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Österreichische Staatsdruckerei


Österreichische Staatsdruckerei GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1918 (1804 als k.k. Hof- und Staatsdruckerei)
Sitz Wien, Österreich

Leitung

  • Robert Schächter [1]
    (Vorstandsvorsitzender)
  • Reinhart Gausterer [1]
    (Vorstandsmitglied)
  • Helmut Lackner [1]
    (Vorstandsmitglied)

Mitarbeiter

Umsatz
  • 2013/14: 34,3 Mio. Euro
(davon 4,9 Mio. Ausland) [4]
  • 2012/13: 42,2 Mio. Euro
(davon 5,6 Mio. Ausland) [4]
  • 2011/12: 42,0 Mio. Euro
(davon 8,7 Mio. Ausland) [5]
Branche Druckerei
Website www.staatsdruckerei.at

Die Österreichische Staatsdruckerei GmbH (OeSD) ist eine Sicherheitsdruckerei mit Sitz in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien.

Geschichte

Die Österreichische Staatsdruckerei ist der Nachfolger der 1804 von Kaiser Franz I. gegründeten k.k. Hof- und Staatsdruckerei. Nach 1918 erhielt sie den Namen Österreichische Staatsdruckerei. Von 1938 bis 1945 firmierte sie als Staatsdruckerei Wien. 1997 wurde diese in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und 1999 in Print Media Austria AG umbenannt. Aus dieser wurde wiederum 1999 die Österreichische Staatsdruckerei GmbH (OeSD) zum Zwecke der Privatisierung abgespalten. Im Jahr 2000 erwarb ECP Euro Capital Partners die OeSD.

Alleingesellschafter der Österreichische Staatsdruckerei GmbH ist die Österreichische Staatsdruckerei Holding AG. Aktionäre der Holding sind jeweils zu ca 47 % die G3 Industrie Privatstiftung von Johannes Strohmayer und die GRT Privatstiftung von Robert Schächter. 4,9 % der Anteile hält die Staatsdruckerei Mitarbeiter Privatstiftung. Seit November 2011 notiert die Österreichische Staatsdruckerei Holding AG im Amtlichen Handel der Wiener Börse im Segment Standard Market Auction.[6]

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Staatsdruckerei Holding AG konstituierte sich im Jahr 2010 mit folgenden Mitgliedern: Johannes Strohmayer (Vorsitzender), dem ehemaligen Vorstand der Volksbanken AG Wilfried Stadler, dem ehemaligen Vorstand der Bank-Austria AG und jetzigen Hauptaktionär der Ithuba Capital AG (vormals Montana Capital Financial Services AG) Willi Hemetsberger, sowie zwei Mitgliedern des Betriebsrates der Österreichischen Staatsdruckerei GmbH.[7]

Die Österreichische Staatsdruckerei GmbH produziert alle Hochsicherheits-Ausweisdokumente der Republik Österreich, wie den Sicherheitspass mit Chip, den Personalausweis, den Scheckkartenführerschein und seit Anfang 2011 den Zulassungsschein im Scheckkartenformat mit Chip (Zulassungskarte). Seit 2006 werden alle österreichischen Sicherheitsdokumente im Hochsicherheitsraum der OeSD mit den Daten der Bürger personalisiert und an die gewünschte Adresse verschickt.

Innenministerin Maria Fekter begründete die seit 2000 erfolgten ausschreibungslosen Vergaben aller Ausweisdokumente an die Österreichische Staatsdruckerei GmbH in der Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage damit, dass dies das – zuletzt 2001 abgeänderte[8] – Staatsdruckereigesetz so vorsieht.[9] Am 10. Juli 2014 schickte die Europäische Kommission der Republik Österreich wegen der ausschreibungslosen Vergaben an die Österreichische Staatsdruckerei ein Mahnschreiben.[10][11] Sie hat Österreich darin außerdem aufgefordert, die Rechtsvorschriften zu ändern, die Bundesbehörden verpflichten, die Österreichische Staatsdruckerei direkt mit dem sicheren Druck bestimmter Dokumente zu beauftragen. Werden nicht binnen zwei Monaten Maßnahmen mitgeteilt, durch die die Verletzung des EU-Rechts abgestellt wird, kann die Kommission Österreich vor den Gerichtshof der Europäischen Union bringen.[12]

