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Červený Hrádek (Jirkov)


Červený Hrádek
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Chomutov
Gemeinde: Jirkov
Fläche: 289,2137[1] ha
Geographische Lage:
Höhe: 340 m n.m.
Einwohner: 169 (2011[2])
Postleitzahl: 431 11
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Straße: Jirkov - Pyšná
Bahnanschluss: Ústí nad Labem–Chomutov
Chomutov–Jirkov
Lageplan

Červený Hrádek (deutsch Rothenhaus) ist ein Ortsteil der Stadt Jirkov in Tschechien.

Geographie

Červený Hrádek liegt anderthalb Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Jirkov und erstreckt sich am Fuße des böhmischen Erzgebirges entlang des Kanals Podkrušnohorský přivaděč zwischen den Einmündungen des Lužec (Aubach) und Zámecký potok (Schlossbach). Westlich über dem Dorf liegt am Teich Zámecký rybník das Schloss Červený Hrádek. Gegen Osten befindet sich der Badeteich Novomlýnský rybník und im Südosten der Stausee Újezd. Nördlich erhebt sich der Mufloní pahorek (466 m), im Nordwesten der Na Skalce (Wachhübel, 541 m). Zweieinhalb Kilometer östlich beginnt der Ervěnický koridor, dort liegt auch die Bahnstation Kyjice.

Nachbarorte sind Pyšná im Norden, Drmaly, Nové Drmaly und Vysoká Pec im Nordosten, Vrskmaň und Zaječice im Südosten, Nový Mlýn und Jirkov im Süden, Vinařice im Südwesten, Jindřišská im Westen sowie Boleboř im Nordwesten.

Geschichte

Ursprünglich stand an der Stelle des Schlosses die Burg Bořek. Belege über die Gründung dieser Burg liegen nicht vor. Vermutlich wurde diese aber vor 1413 von Dietrich Kraa erbaut. 1415 erhielt Kraa von Wenzel IV. die Burg und zwei Teile des Ortes Bořek als Lehen. Seine Frau Katharina verkaufte 1417 alles an Wenzel von Morawes und Kopitz. Wenzel war Katholik und kämpfte während der Hussitenkriege auf der Seite des Kaisers Sigismund.

1421 wurden die Burg und die Ansiedlung Bořek von den Hussiten abgebrannt. Nach der Wiederherstellung der Burg wurde diese mit roter Farbe versehen. Ab diesem Zeitpunkt nannte man sie Rote Burg (Červený Hrádek) (Rotes Haus). 1448 kaufte Albert von Konipas, königlicher Hauptmann in Brüx (Most), die Burg. 1454 erwarb er noch die Herrschaft Seeberg hinzu. Sein Sohn verkaufte den Besitz an die Ogir von Otschedlitz. Ab 1473 gehörte die Herrschaft den Glatz von Altenhof. Lorenz Glatz vererbte 1516 das Eigentum der Tochter Anna, verheiratet mit Sebastian von Weitmühl, dem Herren von Chomutov (Komotau). 1547 nahmen die Sachsen Rothenhaus ein, Weitmühl erhielt es zwar wieder zurück, verpfändete es aber zwei Jahre später Heinrich von Gersdorff. Im Zuge der Verpfändung wurde 1549 erstmals ein Vorwerkshof am Aubach aufgeführt. 1554 erwarb Christoph von Carlowitz das Anwesen. Diesen interessierte eher der Bergbau und er verkaufte nach und nach die Herrschaft. 1576 übergab er den Rest seinem nichtehelichen Sohn August von Gersdorff. Gleich ein Jahr darauf kaufte Bohuslav Felix von Lobkowitz und Hassenstein das Anwesen. Ihm gehörte auch Komotau (Chomutov), mit dessen Schicksal das von Rothenhaus (Červený Hrádek) bis 1605 verbunden war.

Bohuslaus' Sohn Joachim tauschte nach dem Tod seiner Frau das Eigentum mit seinem Verwandten Georg Popel von Lobkowicz. Er erhielt Jung-Bunzlau (Mladá Boleslav). In dieser Zeit war der größte Teil der Bevölkerung protestantisch. Georg Popel war aber überzeugter Katholik und bemühte sich, die Bevölkerung zu katholisieren. Helfen dabei sollten ihm Jesuiten, die er nach Chomutov rief. Es kam zum Aufstand, das Schloss wurde geplündert und mit ihm auch das Areal der Jesuiten. Der Aufstand wurde anschließend niedergeschlagen und die Aufständischen hart bestraft. Die Stadt Chomutov musste hohe Strafzahlungen leisten. Gerettet wurde sie, als Popel in Ungnade fiel und sein Eigentum konfisziert wurde.

