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Émile Borel


Félix Édouard Justin Émile Borel (* 7. Januar 1871 in Saint-Affrique, Département Aveyron, Region Midi-Pyrénées; † 3. Februar 1956 in Paris) war ein französischer Mathematiker und Politiker.

Leben und Wirken

Émile Borel studierte an der École normale supérieure, wurde 1893 (mit 22 Jahren) als Maître de Conférences an der Universität Lille berufen und wechselte 1896 an die École Normale Supérieure. 1909 erhielt er zusätzlich einen eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl für Funktionentheorie an der Sorbonne; 1910 bis 1920 war er Direktor der École Normale Superieure. 1926 war er Gründungsdirektor des Institut Henri Poincaré. 1921 wurde er in die Académie des Sciences aufgenommen, die ihn 1934 zum Präsidenten wählte. Bereits 1918 war er zum auswärtigen Mitglied der Accademia dei Lincei in Rom ernannt worden. 1928 hielt er einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Bologna (Le calcul des probabilités et les sciences exactes) ebenso wie 1912 in Cambridge (Définition et domaine d’existence des fonctions monogènes uniformes).

Borel war Bürgermeister seines Heimatortes Saint-Affrique. Von 1924 bis 1936 war Borel Mitglied des französischen Abgeordnetenhauses, 1925 kurzzeitig Marineminister. Nach einer kurzen Haftzeit unter dem Vichy-Regime arbeitete er für die Résistance.

Borel leistete grundlegende Beiträge zur Topologie, zur Maß-, Wahrscheinlichkeits-, Funktionen- und Spieltheorie[1].

1905 war er Präsident der Société Mathématique de France.

Mit Paul Painlevé veröffentlichte er 1910 ein Buch über Flugtechnik. 1922 gründete er das Pariser Statistische Institut (ISUP).

1901 heiratete er die damals siebzehnjährige Marguerite Appel, Tochter des Mathematikers Paul Appell. Sie war Schriftstellerin und veröffentlichte unter dem Pseudonym Camille Marbo. Nach ihm ist der Mondkrater Borel benannt.

Schriften

Bücher:

  • Oeuvres scientifiques, 4 Bände, Paris: CNRS, 1972
  • Leçons sur la théorie des fonctions, Paris: Gauthier Villars, 1898
  • Leçons sur les fonctions entières, Paris: Gauthier-Villars, 1900
  • Leçons sur les séries divergentes, Paris: Gauthier-Villars, 1901
  • Leçons sur les séries à termes positifs, Paris: Gauthier-Villars, 1902
  • Leçons sur les fonctions méromorphes, Paris: Gauthier-Villars, 1903
  • Leçons sur les fonctions de variables réelles et les développements en séries de polynômes, Paris: Gauthier-Villars, 1905
  • Le Hasard, Paris: Félix Alcan 1914
  • L’espace et le temps, Paris 1921 (dt. Zeit und Raum. Von Euklid bis Einstein, Stuttgart 1931, englisch Space and Time, Dover 1960)
  • als Mitautor und Herausgeber: Traité du calcul de probabilité et ses applications, Gauthier Villars, 3 Bände in mehreren Teilbänden, 1924 bis 1934
  • Les paradoxes de l’infini, Gallimard 1946 (populärwissenschaftlich)
  • mit Jean Ville: Applications de la théorie des probabilités aux jeux de hasard, Gauthier-Villars, 1938
  • mit Paul Painlevé: Theorie und Praxis der Flugtechnik, Bibliothek für Luftschiffahrt und Flugtechnik, Band 5, Berlin: W. Richard Carl Schmidt & Co., 1911 (Anhang und Übersetzung Artur Schöning, französisches Original: L´Aviation, Paris: Felix Alcan 1910, 2. Auflage 1911)

Einige Aufsätze:

Literatur

  • Kenneth O. May, Artikel Borel in Dictionary of Scientific Biography
  • Pierre Dugac: Notes et documents sur la vie et l'oeuvre de René Baire, Archive for History of Exact Sciences, Band 15, 1976, S. 297–383
  • Maurice Fréchet: La vie et l'oeuvre d'Emile Borel, Enseignement mathématique, Band 11, 1965, S. 1–95.
  • Edward Collingwood: Emile Borel, J. London Mathematical Society, Band 34, 1959, S. 488–512, Band 35, 1960, S. 384
  • Paul Montel, Nachruf in Compte Rendu Acad. Sci.,Band 242, 1956, S. 845–850
  • Lettres de René Baire à Émile Borel, Cahiers du séminaire d'histoire des mathématiques, Band 11, 1990, S. 33–120, numdam
  • Hélène Gispert: La théorie des ensembles en France avant la crise de 1905 : Baire, Borel, Lebesgue... et tous les autres, Revue d’histoire des mathématiques, Band 1, 1995, S. 39–85, numdam

Ehrungen

Nach Émile Borel sind in Paris die Rue Borel und der Square Borel (17tes Arrondissement) sowie auf dem Mond der Krater Borel und der Asteroid (16065) Borel benannt.

In der Mathematik sind nach ihm benannt:

Ebenfalls nach ihm benannt sind:

Einzelnachweise

  1. Émile Borel: La théorie du jeu et les équations intégrales à noyau symétrique gauche In: Comptes rendus hebdomadaires des séances de l’Académie des sciences, 173, 1921, S. 1304–1308 (Online-Version ).
  2. Centre Emile Borel
  3. Cente Hospitalier Emile Borel

Weblinks


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Émile Borel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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