Ägyptische Botschaft in Berlin - LinkFang.de





Ägyptische Botschaft in Berlin


Agypten Ägyptische Botschaft in Berlin
Staatliche Ebene bilateral
Stellung der Behörde Botschaft
Aufsichts­behörde(n) Außenministerium
Bestehen seit 1925
Hauptsitz Deutschland Berlin
Botschafter Mohamed Abdelhamid Ibrahim Higazy (seit 2012)
Mitarbeiter (Stand Mitte 2015)
Website www.egyptian-embassy.de

Die Ägyptische Botschaft in Berlin ist die offizielle diplomatische Vertretung der Arabischen Republik Ägypten in Deutschland. Sie befindet sich in der Stauffenbergstraße 6/7 im Botschaftsviertel des Berliner Ortsteils Tiergarten. Der Botschafter ist seit dem 24. September 2012 Mohamed Abdelhamid Ibrahim Higazy[1] als Nachfolger von Ramzy Ezzeldin Ramzy.

Entwicklung der diplomatischen Beziehungen

Deutschland vor 1945

Das Deutsche Reich unterhielt mit dem damaligen Arabischen Königreich Ägypten seit 1925 diplomatische Beziehungen. Der Botschafter hatte seine Residenz in Berlin-Grunewald, Delbrückstraße 8. 1929 erfolgte ein Umzug in die Tiergartenstraße 18b. Generalkonsul, Außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister war im Jahr 1930 Seifoullah Yousry Pascha.[2] Der Ägyptische Staat kaufte in den 1940er Jahren das Grundstück und dazu eine Fläche an der Stauffenbergstraße, an dem die Botschaft seit 1999 wieder steht. Im Zweiten Weltkrieg sowie in den nachfolgenden Jahrzehnten wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen Ägypten und Deutschland teilweise unterbrochen und nur durch ein Präsenzbüro gewährleistet.

Alte Bundesrepublik

Nach dem Krieg mussten die diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern wieder neu geordnet werden. Die Bundesrepublik entsandte ihren Botschafter, der 1952 mit seinem Team das Isis Building im Stadtteil Garden City in Kairo bezog. Im Jahr 1955 wechselte die Botschaft nach Dokki[3] in die Sharia Boulos Hanna. Zum Ende der 1970er Jahre kaufte die Bundesrepublik ein fast 6000 m² großes Grundstück auf der Insel Zamalek im Nil, auf dem die neue Botschaft gebaut und 1982 bezogen wurde. Die ehemalige Sharia Hassan Sabri im Stadtteil Zamalek wurde im Herbst 2003 in Sharia Berlin umbenannt.[4]

Erst 1972 entsandte Ägypten ihren Botschafter wieder in die BRD. Die Ägyptische Botschaft befand sich zu diesem Zeitpunkt in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn (siehe Eintrag in Botschaftsliste).

Deutsche Demokratische Republik

Ab den 1970er Jahren bestand auch eine Botschaft der Arabischen Republik Ägypten in der DDR in Ost-Berlin, zunächst in der Warmbader Straße 50–52 im Bezirk Lichtenberg, Ortsteil Karlshorst.[5] Die Straße erhielt später den Namen Robert-Siewert-Straße, die von der Botschaft genutzte Villa ist mittlerweile denkmalgeschützt. Es handelte sich um ein Gebäude, das 1937/1938 errichtet wurde.[6] Bald darauf erfolgte ein Umzug zum damaligen Bezirk Pankow in die Straße 22, Hausnummer 3 und schließlich in einen dreigeschossigen schlichten Neubau in der Waldstraße 15 im Pankower Ortsteil Niederschönhausen. In der Friedrichstraße 153 (im Internationalen Handelszentrum) befand sich ein der Botschaft angeschlossenes Handelsbüro.[7]

Nach der deutschen Wiedervereinigung

Nach dem Fall der Mauer, der deutschen Wiedervereinigung und dem Beschluss des Deutschen Bundestags von 1991, den Kernbereich der Bundesregierung nach Berlin zu verlegen, zog auch die Ägyptische Botschaft 1999 in die Bundeshauptstadt. Sie nutzte zunächst ihr Grundstück in der Stauffenbergstraße und verkaufte das Gelände an der Tiergartenstraße, um den Bau eines neuen Botschaftsgebäudes zu finanzieren. Während der Bauphase (1999–2001) zogen die Botschaftsmitarbeiter noch einmal für kurze Zeit in das Haus in Niederschönhausen und als Residenz des Botschafters wurde ein Gebäude in Berlin-Charlottenburg gemietet.

Die Militärabteilung der Botschaft verblieb in Bonn, da das Bundesministerium der Verteidigung im Rahmen des Berlin/Bonn-Gesetzes seinen ersten Dienstsitz in der ehemaligen Bundeshauptstadt hat.