Von 2008 bis zu dessen Auflösung 2010 war Ernst Strasser im Beirat der Österreichischen Staatsdruckerei.[7] Auch Ernst Strassers ehemaliger Kabinettschef Christoph Ulmer war Mitglied des Beirats.[13]

Das Unternehmen mit mehr als 200-jähriger Geschichte hat sich in den letzten Jahren vom reinen Sicherheitsdrucker zum Sicherheitstechnologieunternehmen weiterentwickelt. Neben zahlreichen internationalen Preisen ist die OeSD als „High Security Printer“ zertifiziert und produziert Sicherheitsprodukte (Reisepässe, Briefmarken) für Kunden auf vier Kontinenten. Die früher auch in der Druckerei hergestellte Wiener Zeitung wurde 1998 ausgegliedert.

Im Jahr 2002 folgte die Übersiedlung in den 23. Wiener Gemeindebezirk in die Tenschertstraße 7. Am alten Standort befindet sich seit 2005 ein Hotel. Vom ehemaligen Gebäude der Staatsdruckerei selbst blieb nur die Fassade am Rennweg erhalten.

Die Staatsdruckerei gehört zu den ersten Unterstützern der FIDO-Allianz, die seit 2013 den Industriestandard Universal Second Factor (U2F) für eine allgemein anwendbare Zwei-Faktor-Authentifizierung entwickelt hat.

Literatur

  • Franz Stamprech: 175 Jahre Österreichische Staatsdruckerei. Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei, Wien 1979.
  • Ingrid Haslinger: Kunde – Kaiser. Die Geschichte der ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten. Schroll, Wien 1996, ISBN 3-85202-129-4.
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 5, Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 276f.
  • Gerald Gneist: Die Staatsdruckerei zwischen 1938 und 1945. Ungedruckte Dissertation, Universität Wien 2003.

Weblinks

 Commons: Österreichische Staatsdruckerei  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Geschäftsbericht 2013/2014 . OeSD. S. 99. Abgerufen am 10. Dezember 2015.
  2. 2,0 2,1 Geschäftsbericht 2013/2014 . OeSD. S. 60. Abgerufen am 10. Dezember 2015.
  3. Geschäftbericht 2013 . OeSD. S. 56. Abgerufen am 10. Dezember 2015.
  4. 4,0 4,1 Geschäftsbericht 2013/2014 . OeSD. S. 59. Abgerufen am 10. Dezember 2015.
  5. Geschäftbericht 2013 . OeSD. S. 58. Abgerufen am 10. Dezember 2015.
  6. Presseaussendung: Österreichische Staatsdruckerei Holding AG / Aktien zum Listing an der Wiener Börse zugelassen.
  7. 7,0 7,1 Presseaussendung der Österreichischen Staatsdruckerei
  8. Bundesgesetzblatt: BGBl. I Nr. 47/2001, 8. Mai 2001
  9. Anfragebeantwortung: Vergabe von Aufträgen an die privatisierte Staatsdruckerei , 10. November 2009.
  10. Wirtschaftsblatt: „EU-Kommission geht gegen Verträge mit der Österreichischen Staatsdruckerei vor“ , 10. Juli 2014.
  11. Vertragsverletzungsverfahren Nr. 2011/4014 betreffend öffentliche Auftragsvergabe, Österreichische Staatsdruckerei; begründete Stellungnahme der Europäischen Kommission , 11. Juli 2014.
  12. Europäische Kommission: MEMO , 10. Juli 2014.
  13. Die Presse: Strassers Strippenzieher , 15. Februar 2008.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Österreichische Staatsdruckerei (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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