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Ölkonstante


Als Konstanz der Reichweite und etwas ironisch Erdölkonstante oder Ölkonstante wird die Feststellung bezeichnet, dass sich die statische Reichweite von Erdöl in den letzten Jahrzehnten kaum verändert hat.

Konstanz der Reichweite

Im Jahre 2005 wurden 48,8 PWh Erdöl verbraucht. Die gesicherten Reserven liegen bei 1758 PWh. Somit errechnet sich eine statische Reichweite von 36 Jahren. 1919 lag die statische Reichweite noch bei 9 Jahren in den USA und 1948 global bei 20 Jahren, was danach auf Werte um 35 Jahre anstieg und seither weitgehend konstant blieb. 1975 ergab sich ein Wert von 35 und 2003 einer von 40 Jahren.[1]

Die in der Industrie gern zitierte[2] Konstanz der Reichweiten[3] ist nicht allein Folge der neu hinzugekommenen Reserven, einer besseren Ausbeutung von bekannten Ölfeldern oder unkonventionellen Vorkommen (etwa Teersanden und Offshorevorkommen), sondern weist auch auf einen Marktmechanismus hin. Wie bereits seit Frühzeiten der Ölförderung führen steigende Preise und regionale Versorgungsmängel (vgl. Kohleverflüssigung) zu neuen Technologien, sinkenden Verbrauchsmengen und dem Zwang zur Erforschung neuer Vorkommen und Energieträger und damit zu einer Konstanz der Reichweite.

Erweiterung von Reserven und Verbrauch

Laut Abdallah Dschumʿa, CEO von Aramco, muss sich die Welt in absehbarer Zeit keine Sorgen über versiegende Ölvorkommen machen. Er ging 2008 davon aus, dass von den vorhandenen flüssigen Ölvorkommen weniger als zehn Prozent bereits gefördert wurden.[4]

Kritiker wie Matthew Simmons oder Colin J. Campbell halten dies für eine problematische Überschätzung der Ölvorkommen im Nahen Osten und befürchten eine bevorstehende Ausweitung der globalen Nachfrage, welche die statische Reichweite bald drastisch verkürzen könnte. Campbell hat dieses als globales Ölfördermaximum bekannte Szenario seit den 1980er Jahren regelmäßig und jeweils immer unzutreffend vorausgesagt. 2012 wurde mit 81 Millionen Fass/Tag ein Höchststand der weltweiten Förderung aller Ölsorten erreicht.[5] Aufgrund der starken Nachfrage werden dabei zunehmend unkonventionelle Ölreserven (Ölsande, Ölschiefer) erschlossen und in die strategische Reichweite einbezogen.[6]

Das im Anschluss an die Ölkrisen der 1970er Jahre wie auch Anfang des 21. Jahrhunderts tatsächlich zustande gekommene Szenario mit einem regelrechten Zusammenbruch der Ölpreise nach einzelnen Spitzen war weder von Campbell noch Meadows zutreffend prognostiziert worden. Laut Leonardo Maugeri ist das Zeitalter von Öl und fossilen Rohstoffen noch lange nicht vorbei,[7] ein Großteil der fossilen Rohstoffe (Fracking, Methanhydrat) noch gar nicht erschlossen.[8]

Fusionskonstante

Bereits seit Mitte des letzten Jahrhunderts wird die technische Beherrschung der Kernfusion und Energiegewinnung in Kernfusionsreaktoren für die nächsten 30-40 Jahre vorhergesagt.[9]

Einzelnachweise

  1. Samuel Schubert, Peter Slominski UTB, 2010: Die Energiepolitik der EU Johannes Pollak, - 235 Seiten, S. 20
  2. Arndt Reuning, Serie Wissenschaft im Brennpunkt im Deutschlandfunk 23. Juli 2006: Energie aus Erdöl und Erdgas , aufgerufen 23. Mai 2012
  3. Wolfgang W. Merkel, Die WELT 3. Dezember 2005: Energie aus der Tiefe , aufgerufen 23. Mai 2012
  4. Peter Glover, Energy Tribune, 17. Januar 2008: Aramco Chief Debunks Peak Oil , aufgerufen 23. Mai 2012
  5. iea Oil Market Report, 11. Mai 2012: Highlights of the latest OMR
  6. Endliche Ölreserven: Apokalypse irgendwann Spiegel 11. Juni 2012 Alexander Jung
  7. Leonardo Maugeri, Science, 21. Mai 2004: Öl: Falscher Alarm – Warum das Zeitalter des Öls noch längst nicht vorüber ist , (PDF-Datei; 292 kB)
  8. Oil: The Next Revolution THE UNPRECEDENTED UPSURGE OF OIL PRODUCTION CAPACITY AND WHAT IT MEANS FOR THE WORLD (PDF; 1,5 MB) Leonardo Maugeri The Geopolitics of Energy Project
  9. Ulf von Rauchhaupt, DIE ZEIT 1999: Sonnenfeuer am Boden , aufgerufen 23. Mai 2012

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ölkonstante (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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