Im Jahr 1605 wurde das große Anwesen nach und nach verkauft. Rothenhaus (Červený Hrádek) mit Görkau (Jirkov), Platten (Blatno) und 24 Dörfer kaufte Adam Hrzan von Harasov. Während des folgenden Dreißigjährigen Krieges war die Burg des Öfteren belagert, erobert, geplündert und zweimal abgebrannt. Ab den 1630er-Jahren herrschte die Witwe Sabina, die kurz nach dem Tode ihres Mannes den kaiserlichen Oberst Herrn Morzin heiratete, der mit seiner Abteilung in Komotau (Chomutov) stationiert war. 1646 übernahm ihr Sohn Johann Adam von Herzan das Schloss, das inzwischen eine nicht mehr reparierbare Ruine geworden war. Johann Adam baute 1655 bis 1675 ein neues Schloss. Das Aussehen des Gebäudes, dessen Entwurf vermutlich von Antonio della Porta stammte, hat sich seit dieser Zeit kaum geändert.

Während der Kriege unter Maria Theresia litt das Schloss erneut. 1771 kaufte Johann Alexander von Rottenhan die Herrschaft von Johann Adam von Auersperg, die er nach sechs Jahren seinem Sohn Heinrich übergab. Dieser war einer der bedeutendsten Männer seiner Zeit, einer der Gründer der Textilindustrie im Saazer Kreis. Während seiner Zeit wurde die Schlosskapelle vergrößert. Er ließ auch den englischen Garten anlegen. Die um den herrschaftlichen Meierhof entstandene Ansiedlung für Beamte und Diener wurde während seiner Herrschaft deutlich erweitert. Es entstanden neue Häuser für die Arbeiter der Rottenhanschen Betriebe. 1774 wurde eine Schule eingeweiht. Geerbt wurde die Herrschaft 1809 von seiner Tochter Marie Gabrielle, Frau des Grafen Georg von Buquoy. Sie ließ 1832 die Bezirksstraße von Görkau über Rothenhaus und Göttersdorf nach Kallich erbauen.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Rothenhaus/Červený Hrádek ab 1850 eine Gemeinde im Bezirk Komotau. 1861 zerstörte ein Feuer die Stallungen des Schlosses, mehrere Wohnhäuser sowie die Weberei und die Schule. Zwei Jahre später übernahm die Enkelin, die mit Prinz Ludwig Karl zu Hohenlohe-Langenburg verheiratet war, das Gut. Der älteste Sohn Gottfried hatte sechs Kinder, von denen Max Egon Rothenhaus erhielt. Dieser organisierte hier 1938 die Treffen zwischen Lord Walter Runciman mit Konrad Henlein. 1869 wurden Stolzenhan und Türmaul als Ortsteile an Rothenhaus angeschlossen. 1871 wurde die Schule wiederhergerichtet, zuvor erfolgte der Unterricht zeitweilig in Türmaul. 1880 bestand Rothenhaus aus 55 Wohnhäusern und hatte 508 Einwohner. Im Jahre 1890 löste sich Türmaul, zehn Jahre später auch Stolzenhan wieder los und bildeten eigene Gemeinden. 1930 hatte das Dorf 422 Bewohner und bestand aus 63 Wohnhäusern. Nach dem Münchner Abkommen wurde die Gemeinde 1938 dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Komotau. 1939 hatte Rothenhaus 380 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss konfisziert. Mit Beginn des Jahres 1961 erfolgte die Eingemeindung von Červený Hrádek in die Stadt Jirkov. Im Jahr 1991 bestand Červený Hrádek aus 51 Wohnhäusern, in denen 139 Menschen lebten. Insgesamt besteht das Dorf aus 65 Häusern.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl[2]
1869 502
1880 508
1890 507
1900 484
1910 502
Jahr Einwohnerzahl
1921 409
1930 422
1950 222
1961 252
1970 597
Jahr Einwohnerzahl
1980 176
1991 139
2001 158
2011 169

Sehenswürdigkeiten

  • Das Barockschloss wurde 1670 von Antonio della Porta aus der ehemaligen Burg im spätgotischen Stil ausgebaut. Seit 1995 befindet es sich im Besitz der Stadt Jirkov. Neben einem großen Park sind heute die Galerie, eine Ausstellung, der Innenhof und die Schlosskapelle zu besichtigen.
  • Statue des hl. Johannes von Nepomuk auf einem Sockel mit dem Wappen der Auersperger am Dorfplatz, geschaffen um 1750

Söhne und Töchter des Ortes

Einzelnachweise

  1. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi/660876/Cerveny-Hradek-u-Jirkova
  2. 2,0 2,1 Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 17. Januar 2016 (čeština).

Weblinks

 Commons: Červený Hrádek (Jirkov)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Červený Hrádek (Jirkov) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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