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Česká Kamenice


Česká Kamenice

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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Děčín
Fläche: 3876,5784[1] ha
Geographische Lage:
Höhe: 301 m n.m.
Einwohner: 5.347 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 407 21
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Bahnanschluss: Děčín–Jedlová
Česká Kamenice–Česká Lípa
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 10
Verwaltung
Bürgermeister: Hana Štejnarová (Stand: 2014)
Adresse: náměstí Míru 219
407 21 Česká Kamenice
Gemeindenummer: 562394
Website: www.ceska-kamenice.cz
Lageplan

Česká Kamenice (deutsch: Böhmisch Kamnitz) ist eine Stadt im Ústecký kraj in Tschechien. Sie liegt an der Kamnitz (Kamenice) im Okres Děčín am Übergang der Böhmischen Schweiz zum Lausitzer Gebirge.

Geschichte

Deutsche Kolonisten gründeten Mitte des 13. Jahrhunderts am gleichnamigen Fluss das langgezogene Waldhufendorf Kamenice. Erstmals urkundlich wurde Kamenice im Jahr 1352 erwähnt. Schon zuvor hatte König Ottokar II. dem mittleren Teil des Dorfes Stadtrechte verliehen – aus dem restlichen Dorf bildeten sich in der Folgezeit die Vorstädte Ober- und Niederkamnitz.

König Wenzel II. überließ Ende des 13. Jahrhunderts die Stadt Johann von Michelsberg – unter ihm gelangte die Stadt zur Herrschaft Scharfenstein. Johann III. von Michelsberg verlieh 1383 den Bürgern das Heimfallrecht. Später erhielt die Stadt noch zusätzlich das Braurecht, 1394 das Bier- und Weinschankrecht sowie das Marktrecht. Den Michelsbergern folgten 1406 die Berken von Dauba und 1428 die Wartenberger.

Hohe Kriegsschulden und die herabsinkende Macht veranlasste 1515 die Wartenberger, die Herrschaft an die Herren von Salhausen aus der Mark Meißen zu verkaufen. Diese teilten im Jahr 1535 die Herrschaft. Aus einem Teil wurde die Herrschaft Kamnitz gegründet, die bis 1850 bestand. Mit dem Bau des Schlosses und der Marienkapelle entwickelte sich Kamenice im 17. Jahrhundert zu einer repräsentativen Barockstadt. Infolge der Rekatholisierung kam es 1625 zu einem Bauernaufstand. Die Kamenicer Einwohner nahmen auch an den Bauernaufständen von 1680 und 1775 teil. Im Dreißigjährigen Krieg kam es 1634, hervorgerufen durch stationierte österreichische Truppen, zu einem großen Stadtbrand. Schwedische Truppen hinterließen zehn Jahre später ihre Spuren. Zusätzlich litt die Stadt an den Überschwemmungen von 1656, 1677 und 1753, an der Pest im Jahr 1713 sowie an einem weiteren Stadtbrand im Jahr 1778.

Schon für das Jahr 1389 ist Handwerk nachgewiesen. Kamenice besaß im 17. Jahrhundert einen der ersten glasveredelnden Handwerker. Mit dem Bau einer Papierfabrik in Ober-Kamnitz im Jahr 1834 begann sich die Industrie zu entwickeln. Webereien, Spinnereien, Maschinenfabriken, Eisengießereien, Glasraffinerien und eine Möbel- sowie Strickwarenfabrik folgten. Die 1869 eröffnete Eisenbahnstrecke der Böhmischen Nordbahn von Bodenbach nach Warnsdorf förderte den Aufschwung, der sich in der 1894 eröffneten städtischen Wasserleitung und dem 1900 in Betrieb genommenen Elektrizitätswerk widerspiegelte.

1833 trieb der Räuber Wenzel Babinsky sein Unwesen und ermordete im Wald zwischen Oberkamnitz und Hasel den Hirschfelder Webereifaktor Johann Gottfried Blumberg.

Von 1938 bis 1945 gehörte Böhmisch Kamnitz mit dem Sudetenland zum Deutschen Reich.

Rabsteiner Fabriken

Im Tal der Kamnitz (Kamenice) errichtete Franz Preidl zwischen 1860 und 1867 die Rabsteiner Fabriken (drei Textilspinnereien) bei Nieder-Kamnitz (Dolní Kamenice), Kamnitz-Neudörfel (Kamenická Nová Víska) und Jonsbach (Janská).

Im Zweiten Weltkrieg wurden unter dem Decknamen Zechstein auf Johnsbacher Flur Stollen in die Sandsteinfelsen vorgetrieben. Sowohl in der alten Spinnerei als auch in unterirdischen Räumen in den Felsen nahm die Weser-Flugzeugbau GmbH aus Bremen ihre Produktion von Zubehör für die Junkers-Sturzkampfflugzeuge (Stuka) auf, die aus Bremen ausgelagert worden war.