Die Beziehungen zwischen Ägypten und Deutschland sind im 21. Jahrhundert durch eine intensive Zusammenarbeit gekennzeichnet. Dies liegt neben allgemeineren politischen Interessen vor allem an der gegenseitigen Handelsposition; so ist Deutschland für Ägypten nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner, während Ägypten nach Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten der drittgrößte Handelspartner im arabischen Raum für Deutschland ist. Zudem gehört Ägypten zu den Ländern, in denen Deutschland eine intensive Entwicklungszusammenarbeit leistet.[8][9]

Architektur des Botschaftsgebäudes

Für den Neubau der Botschaft in Berlin wurde 1998 ein Wettbewerb in Ägypten ausgerufen, den Samir Rabie aus Kairo für sich entscheiden konnte. Seine Entwürfe wurden von 1999 bis 2001 von dem Büro Kendel Architekten in Berlin ausgeführt. Die Baukosten beliefen sich nach Angaben des Architekten auf 23 Millionen Euro.[10]

Das Gebäude besteht aus drei unterschiedlich hohen Kuben, die nach außen hin durch eine Verkleidung aus poliertem roten Granit zusammengefügt wurden und eine Einheit bilden. Durch vertikale Fensterbänder wird der Bau gegliedert. Der Haupteingang liegt an der Frontseite des Gebäudes an der Stauffenbergstraße und ist durch eine farbige Verglasung über drei Stockwerke gekennzeichnet. Beidseitig des Eingangs befinden sich schmale Fensterstreifen, die vertikal fast die gesamte Höhe des Gebäudes einnehmen.

Der Hauptteil der Fassade ist fensterlos und durch ein in die polierte Steinfläche eingefrästes Relief gestaltet. Dieses zeigt eine durch Wellenlinien im unteren Bereich symbolisierte Darstellung des Nil, aus dem sich Lotuspflanzen als Symbolpflanzen Oberägyptens und Papyrusgras als Symbol für Unterägypten erheben. Zwischen den Papyrusdarstellungen befinden sich Reliefs von auf Säulen getragenen Schalen, in denen sich geflügelte Wesen befinden. Diese sind dem altägyptischen Gott Horus nachempfunden, der in Reliefs als Falke dargestellt wurde. Das Gesamtbild wird mittels eines Balkens mit Hieroglyphen begrenzt, der den Himmel darstellt.

Buddy Bear

Vor der Ägyptischen Botschaft steht ein Buddy Bär, mit dem auch diese Botschaft die völkerverbindende Idee unterstützt, deren Erlöse an Kinderhilfswerke gespendet werden. Der Bär wurde im Rahmen der ersten United Buddy Baers im Jahr 2002 von der Botschaft gesponsert und von der Künstlerin Johanna Koch gestaltet.[11] Nach dieser ersten Präsentation der Buddy Bears am Pariser Platz wurde der Bär vor der ägyptischen Botschaft aufgestellt.

Gemäß der Beschreibung der Künstlerin orientierte sie sich dabei an Götterdarstellungen aus dem alten Ägypten und versuchte, den Bären einer Gottheit anzupassen. Dabei gestaltete sie den Kopf nach dem Vorbild der Totenmaske des Tutanchamun. Füße und Hände wurden in Gold als Säulenelemente gestaltet. Über den Füßen wird die Statue von heiligen Stieren gesäumt, darüber befinden sich ägyptische Tänzerinnen auf den Schenkeln des Bären. Die Arme werden dagegen durch Anch-Symbole umrundet. Das zentrale Motiv auf dem Bauch des Bären stellt die Himmelsgöttin Nut dar, die kniend abgebildet ist.[12]

Siehe auch

Literatur

  • Kerstin Englert, Jürgen Tietz (Hrsg.): Botschaften in Berlin. 2. Auflage. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-7861-2494-9, S. 188–189.

Weblinks

 Commons: Ägyptische Botschaft in Berlin  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Der Botschafter , Botschaft der Arabischen Republik Ägypten in Berlin, abgerufen am 24. August 2014
  2. Ausländische Generalkonsulate und Konsulate in Berlin. In: Berliner Adreßbuch, 1930, Teil 3, S. 17.
  3. Dokki in der englischsprachigen Wikipedia
  4. Kanzlei und Residenz. Deutsche Botschaft in Kairo
  5. Botschaften. In: Fernsprechbuch für die Hauptstadt der DDR, 1977, Teil 7, S. 69.
  6. Baudenkmal Robert-Siewert-Straße 50/52, Villa, Garage, Einfriedung und Garten, 1937
  7. Diplomatische und andere Vertretungen. In: Fernsprechbuch für die Hauptstadt der DDR, 1986, Teil 6, S. 90.
  8. Katharina Fleischmann: Botschaften mit Botschaften. Dissertation am Fachbereich Geowissenschaften der Freien Universität Berlin, Juni 2005. Anhang 3. (PDF) nach Angaben des Auswärtigen Amtes
  9. Beziehungen zwischen Ägypten und Deutschland Auswärtiges Amt
  10. Gitta Warnemünde: Fels in der Brandung – Das Gebäude der ägyptischen Botschaft. In: Pharaonen an der Spree: Ägyptisierende Architektur und Skulptur in Berlin. Band 1. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8482-1242-2, S. 119 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 10. Januar 2016]).
  11. United Buddy Bears (Memento vom 20. März 2008 im Internet Archive)
  12. Beschreibung und Interpretation der Künstlerin (Memento vom 20. März 2008 im Internet Archive)

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ägyptische Botschaft in Berlin (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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