • 15. Juni: In Paris beginnt die zweite Runde der Außenministerkonferenz der Siegermächte. Während über die bislang italienischen Besitzungen Libyen und Dodekanes Einigkeit erzielt wird, wird die Frage der Bildung einer künftigen deutschen Zentralregierung vertagt.

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Wirtschaft

Wissenschaft und Technik

Kultur

Religion

Sport

Katastrophen

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

Geboren

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Tag unbekannt

Gestorben

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Tag unbekannt

Nobelpreise

Weblinks

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Kategorien: Jahr (20. Jahrhundert) | 1946

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