Lager Rabstein

Von Ende August 1944 bis 8. Mai 1945 existierte im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg, dessen 650 Häftlinge Zwangsarbeit für die Bremer Firma Weser Flugzeugbau verrichten mussten. Die Häftlinge wurden für die Erschließung eines unterirdischen Flugzeugwerks eingesetzt. Das KZ-Außenlager hatte den Tarnname: Zechstein. 59 Häftlinge kamen im KZ ums Leben. Am 8. Mai 1945 wurde das Lager in Richtung Wernstadt evakuiert, wo sie in einer Scheune übernachteten. Die Wachen flüchteten am nächsten Morgen und Häftlinge waren frei.[3] Bei Kriegsende waren in dem Barackenlager noch etwa 1500 Häftlinge. Außer einiger Grundmauern ist vom Konzentrationslager nichts mehr erhalten.

Nach Kriegsende wurde die frühere Spinnerei Rabstein Nr. 59 bis 1946 als Sammelstelle für vertriebene Deutschböhmen und Deutschmährer genutzt.

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz), Dolní Kamenice (Niederkamnitz), Filipov (Philippsdorf), Horní Kamenice (Oberkamnitz), Huníkov (Henne), Kamenická Nová Víska (Kamnitz-Neudörfel), Kerhartice (Gersdorf), Líska (Hasel), Pekelský Důl (Höllegrund) und Víska pod Lesy (Walddörfel)[4]. Grundsiedlungseinheiten sind Česká Kamenice-střed, Dolní Kamenice, Filipov, Horní Kamenice, Horní Kamenice-východ, Huníkov, Huníkov-sever, Jehla (Nolde), K Janské, Kamenická Nová Víska, Kerhartice, Líska, Pekelský Důl, Pod hřbitovem, Pod Skalkou, Pod tratí, Pod Zeleným vrchem, U nemocnice, U papíren, Víska pod Lesy, Za nádražím und Zámecký vrch[5].

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Česká Kamenice, Dolní Kamenice, Horní Kamenice, Kamenická Nová Víska, Kerhartice und Líska[6]

Partnerstädte

  • Die Partnerstadt Bad Schandau im deutschen Bundesland Sachsen liegt etwa 22 km Luftlinie entfernt von Česká Kamenice.

Sehenswürdigkeiten

  • Das Schloßtor ist ein Reststück der ehemaligen Stadtmauer, die Česká Kamenice im Mittelalter umschloss. Die Kirche zum heiligen Jakob dem Älteren ist die älteste Stadtkirche, deren Grundmauern aus dem 14. Jahrhundert stammen. Gegenüber dieser Kirche befindet sich das Schloss, welches 1541 bis 1543 entstand und seitdem mehrfach verändert wurde. Die Marienkapelle, wahrscheinlich von Octavio Broggio, entstand 1736 bis 1739, das Salhausen-Schlösschen' 1521 und das Rathaus 1491.
  • Die Jehla (Nolde) ist ein Berg bei Česká Kamenice. In den Sandsteinfelsen an seinen Hängen wurden einige Kleinode geschaffen. Das bekannteste ist der Brüderaltar (Bratrský oltář).
  • Auf dem nahen Zámecký vrch befindet sich die Ruine der mittelalterlichen Burg Kamenický hrad mit einem neu erbauten Aussichtsturm
  • Bei Horní Kamenice (Oberkamnitz) befindet sich der Töpferstein (Hrnčíř), ein markanter Felsen, um den sich einige Sagen ranken.
  • Bei Líska (Hasel) befindet sich der Zlatý vrch (Goldberg), ein Basaltgipfel, dessen Säulenstruktur mit daraufliegendem Lavapfropf durch Steinbruchtätigkeiten freigelegt wurde und der heute unter Naturschutz steht.
  • Vier Kilometer nordöstlich von Česká Kamenice befindet sich der markante Berg Studenec (Kaltenberg). Seit seiner Renovierung im Jahre 2009 ist der auf dem Gipfel errichtete eiserne Aussichtsturm wieder begehbar.
  • Die 4,5 km lange, 1996 eröffnete Museumseisenbahn nach Kamenický Šenov (Steinschönau) gehörte ursprünglich der Gesellschaft der Böhmischen Nordbahn (BNB) und wurde 1886 eröffnet. Der Personenverkehr wurde 1979 beendet und seit 1992 war die Strecke komplett stillgelegt. (Siehe auch: Lokalbahn Böhmisch Leipa–Steinschönau)

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

 Commons: Česká Kamenice  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.uir.cz/obec/562394/Ceska-Kamenice
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. Außenlager Rabstein (Rabštejn) Tarnname: »Zechstein«. Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Abgerufen am 06. Juli 2016.
  4. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/562394/Obec-Ceska-Kamenice
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/562394/Obec-Ceska-Kamenice
  6. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/562394/Obec-Ceska-Kamenice


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Česká Kamenice (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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